22019
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Der Dino muss in die Relegation 22.10.2018

Kämpft um den Klassenerhalt: Marcel Siem
Kämpft um den Klassenerhalt: Marcel Siem
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Marcel Siem verliert seine Tour-Karte, hat aber noch eine Chance auf den Klassenerhalt. Der Deutsche hat eine Erklärung für den Leistungseinbruch.



Sir Nick Faldo war einst einer der besten Golfer Europas. Doch das war dem schlaksigen Engländer nicht genug. Also heuerte er Star-Trainer David Leadbetter an, änderte seinen Schwung drastisch, trainierte wie besessen und wurde schließlich einer der besten Golfer der Welt.

Auch Marcel Siem wollte vor drei Jahren seinen Schwung ändern. Der Deutsche hatte das Ziel, sich unter den besten 50 der Welt zu etablieren und es vielleicht irgendwann einmal auf die PGA Tour zu schaffen. Damals war er davon nicht weit entfernt.

Doch beim charismatischen Deutschen mit dem Pferdeschwanz gibt es keine Erfolgsgeschichte zu erzählen. Siem änderte sein Take-Away, den ersten Teil des Rückschwungs. Auch er trainierte hart, um die Anpassungen zu automatisieren. Doch so recht wollte dies nie klappen.



Drei Jahre, ein paar Trainerwechsel, Verletzungen sowie jede Menge Frust später, zieht der Deutsche Bilanz: „Leider habe ich einen großen Fehler gemacht.“ 

Seine größte Fähigkeit, das Steuern des Balles, sei dabei verloren gegangen. „Ich habe es total unterschätzt, dass man die DNA eines Menschen nicht so einfach ändern kann“, so Siem auf seiner Facebook-Seite. „Ich wollte eigentlich nur besser werden. Die letzten drei Jahre war es ein absoluter Krampf, diese Technik im Turnier unter Kontrolle zu bringen, aber ich wollte das durchziehen.“

Schon 2017 Probleme

Der Optimierungsversuch kostete Siem schließlich die Spielberechtigung für die European Tour. Bereits im vergangenen Jahr entkam er nur via Sonderwertung dem Abstieg, Ein Jahr später fehlte eine ganze Menge an Preisgeld für die Verlängerung der Tour-Karte.

Sollte Siem auch nach der Q-School ab dem 10. November im Lumine Golf Club südlich von Barcelona ohne Karte dastehen, wäre dies das Ende einer Ära. Seit 2002 ist der vierfache Turniersieger ohne Unterbrechung Stammkraft in der ersten Liga. 17 Spielzeiten mischte er mit. Nun muss der Dino in die Relegation.

Der Kampfgeist sei aber noch lange nicht besiegt. „Ich werde mich jetzt auf meine alten Stärke besinnen und in den zwei Wochen bis zur Q-School Vollgas geben.“

Eine European-Tour-Saison ohne die Stammkraft mit dem Pferdeschwanz wäre nicht nur für die deutschen Golffans schwer vorstellbar. 


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