11.09.2026 | 22:39

Solheim Cup 2026: Nach dem Freitag alles offen

Carlota Ciganda (Foto: LET)
Golftimer
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Perfekte Ausgangslage für ein spannendes Wochenende. Nach dem ersten Tag des Solheim Cup 2026 in Bernardus Golf steht es zwischen Europa und Titelverteidiger USA 4:4. Beide Teams teilen sich am Freitag Vormittag zunächst die Foursomes, am Nachmittag dann auch die Fourballs.


Acht Matches, acht Punkte – und am Ende völliger Gleichstand. Der Freitag des Solheim Cup 2026 lieferte in Bernardus Golf in den Niederlanden genau jene Spannung, die das Duell zwischen Europa und den USA in den vergangenen Jahren geprägt hat.

Bereits am Vormittag hatten sich beide Teams die vier Punkte bei den Foursomes geteilt. Am Nachmittag wiederholte sich das Bild bei den Fourballs. Europa holte zwei Punkte, die USA ebenfalls. Damit geht es mit 4:4 Punkten in den Samstag.

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Dabei war für beide Seiten deutlich mehr möglich. Die USA führten nach den ersten beiden Foursomes bereits mit 2:0, ehe Europa zurückschlug. Am Nachmittag sah es zwischenzeitlich wiederum danach aus, als könnte das Team von Kapitänin Anna Nordqvist davonziehen. Doch die Amerikanerinnen kämpften sich zurück.

Erst der letzte Putt des Tages von Carlota Ciganda (Foto: LET) sorgte für endgültige Gewissheit.

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Korda und Corpuz schreiben Geschichte

Das erste Ausrufezeichen setzte am Freitagmorgen das amerikanische Top-Duo Nelly Korda und Allisen Corpuz.

Europa hatte Charley Hull und Solheim-Cup-Debütantin Lottie Woad gegen die beiden Amerikanerinnen aufgeboten. Hull und Woad gewannen zwar das erste Loch, anschließend übernahmen Korda und Corpuz jedoch zunehmend die Kontrolle.

Solheim Cup 2026: Nelly Korda (l.) und Allisen Corpus während der Foursomes am Freitag Vormittag (Foto: LET)
Solheim Cup 2026: Nelly Korda (l.) und Allisen Corpus während der Foursomes am Freitag Vormittag (Foto: LET)

Vor allem in der Mitte der Runde setzte sich das US-Duo entscheidend ab. Am Ende stand ein deutlicher 4&3-Erfolg.

Damit bauten Korda und Corpuz ihre außergewöhnliche gemeinsame Foursome-Bilanz weiter aus. Seit ihrer ersten gemeinsamen Solheim-Cup-Partie haben die beiden Amerikanerinnen fünf klassische Vierer gespielt – und alle fünf gewonnen.

USA ziehen auf 2:0 davon

Auch im zweiten Foursome lief zunächst wenig für Europa zusammen. Céline Boutier und Nanna Koerstz Madsen trafen auf Alison Lee und Lauren Coughlin.

Die Partie blieb in der ersten Hälfte offen, doch Lee und Coughlin übernahmen zunehmend die Kontrolle. Auf der 16 fiel schließlich die Entscheidung. Koerstz Madsen vergab die letzte Möglichkeit, das Match zu verlängern.

Mit 3&2 ging auch der zweite Punkt an die USA.

Für Europa entstand damit früh eine unangenehme Situation. Nach zwei Matches führte der Titelverteidiger 2:0 – und ein deutlicher amerikanischer Vorsprung nach der ersten Session schien möglich.

Doch die Antwort folgte.

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Henseleit und Maguire drehen das Momentum

Aus deutscher Sicht gehörte das dritte Match zu den wichtigsten Begegnungen des Tages. Esther Henseleit trat bei ihrem zweiten Solheim Cup gemeinsam mit Leona Maguire an. Die Gegnerinnen waren Andrea Lee und US-Debütantin Lindy Duncan.

Solheim Cup 2026: Esther Henseleit, Leona Maguire während der Foursomes am Freitag Vormittag (Foto: LET)
Solheim Cup 2026: Esther Henseleit, Leona Maguire während der Foursomes am Freitag Vormittag (Foto: LET)

Die europäische Paarung erwischte einen ausgezeichneten Start. Henseleit brachte Maguire auf den ersten beiden Löchern mit präzisen Annäherungen in hervorragende Positionen. Die Irin verwandelte beide Birdie-Chancen – nach zwei Bahnen lag Europa bereits 2 up.

Lee und Duncan hielten dagegen und verkürzten den Rückstand im weiteren Verlauf. Das Match blieb bis in die Schlussphase offen.

Gerade dort bewiesen Henseleit und Maguire jedoch ihre Stärke. Die Deutsche agierte über weite Strecken kontrolliert und ergänzte sich mit der erfahrenen Irin ausgezeichnet. Europa nahm schließlich eine Führung mit auf das letzte Loch und brachte diese sicher ins Clubhaus.

Der 2-up-Sieg war mehr als nur der erste europäische Punkt des Solheim Cup 2026. Er stoppte auch den frühen Lauf der Amerikanerinnen.

Für Henseleit bedeutete der Erfolg zugleich einen optimalen persönlichen Start in ihre zweite Solheim-Cup-Teilnahme.

Schwedinnen sorgen für den Ausgleich

Im letzten Match des Vormittags vertraute Nordqvist auf eine eingespielte schwedische Kombination. Maja Stark und Linn Grant trafen auf Rose Zhang und Jennifer Kupcho.

Die beiden Europäerinnen übernahmen im Verlauf der Runde zunehmend die Kontrolle und ließen den Amerikanerinnen auf der zweiten Hälfte nur wenige Möglichkeiten.

Mit 3&2 holten Stark und Grant den zweiten europäischen Punkt.

Aus dem zwischenzeitlichen 0:2 war damit ein 2:2 geworden. Erst zum dritten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs endete die erste Session eines Solheim Cups mit einer Punkteteilung.

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Nordqvist geht ins Risiko

Für die Fourballs am Nachmittag traf Europas Kapitänin anschließend eine interessante Entscheidung.

Während die beiden erfolgreichen Paarungen Henseleit/Maguire und Stark/Grant pausierten, schickte Nordqvist ausgerechnet jene beiden Duos erneut auf den Platz, die ihre Foursomes verloren hatten.

Hull und Woad bekamen gegen Yealimi Noh und Angel Yin sofort die Möglichkeit zur Revanche. Boutier und Koerstz Madsen mussten gegen Megan Khang und Alison Lee antreten.

Die anderen beiden europäischen Fourballs bestanden ausschließlich aus Spielerinnen, die am Vormittag pausiert hatten. Die Debütantinnen Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud spielten gegen Allisen Corpuz und Auston Kim. Carlota Ciganda führte die spanische Rookie Julia López Ramírez gegen Nelly Korda und Lauren Coughlin.

Damit kamen bereits am ersten Tag alle zwölf Spielerinnen beider Mannschaften zum Einsatz.

Charley Hull und Lottie Woad vergeben klare Führung

Zunächst schien Nordqvists Entscheidung aufzugehen. Charley Hull und Lottie Woad reagierten auf ihre Niederlage am Morgen mit offensivem Golf. Das englische Duo erspielte sich zweimal einen Vorsprung von drei Löchern. Noch nach elf Bahnen lagen Hull und Woad 3 up.

Solheim Cup 2026: Lottie Woad (l.) und Charley Hull während der Foursomes am Freitag Vormittag (Foto: LET)
Solheim Cup 2026: Lottie Woad (l.) und Charley Hull während der Foursomes am Freitag Vormittag (Foto: LET)

Doch die Amerikanerinnen gaben das Match nicht verloren.

Vor allem Yealimi Noh wurde auf der zweiten Hälfte immer stärker. Gemeinsam mit Angel Yin verkürzte sie den Rückstand und sorgte dafür, dass die Europäerinnen zunehmend unter Druck gerieten.

Auf der 17 folgte die entscheidende Szene. Noh lag nach ihrem Abschlag im Fairwaybunker, Yin hatte noch größere Probleme rechts der Spielbahn. Dennoch schlug Noh ihre Annäherung auf rund zwei Meter an die Fahne und verwandelte anschließend zum Birdie.

Das Match war plötzlich all square.

Auf der 18 hatten beide Seiten noch die Chance auf den Sieg. Woad verfehlte ihren Birdie-Putt aus rund sechs Metern, anschließend blieb auch Nohs Versuch aus etwa dreieinhalb Metern erfolglos.

Geteiltes Match – ein halber Punkt für beide Mannschaften.

Für Europa fühlte sich das angesichts der deutlichen Führung über weite Teile der Runde allerdings eher wie ein verlorener halber Punkt an.

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Boutier und Koerstz Madsen ohne Chance

Im zweiten Fourball begann Europa ebenfalls gut. Boutier und Koerstz Madsen gewannen zwei der ersten drei Löcher und lagen nach fünf Bahnen 2 up.

Danach änderte sich die Partie vollständig.

Auf der 6 landeten die Bälle beider Europäerinnen im Wasser. Megan Khang und Alison Lee nutzten die Gelegenheit und übernahmen zunehmend die Kontrolle.

Lee setzte auf dem Par 5 der 10 mit einem Eagle ein weiteres Ausrufezeichen. Danach gab es für Boutier und Koerstz Madsen kaum noch ein Zurück.

Khang und Lee entschieden das Match bereits auf der 15 mit 5&3.

Damit endete der Freitag für Boutier und Koerstz Madsen besonders enttäuschend. Beide hatten am Vormittag gemeinsam ihr Foursome verloren und blieben auch im Fourball ohne Punkt.

Solheim Cup 2026: Europas Rookies liefern am Freitag

Ganz anders verlief der Nachmittag für Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud.

Beide bestritten gegen Allisen Corpuz und Auston Kim ihr erstes Match überhaupt im Solheim Cup. Von Nervosität war dabei wenig zu erkennen.

Nach sechs Löchern lag Europa noch eins zurück. Dann übernahm Rhodes. Mit einem Birdie auf der 7 stellte sie das Match wieder auf Gleichstand. Auf der 10 brachte ein weiteres Birdie die Europäerinnen erstmals in Führung.

Rhodes und Nadaud spielten ihre Runde anschließend bemerkenswert abgeklärt weiter. Gerade angesichts der Atmosphäre und der Bedeutung ihres ersten Auftritts wirkte das europäische Rookie-Duo erstaunlich souverän.

Auf der 17 war die Entscheidung gefallen.

2&1 für Rhodes und Nadaud.

Damit feierten beide gleich bei ihrem Solheim-Cup-Debüt einen Sieg und lieferten Europa einen der wichtigsten Punkte des Nachmittags.

Showdown gegen die Nummer eins

Das letzte Match entwickelte sich anschließend zur großen Geschichte des Tages. Carlota Ciganda und Julia López Ramírez trafen auf Nelly Korda und Lauren Coughlin. Auf dem Papier sprach einiges für die Amerikanerinnen. Korda hatte am Vormittag bereits gewonnen, Coughlin ebenfalls.

Solheim Cup 2026: Lauren Coughlin am 1. Abschlag während der Fourballs am Freitag Nachmittag (Foto: LET)
Solheim Cup 2026: Lauren Coughlin am 1. Abschlag während der Fourballs am Freitag Nachmittag (Foto: LET)

Doch die beiden Spanierinnen ließen sich nicht abschütteln.

Vor allem Ciganda zeigte einmal mehr, weshalb sie zu den herausragenden europäischen Matchplay-Spielerinnen der vergangenen Solheim Cups gehört. Bereits 2023 hatte sie in Spanien eine zentrale Rolle beim europäischen 14:14 gespielt – damals ausgerechnet mit einem entscheidenden Singles-Sieg gegen Korda.

Auch in Bernardus entwickelte sich ein intensives Duell.

Ciganda brachte Europa mit Birdies wiederholt in eine gute Position, López Ramírez hielt bei ihrem Solheim-Cup-Debüt dem Druck stand. Dennoch schafften es die Amerikanerinnen, das Match bis auf die letzte Bahn völlig offen zu halten.

Und dort wurde es dramatisch.

Ciganda rettet Europa auf der 18

Cigandas Abschlag auf dem schwierigen Par 4 der 18 ging weit nach rechts. Auch ihr zweiter Schlag verfehlte das Grün deutlich auf derselben Seite.

Korda und Coughlin hatten plötzlich die große Chance, den letzten Punkt des Tages zu gewinnen und die USA mit einer 4,5:3,5-Führung in den Samstag zu schicken.

Doch beide Amerikanerinnen ließen ihre Birdie-Putts liegen.

Damit öffnete sich noch einmal die Tür für Ciganda.

Die Spanierin hatte aus rund vier Metern einen Putt zum Par – und zum geteilten Match.

Ciganda lochte.

Unter dem Jubel der europäischen Zuschauer verschwand der Ball im Loch. Die Spanierin ballte die Faust, ihre Teamkolleginnen feierten am Grün.

Ein halber Punkt, der sich für Europa in diesem Moment beinahe wie ein ganzer anfühlte.

4:4. Der gesamte erste Tag war mit dem letzten Schlag wieder ausgeglichen.

Henseleit am Freitag beim Solheim Cup 2026 mit makelloser Bilanz

Aus deutscher Sicht fällt die Bilanz nach dem Auftakt entsprechend positiv aus.

Henseleit wurde am Freitag lediglich im Foursome eingesetzt und gewann gemeinsam mit Maguire. Damit steht für die Deutsche nach Tag eins eine Bilanz von einem Sieg aus einem Match.

Nordqvist verzichtete darauf, die erfolgreiche Kombination am Nachmittag erneut einzusetzen. Stattdessen konnten sich beide Spielerinnen auf den Samstag vorbereiten.

Dass die Kapitänin weiterhin großes Vertrauen in das Duo besitzt, zeigt die Aufstellung für den zweiten Tag.

Henseleit und Maguire gehen am Samstagmorgen erneut gemeinsam ins Foursome.

Die Paarungen am Samstagmorgen

Und der zweite Tag beginnt gleich mit vier hochinteressanten klassischen Vierern. Im ersten Match kommt es zum Duell zweier am Freitag erfolgreicher Paarungen. Nelly Korda und Allisen Corpuz treffen auf Maja Stark und Linn Grant. Die Amerikanerinnen haben inzwischen alle fünf gemeinsamen Foursomes im Solheim Cup gewonnen.

Direkt danach folgt das Match mit deutscher Beteiligung. Esther Henseleit und Leona Maguire spielen gegen Jennifer Kupcho und Rose Zhang.

Im dritten Match bekommen die europäischen Debütantinnen Mimi Rhodes und Nastasia Nadaud nach ihrem Fourball-Sieg erneut das Vertrauen. Ihre Gegnerinnen sind Andrea Lee und Auston Kim.

Den Abschluss bilden Charley Hull und Lottie Woad gegen Alison Lee und Lauren Coughlin.

Los geht es erneut ab 7.40 Uhr.

Freitag-Foursomes

Europa 2:2 USA

  • Charley Hull/Lottie Woad – Nelly Korda/Allisen Corpuz: 4&3 USA
  • Céline Boutier/Nanna Koerstz Madsen – Alison Lee/Lauren Coughlin: 3&2 USA
  • Esther Henseleit/Leona Maguire – Andrea Lee/Lindy Duncan: 2 up Europa
  • Maja Stark/Linn Grant – Rose Zhang/Jennifer Kupcho: 3&2 Europa

Freitag-Fourballs

Europa 2:2 USA

  • Charley Hull/Lottie Woad – Yealimi Noh/Angel Yin: geteilt
  • Céline Boutier/Nanna Koerstz Madsen – Megan Khang/Alison Lee: 5&3 USA
  • Mimi Rhodes/Nastasia Nadaud – Allisen Corpuz/Auston Kim: 2&1 Europa
  • Carlota Ciganda/Julia López Ramírez – Nelly Korda/Lauren Coughlin: geteilt

Zwischenstand: Europa 4:4 USA

Nach acht von insgesamt 28 Matches am Freitag des Solheim Cup 2026 könnte die Ausgangslage kaum ausgeglichener sein.

Für Europa bleibt allerdings ein kleiner Beigeschmack. Hull und Woad hatten im Fourball eine 3-up-Führung und mussten sich letztlich mit einem halben Punkt zufriedengeben. Boutier und Koerstz Madsen blieben bei zwei Einsätzen ohne Zähler.

Auf der anderen Seite stehen zwei starke europäische Rookie-Auftritte, eine erfolgreiche Kombination aus Henseleit und Maguire und einmal mehr Carlota Ciganda.

Die USA wiederum können sich weiterhin auf ihr Spitzenduo Korda/Corpuz verlassen und zeigten am Nachmittag, dass sie auch aus scheinbar verlorenen Situationen noch Punkte holen können.

Damit beginnt der Solheim Cup am Samstag praktisch wieder bei null. Noch sind 20 Punkte zu vergeben. Europa benötigt davon 10,5, um den Cup zurückzuerobern. Den USA reichen zehn weitere Punkte zur erfolgreichen Titelverteidigung …

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