06.07.2021 | 13:54

Der perfekte Schwung – ein Kompromiss

Dr. Christian Haid
Dr. Christian Haid

Der perfekte Schwung – ein Kompromiss. Das Verständnis für die Bewegungsentstehung ist beim Lernen hilfreich. Wie erzielt man einen effizienten, wenn nicht gar den perfekten, Golfschwung …


Wir erlernen Bewegungen leichter, wenn wir wissen, worauf es ankommt. Beim Golfschwung glauben wir, die Arme aktiv schwingen zu müssen. Das ist jedoch nicht die Bewegung, auf die es ankommt.

Wir haben falsche Bewegungsvorstellungen und störendes intuitives Bewegungsverhalten. Beides verhindert einen effizienten Golfschwung. Wir schauen guten Golfern zu und ahmen sie nach.

Bei der Beobachtung sehen wir jedoch nur die Bewegungsergebnisse aus Aktio und Reaktio und ziehen falsche Schlüsse. Es ist daher gar nicht so einfach, zu richtigen Bewegungsvorstellungen und Anleitungen zu kommen. Auch gute Spieler und Lehrer unterliegen denselben Irreführungen wie wir.

Ein guter Golfschwung entsteht meistens „kindlich natürlich“, und in sehr seltenen Fällen haben Spieler tatsächlich das Talent. Die meisten Golfer finden sich jedoch mit ihrer Mittelmäßigkeit ab.

Der perfekte Golfschwung

Es ist möglich, mit gezielten detaillierten Anleitungen einen perfekten Golfschwung zu erlernen. Das Verständnis für die Bewegungsentstehung ist beim Lernen hilfreich. Der Lehrende greift dabei auf physikalische und physiologische Kenntnisse zurück. Die daraus resultierenden Bewegungsanleitungen empfinden wir als „grundsätzliche Veränderung unseres Schwunges“.

Es entsteht unglaubliche Leichtigkeit und hohe Effizienz. Die meisten möchten jedoch schnell besser golfen und sind nicht bereit, sich auf den Weg zur perfekten Bewegung zu machen. Da hilft auch nicht, dass ein wirklich guter Golfschwung elegant und harmonisch wirkt.

Es gibt jedoch auch Anleitungen, die bei nahezu jedem Schwung zu Verbesserungen führen. Diese ermöglichen Golfern, mehr Spaß zu haben, auch wenn sie nicht mit letzter Konsequenz nach der erreichbaren Leichtigkeit eines perfekten Schwunges suchen. Für diese möchte ich eine ganz allgemeingültige Anleitung geben.

+++ Mehr zum Thema: Sportphysio – es ist nie zu spät +++

„Geistig“ vorbereiten

Ohne auf „falsch“ und „richtig“ einzugehen, kann man mit Sicherheit sagen, dass es hilft, sich die Bewegung, die man machen möchte, vorzustellen. Das führt dazu, dass wir Bewegungen „geistig“ vorbereiten. Diesen vorbereitenden Vorgang nennen wir Antizipation. Auch wenn wir mit falschen Bewegungen Golf spielen, wir werden trotzdem die von uns gewünschten Bewegungen verbessern.

Nehmen wir an, ein Spieler glaubt am Ende des Rückschwungs, mit den Händen nach unten ziehen zu müssen. Er wird diese Bewegung besser machen, wenn er sich diese Bewegung bereits beim Rückschwung vorstellt. Ich möchte an dieser Stelle nicht all die Bewegungen beschreiben, mit denen wir fälschlicherweise glauben, einen guten Golfschwung durchzuführen.

Der perfekte Schwung – Bewegungsmuster

Es macht wenig Sinn, schriftlich Bewegungsänderungen anzuleiten, die uns im ersten Augenblick sehr befremdend vorkommen. Aber wir können unsere automatisierten Bewegungsmuster verbessern, vorbereiten und ruhiger gestalten. Das führt zur Verbesserung unseres Spiels.

Somit kann jeder, ohne sich der Mühe der Schwungoptimierung zu unterziehen, sein Golf durch Antizipation verbessern. Wenn unser Körper weiß, welche Bewegung als Nächstes auf ihn zukommt, dann kann er sich darauf vorbereiten. Das gilt in mehrfacher Hinsicht:

  • Der Körper wird in eine stabile Position gebracht, sodass die zu erwartende Bewegung ihn nicht aus dem Gleichgewicht bringt.
  • Muskeln werden passiv vorgespannt und erreichen höhere Kraftentfaltung.

  • Die Bewegungen werden weniger ruckartig und das verbessert die Wiederholbarkeit.

Denken Sie beim Rückschwung bereits an den Durchschwung. Sie haben alle Zeit der Welt. Daran denken heißt nicht, es sofort zu tun. Sie beenden die Ausholbewegung in aller Ruhe und Ihr Körper kann sich bereits auf die nun folgende Bewegung einstellen.

Das nimmt die so häufige „Zuschlagehektik“ aus dem Wechsel vom Rückschwung zum Durchschwung. Allein diese Veränderung wird sich sehr positiv auf Ihr Spiel auswirken.

Info: [email protected]

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