14.10.2020 | 08:32

Es ist nie zu spät

Dr. Christian Haid
Dr. Christian Haid

Golf ist eine technische Sportart, daher kann man auch mit wenig Kraft sehr gute Schlagweiten erzielen. Die besten Golf-Zeiten liegen noch vor uns.


Es ist faszinierend zu beobachten, wie ältere Golfer nach dem Erlernen der essenziellen Bewegungsmuster weiter schlagen als je in ihrem Leben zuvor. Wichtig ist, sich auf das Lernen neuer Bewegungsmuster einzulassen.

Wie schon oft erwähnt, entspricht der Golfschwung nicht unbedingt unserem intuitiven Bewegungsverhalten. Der Krafteinsatz spielt sicherlich eine gewisse Rolle, nicht umsonst werden Top-Golfer immer athletischer.

Es fällt jedoch auf, dass auch weniger durchtrainierte auf der Tour spielen und sehr weit schlagen. Damit gibt es doch einige Hinweise, dass die richtige Technik einen wesentlichen Beitrag leistet. Der vermeintliche Krafteinsatz wirkt beim natürlichen Bewegungsablauf des Golfschwunges als Bremse.

Das mag eigenartig klingen, beschäftigt man sich jedoch mit der Physik des Golfschwunges, dann wird das sehr schnell klar.

Bryson DeChambeau
Bryson DeChambeau hat sehr viel Muskelmasse aufgebaut und gehört zu den Longhittern auf der Tour. Vielleicht siegen am Schluss gute Technik und Kraft

Physik und Psychologie

Leider wird auf die richtigen Mechanismen viel zu selten hingewiesen. Kinder lernen die richtige Bewegung häufig, weil ihnen die Kraft fehlt und sie sich daher mit vollem Körpereinsatz helfen müssen. Als Erwachsene haben wir Kraft zur Verfügung und setzen diese falsch ein.

Harmlose Schlagweiten werden mit Kraft schon möglich, aber die eigentlichen Mechanismen des Golfschwunges werden auf diese Weise nicht ausgenützt. Topspieler nützen alle Effekte aus – den Krafteinsatz und die optimierte Bewegungsabfolge.

Bis zu Schlagweiten von 180 Metern kann man jedoch mit sehr wenig Kraft auskommen. Analysieren wir an dieser Stelle die meisten Golfplätze, dann stellen wir fest, dass bei entsprechender Genauigkeit auch ohne viel Kraft sehr schöne Scores möglich werden.

Da es nie zu spät ist, kann man sich in jedem Alter auf die Physik des Golfschwunges einlassen. Hier treffen jedoch Physik und Psychologie zusammen. Die innere Ruhe finden, Spaß an Bewegungsübungen spüren und sich auf grundlegende Bewegungsänderungen einlassen sind Grundvoraussetzungen, um zu einem optimierten Golfschwung zu kommen.

Es dauert lange, bis man zu spüren beginnt, durch welche Bewegungen der Schlägerkopf beschleunigt wird. Aber man hört in den eigenen Körper hinein, beginnt sich zu spüren und findet einen Weg zu der Leichtigkeit, die später so schöne Schlagweiten ermöglicht.

Brandon Wu
Brandon Wu wirkt gegen DeChambeau sehr schlank und spielt trotzdem fantastisches Golf. Ein Hinweis, dass gute Schwungtechnik sehr wichtig ist

Alle Chancen

Golf kann riesigen Spaß machen, wenn man sich auf das Abenteuer „Bewegungserfahrung“ einlässt. Da ausgefeilte physikalische Zusammenhänge die Schlagweiten ermöglichen, ist es in jedem Alter möglich, sich deutlich zu verbessern.

Niemand von uns hat bereits den perfekten Schwung, somit liegt für uns alle das beste Golf noch vor uns.

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