29.03.2020

So spiele ich

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Ein Blick auf die Stärken und Schwächen im Spiel der deutschen Senkrechtstarterin Esther Henseleit.


Golfclub am Meer, Bad Zwischenahn bei Oldenburg, irgendwann kurz nach der Jahrtausendwende. Esther Henseleit lernt als Kind den Golfsport lieben, das Talent wird schnell offensichtlich. Mit 13 Jahren wird der Hamburger Golf-Club Falkenstein ihre golferische Heimat. Es folgt eine Amateurkarriere, die mit einer eindrucksvollen Bestleistung endet: Handicap +7,1 – noch nie zuvor hat jemand in Europa eine so tiefe Vorgabe erreicht. 

Seit 2014 war sie bei der deutschen Nationalmannschaft dabei, errang 2016 die Bronzemedaille bei der internationalen Amateurmeisterschaft der Damen und 2017 folgte das nächste Highlight: die Teilnahme am Ping Junior Solheim Cup. 2019 dann der Sprung ins Profilager. Es gab keinen Grund zu bezweifeln, dass die damalige Nummer zehn der Amateur-Weltrangliste mit europaweitem Rekord-Handicap nicht auch auf der Tour für Furore sorgen würde. 

Durchbruch auf der Ladies European Tour

Durch ihren ersten Profi-Sieg bei der Magical Kenya Open, dem Finalturnier der Ladies European Tour-Saison, gewann Henseleit zum Ende einer unglaublichen Rookie-Saison (acht Mal unter den besten Zehn bei den ersten elf Turnieren) auch noch die Gesamtwertung (Order of Merit). Dieses Kunststück – bester Rookie und zugleich Order of Merit-Siegerin – gelang vor ihr erst zwei Spielerinnen: der Grand Dame Laura Davies (1985) sowie Carlota Ciganda (2012). Sollte der Deutschen auch nur eine ähnliche Karriere bevorstehen, kann sich Golf- Deutschland auf einiges gefasst machen. 

Was kommt als Nächstes? Ein Blick hinter die Kulissen einer gelassenen und zielstrebigen Golferin, die das Potenzial hat, die ganz große Bühne zu stürmen.

Rookie on fire: Esther Henseleit

Esther Henseleit: So spiele ich

Das lange Spiel

“Mein langes Spiel schätze ich als eine große Stärke ein. Ich schlage den Ball länger und meistens auch präziser als viele meiner Kolleginnen. Ich bin nicht wirklich ein sehr technischer Spieler und versuche, es einfach zu halten. Ich arbeite vor allem an meinem Rhythmus. Für mich ist es enorm wichtig, dass ich nicht zu kurz werde beim Ausholen, meine Schultern voll drehe und viel Radius erzeuge. Der Rest kommt von alleine.” 

Das kurze Spiel

“Mit meinem kurzen Spiel bin ich sehr zufrieden – besonders die gefühlvollen kurzen Lobs ums Grün und mein Bunkerspiel schätze ich als überdurchschnittlich gut ein. Der Schlüssel dazu ist viel diszipliniertes Training. Ich übe schwierige Lagen auf diversen Untergründen und versuche dabei immer, mich maximal zu fordern und ans Limit zu gehen. Dann wird es auf dem Platz umso leichter. 

Beim Putten habe ich sicherlich noch Luft nach oben, deshalb arbeite ich mit meinem Trainer Christian Lanfermann sehr intensiv in diesem Bereich. Es ist ein Prozess, manchmal gibt es Lichtblicke, aber oft auch noch Tiefphasen.”
Bunkerschlag von Esther Henseleit

Mental

“Im mentalen Bereich habe ich während meiner Zeit im Nationalkader immer mal wieder Betreuung gehabt. Ich habe aber nicht das Gefühl, viel daran arbeiten zu müssen, obwohl mich das Thema sehr interessiert. Ich bin grundsätzlich ein sehr entspannter Typ auf dem Golfplatz und nicht übernervös auf der Runde. Bei meinem Sieg in Kenia habe ich gemerkt, dass ich auch mit der größeren Anspannung im Kampf um Titel ganz gut umgehen kann. Ich mag es, nervös zu sein, weil es mir zeigt, dass mir die Situation etwas bedeutet. Diese Momente muss man genießen und darf sich nicht verrückt machen lassen.”

“Ich mag es, nervös zu sein, weil es mir zeigt, dass mir die Situation etwas bedeutet.”
Esther Henseleit

Fitness und Ernährung

“Meine Fitness ist eine wichtige Voraussetzung für mein Golfspiel. Es hilft dabei, konzentriert zu bleiben und auch gegen Ende der Runde noch konstant gut zu schwingen. Da gehören Kraftausdauer und Beweglichkeit dazu. Natürlich ist eine gesunde Ernährung für einen Leistungssportler unabdingbar. Ich ernähre mich nicht nach einem strikten Schema, koche gerne und mir schmeckt gesundes Essen sehr gut.” 

In the Bag 

Esther setzt seit Jahren hauptsächlich auf Schläger aus dem Hause PING. Neben Driver und Holz 3 nutzt die Jahresbeste der Ladies European Tour zwei Hybrid-Schläger und verzichtet auf die ganz langen Eisen. Der Satz geht von Eisen 5 bis zum Pitching Wedge. Drei Wedges (50, 54 und 58 Grad) sowie ein Ping Sigma-Putter komplettieren den Tascheninhalt der 21-Jährigen. 
  • Driver: PING G400 Max
  • Holz 3: TaylorMade M5 Titanium 
  • Hybrid 3, 4: PING G410 
  • Eisen 5-6: PING i210 
  • Eisen 7-PW: PING iBlade
  • 58, 54, 50 Grad Wedges: PING Glide 3.0 
  • Putter: PING Sigma 2 Valor (Stealth)

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