07.06.2018

Zustände wie beim Monatsbecher

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Die USGA will sich mit dem Setup des U.S.-Open-Platzes bewusst so nah wie möglich an die Grenze zwischen schwierig und unfair herantasten. Doch vor 14 Jahren wurde diese deutlich überschritten.


Von Thomas Fischbacher

Auf dem Papier wirkt das siebte Loch von Shinnecock Hills, dem Austragungsort der U.S. Open 2018, nicht furchteinflößend. 189 Yards, also circa 172 Meter lang, spielt sich das Par 3. Vielleicht ein Eisen 7 für die Profis. Ein paar Bunker verteidigen das Grün, aber kein Wasser, kein Out-of-Bounce. Lösbar für die Weltelite – möchte man meinen. Doch 2004, als die besten Golfer der Welt zuletzt bei einer U.S. Open im Privatclub auf Long Island zu Gast waren, stellte sich dieses Par 3 zwischenzeitlich als unlösbar heraus.
Die USGA proklamiert die nationale Meisterschaft seit jeher als den härtesten Test des Jahres. Ein Siegerergebnis über Par? Keine Seltenheit. Und um dies zu erreichen, wird der Platz ausgetrocknet. Die Grüns werden – sofern das Wetter mitspielt – bretthart und blitzschnell. In Kombination mit den signifikanten Ondulierungen der meisten Komplexe dieser Championship-Kurse ergibt sich eine diabolische Mischung.

Lieber im Bunker als auf dem Grün

Der Veranstalter will sich mit dem Setup des Platzes bewusst so nah wie möglich an die Grenze zwischen schwierig und unfair herantasten. Doch vor 14 Jahren wurde diese deutlich überschritten. Die frühen Gruppen fingen sich in der Finalrunde reihenweise Doppel- und Triple-Bogeys auf diesem Loch ein. Kaum einer schaffte es, das Grün zu treffen. Und selbst auf dem Grün wurde es nicht leichter: Billy Mayfair puttete seinen Ball sogar in einen Bunker. Einige versuchten es erst gar nicht, vom Abschlag das Grün zu treffen. Phil Mickelson, in einer der späteren Gruppen unterwegs, schlug seinen Ball absichtlich in einen der Grünbunker. Von dort hatte er sich bessere Chancen auf das Par errechnet. 
Die Verantwortlichen hatten irgendwann ein Einsehen und bewässerten nach den vielen Slapstick-Einlagen die Grüns noch während der Finalrunde. Bitter für die Gruppen, die zuvor schon unschöne Zahlen auf die Scorekarte notieren mussten.
„Wir haben dort gelernt, dass es Grenzen gibt“, erinnert sich der damalige USGA-Verantwortliche David Fay. „Und es war kein angenehmer Lernprozess. Viele haben mit dem Finger auf uns gezeigt.“
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Mickelson noch immer verärgert

Phil Mickelson ärgert sich noch immer über den Fehler der Veranstalter. „Die 7 ist ein tolles Golfloch, bis es die USGA in die Finger bekommen hat“, erklärte er vergangene Woche. „Ich habe immer Angst, wenn sie die Kontrolle über den Platz übernehmen. Eigentlich ist es nicht so schwierig. Die Grüngeschwindigkeit sollte 12,5 Stimpmeter nicht überschreiten. Dann ist alles gut. Aber ihr Credo war, zu warten, bis einige vier oder fünf Putts benötigen, um dann zu bewässern. Da war es wichtig, dass es die Gruppe vor einem erwischt. Das war die einzige Hoffnung.“
Unter Par ging es bei der letzten Austragung 2004 dennoch, allerdings nicht an besagtem Finalsonntag. Retief Goosen gewann mit -4. Zwei Schläge vor Phil Mickelson, der im Turnierverlauf drei Schläge auf der Loch 7 verlor. Die beste Runde am Sonntag war damals übrigens eine 71 (eins über Par). Der Schnitt betrug 78,72 Schläge bei Par 70. Billy Mayfair (der, der in den Bunker puttete) kam mit einer 89 unter die Räder. Er verlor alleine 14 Schläge auf den Front Nine. 
Die U.S. Open hat eine Tradition, das Major mit dem schwierigsten Platz zu sein. Dieses Credo geht in Ordnung, und kann durchaus unterhaltsam sein. Es sollte nur umgesetzt werden, ohne die besten Spieler der Welt aussehen zu lassen, als würden sie gerade die Platzreifeprüfung absolvieren. So wie vor 14 Jahren, als Phil lieber im Bunker lag als auf dem Grün.
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