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Eine Klasse für sich 25.12.2017

AK 50 Damen
In den Ligen AK 50 Damen und AK 65 Herren gibt es die stärksten Zuwächse an neu gemeldeten Mannschaften (Foto: DGV/Langer Sportpromotion)
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Aus einem Pool von rund 620.000 registrierten Golferinnen und Golfern, lässt man die VCG mal außen vor, könnten Mannschaftskapitäne schöpfen, um ihre Mannschaft zu bilden. Alleine in Bayern sind ohne regional- und kooperierende Ligen offiziell 17 verschiedene Ligen im Angebot des Landesgolfverbands.

Das Angebot wird von den Golfern Jahr für Jahr mehr genutzt. So hat sich die Partizipation am Liga-Wettkampf in den Jahren 2008 bis 2018 über alle Ligen um 15 Prozent erhöht. Das liest sich moderat und liegt an dem deutlichen Nachlassen (um 49 Prozent) im Bereich der Ligen, in der Jugendliche sich messen, in diesem Zeitraum. 

Betrachtet man jedoch nur die Erwachsen-Ligen in den Gruppen ...

  • DGL Gruppenliga Damen + Herren, 
  • Golf Liga AK 30 Damen + Herren, 
  • Golf Liga AK 50 Damen + Herren, 
  • Golf Liga AK 65 Damen + Herren, 

... ist festzustellen, dass von 2008 bis 2018 die Partizipation am Liga-Wettkampf um rund 53 Prozent zugenommen hat. Soll heißen, 53 Prozent mehr Mannschaften wurden 2018 in den Erwachsenen-Spielen gemeldet, als dies in 2008 der Fall war. Zumindest in Bayern. Und dies nimmt der Autor für diesen Beitrag als repräsentativ, denn jeder vierte Deutsche Golfer/Golferin ist ein Bayer.

Woran liegt das?

Bemerkenswert ist das schon, denn das Wachstum an registrierten Golfern hat im gleichen Zeitraum stark nachgelassen. Wir erinnern uns, dass der DGV für 2008 ein Wachstum an registrierten Golfern von 4,1 Prozent gemeldet hatte, 2016 waren es nur 0,5 Prozent. Die Zahlen für 2017 liegen zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Beitrags der Öffentlichkeit noch nicht vor. 

Denn, an den Golferinnen und Golfern bis 35 Jahre kann es nicht liegen, von denen haben wir immer weniger im System. Nein, es sind unsere Bestandsgolfer, die sich mit den Jahren von Altersklasse zu Altersklasse als kontinuierliche Vollzahler auf unseren Anlagen etabliert haben. Das lässt sich daran ablesen, dass wir in den Ligen AK 50 Damen und AK 65 Herren die stärksten Zuwächse an neu gemeldeten Mannschaften haben. Ein weiteres Indiz ist, dass Mannschaftsspieler eine gewisse Spielstärke an den Tag legen sollten, die in der Regel einige Jahre Spielpraxis voraussetzt.

(Alt-)Mitglieder wollen den Wettkampf

Gut, es liegt also daran, dass unsere (Alt-)Mitglieder ihre Spielfreude nicht nur auf eine gesellige Privatrunde reduzieren, sondern sich im sportlichen Wettkampf messen möchten und dies nicht als Individuum, sondern für ein Kollektiv, für die Mannschaft Ruhm und Ehre nach Hause tragen. 

Wer hätte das bei einer Individualsportart gedacht, die selbst im olympischen Format nicht als Teamsportart ausgeübt wird. Auf den ersten Blick, sicher nur wenige. Auf den zweiten Blick, der noch etwas von dem Wissen darüber getrübt ist, dass nur etwa 30 Prozent aller registrierten Golfer überhaupt am allgemeinen Wettspiel-Geschehen auf den Golfanlagen teilnehmen, ist auch noch nicht klar zu erkennen, wie diese Nachfrage wachsen konnte.

Auch die Totschlagsargumente der Liga-Gegner, wie z.B.: die wollen ja nur greenfee-frei auf anderen Anlagen spielen; helfen uns da nicht weiter. Ebenso wenig die Fahne des tadellosen Golfclubrufs, die erfolgreiche Mannschaften in die (Golf)-Welt hinaus zu tragen. 

Seien wir ehrlich: Bei einer Verweigerung von rund 70 Prozent der Golfer dem allgemeinen Wettspielgeschehen gegenüber, ist das Interesse am Mannschaftssport im Rahmen der diversen Ligen marginal. 

Wie viele von den 30 Prozent spielen denn Mannschaft? 

Nehmen wir mal an, auf einer Golfanlage gibt es 800 Mitglieder, davon 500 Vollzahler. 30 Prozent der 500 Vollzahler sind demnach 150 Turnierspieler. Von diesen 150 spielen, sofern die Anlage fünf Mannschaften meldet, mit Ersatzspielern ca. 40 Personen Mannschaft. 40 von 800 Mitgliedern, das sind 5 Prozent. Nehmen wir die Anlagen dazu, die keine Mannschaften, oder weniger wie fünf Mannschaften melden, so kommen wir auf einen Landesverband bezogen auf ca. 3 Prozent der registrierten Golfer, die am Mannschaftssport im Rahmen der Ligen teilnehmen.

Mit einem Ergebnis von 3 Prozent kommt man weder in den Landtag, noch in den Bundestag und landet in der Politik unter Sonstige – weil es halt keinen, bezogen auf die Masse, interessiert.

Tritt die Sportlichkeit in den Hintergrund?

Nein, und das sollte sie auch nicht. Mit rund 19.000 Liga-Mannschafts-Golferinnen und Golfern haben wir in Deutschland eine durchaus ernst zu nehmende Anzahl von Menschen, die Freude am sportlichen Wettbewerb im Kollektiv empfinden. Gerade um Jugendliche in den Sport einzubinden, ist dies ein unschätzbares Asset, um eine Sportart zukunftsfähig zu machen.

Ihr 

Adriaan A. Straten


Adriaan Alexander Straten berät mit seinen Netzwerken golfpilot.de und golfbrand.de seit 1989 Golfanlagen



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