16.12.2019

Langers Erfolgsgeheimnis

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Bernhard Langer über das Geheimnis seines Erfolges, mit wem er am liebsten auf die Runde gehen würde und welche übernatürlichen Kräfte er gerne hätte.



Der elfmalige Major-Champion (zwei Masters-Siege und weitere neun auf der Senioren-Tour) und Ryder Cup- Held Bernhard Langer, 62, ist nach wie vor Deutschlands erfolgreichster Golfer. Der Familien-Mensch (verheiratet mit Vikki, vier Kinder) aus Diedorf mit Wohnsitz in Florida plaudert locker über das Geheimnis seines Erfolges, seine Lieblingsgolfer, mit wem er am liebsten auf die Runde gehen würde und welche übernatürlichen Kräfte er gerne hätte.

Ihr Leben steht auf dem Spiel und es gilt, einen Downhill-Putt mit starkem Break aus drei Metern zu lochen. Sie dürfen den Putt nicht ausführen – wen wählen Sie für diese Aufgabe? 

Egal wen? Dann würde ich Ben Crenshaw nehmen. 
Ihre Top-3-Golfer (tot oder lebendig)? 
Da habe ich vier, geht das auch? Jack Nicklaus, Ben Hogan, Tiger Woods und Byron Nelson. 
Ihr Lieblingsschläger im Bag? 
Normal habe ich keinen, aber wenn ich mich für einen entscheiden müsste, dann das Hybrid 3.

Drei Menschen, die Sie auf eine Golfrunde einladen würden (tot oder lebendig)? 

Normalerweise meine Kinder, mit denen würde ich gerne Golf spielen, aber professionell würde ich sagen Ben Hogan, mit dem habe ich noch nie gespielt, ebenso Byron Nelson, ja, und dann würde ich gerne noch Bob Hope dazu nehmen, der ist recht lustig. 

Bernhard Langer und GT-Chefredakteur Oskar Brunnthaler
Das Geheimnis Ihres Erfolgs, Ihrer 47-jährigen Karriere? 
Da gehört vieles dazu, vor allem das gottgegebene Talent, aber auch, dass ich an mir arbeite, mich gut vorbereite. Und ich habe ein gutes Team um mich und mir macht’s Spaß – meistens jedenfalls. Außerdem habe ich gelernt, unter Druck zu spielen, vor laufenden Kameras und Zigtausend Zuschauern, all das ist nicht unbedingt selbstverständlich. Das Gleiche gilt für meine körperliche Fitness, da ist allen voran mein Therapeut für Manuelle Medizin, Dr. Norbert Dehoust, zu erwähnen. 
Welcher Sieg bedeutet Ihnen am meisten? 
Klar, 1993 mein zweiter Masters-Sieg in Augusta. 
Welche „Niederlage“ schmerzt am meisten? 
Der dritte Platz bei den British Open 1985, aber Kiawah Island gehört auch dazu. 
Ihr emotionalster Moment auf dem Platz? 
Das ist schwer, da gab es so viele. Wahrscheinlich 1991 beim Ryder Cup in Kiawah Island, als der entscheidende Putt von mir daneben ging und wir deshalb verloren haben.

Ihr emotionalster Moment abseits des Platzes? 

Das ist schon einfacher – meine Hochzeit und die Geburt meiner Kinder. 
Gibt es einen Schlag in Ihrer Karriere, auf den Sie besonders stolz sind? 
Das war mein Eisen 3 auf der 13. Bahn beim Masters 1993 am Sonntag. Da habe ich einen Eagle gespielt und meinen Vorsprung vergrößert. 
Gibt es einen Schlag in Ihrer Karriere, den Sie gerne noch mal spielen würden? 
Da gibt es viele… Sicherlich der Putt beim Ryder Cup in Kiawah Island. Ich versuche doch, diese Schläge zu verdrängen, und dann kommen diese Fragen… 

Fisch, Fleisch oder vegetarisch? 
Fisch. 
Hund oder Katze? 
Hund. 
Nie mehr Schwarzwälder Kirschtorte oder nie mehr Spätzle/Maultaschen? 
Nie mehr Spätzle! Schwarzwälder Kirschtorte, die gebe ich nie auf. 

Wir nehmen Sie mit auf eine Faschingsparty. Als was verkleiden Sie sich? 
Weiß ich jetzt nicht, tut mir leid, keine Ahnung. 
Welche übernatürliche Kraft hätten Sie gerne? 
Fliegen wäre schon toll. 
Was ist Ihre Stärke auf dem Platz? 
Mich selber zu kennen und meine Stärken gegen die Schwächen des Platzes auszuspielen. 
Gibt es Schwächen? Woran arbeiten Sie am meisten? 
Es gibt immer Schwächen, wobei Schwäche nicht das richtige Wort ist. Aber da gehört das Putten dazu, weil es gibt Tage, da putte ich super, aber dann gibt es wieder Tage, da schieb‘ ich den ein oder anderen Putt daneben. 
Was ist das Schönste am Leben als Tour-Pro? 
Man lernt viele Menschen kennen, aber die Reisestrapazen wiederum sind mit das Schlechteste. 
Geben Sie bitte einen Quick-Tipp an unsere Leser, woran sie am meisten arbeiten sollten. 
Ganz wichtig, einen Schläger vor die Füße legen, denn ich habe festgestellt, dass die meisten sich falsch ausrichten. Dann größten Wert auf die Grundelemente legen wie Griff und Stand. Wenn das nicht stimmt, dann macht man nur Ausgleichsbewegungen und tut sich unnötig schwer. Da geht es von einem Fehler zum anderen. Ich seh’ schon, wie einer am Ball steht, ob das ein guter oder schlechter Golfer ist. Ich muss den gar nicht schwingen sehen. Also wichtig: die Fundamentals.

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