18.06.2023 | 18:21

Napoleaova gewinnt Amundi German Masters – Hausmann Dritte

Gewann das Amundi German Masters 2023: Kristyna Napoleaova (Foto: Tristan Jones/LET)
Robin Dittrich
Robin Dittrich

Das Amundi German Masters 2023 wurde erst in einem Playoff entschieden. Dort setzte sich die Tschechin Kristyna Napoleaova gegen Cara Gainer durch.


Furioses Finale beim Amundi German Masters powered by VcG: Die Schlussrunde der Austragung 2023 am Sonntag präsentierte sich sowohl sportlich als auch wettertechnisch als krönender Abschluss einer rundum gelungenen Woche im Golf- und Country Club Seddiner See. Bei traumhaften Bedingungen und strahlendem Sonnenschein wurde den vielen Zuschauern auf der Anlage noch einmal hochklassiger Golfsport geboten.

Insbesondere der Titelkampf beim einzigen Turnier der Ladies European Tour auf deutschem Boden fesselte das golfinteressierte Publikum, das einen engen Dreikampf um den mit 45.000 Euro dotierten Sieg verfolgte. Für die Zuschauer ideal: Die drei Titelanwärterinnen spielten gemeinsam in der letzten Gruppe, die aus der Engländerin Cara Gainer, Diksha Dagar aus Indien und der Tschechin Kristyna Napoleaova bestand.

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Ein gelochter Putt zum Eagle auf der 13, mit dem sich Napoleaova an die Spitze setzen konnte, hatte den dramatischen Schlussspurt eingeleitet.

Auf der 18 hatte die 27-Jährige dann mit einem Par-Putt die Chance zur Entscheidung und zum Sieg. Als dieser knapp am Loch vorbeirollte, stand fest: Die ehemalige tschechische Profifußballerin aus Prag und Gainer, die als Jugendliche noch eine Karriere als Tennisspielerin angestrebt hatte, landeten beide bei einem Endergebnis von -14 und mussten das Titelrennen im Playoff fortsetzen.

Dagar wurde geteilte Dritte (-11). Fest stand zu diesem Zeitpunkt aber auch: An diesem Tag wird definitiv eine Spielerin ihre Siegpremiere auf der Ladies European Tour feiern. Und die Zuschauer um das 18. Grün bekamen eine Zugabe auf allerhöchstem Niveau geboten.

+++ Zum Thema: Amundi German Masters – Duo setzt sich ab +++

Drama auf der 18

So sollte Napoleaova zum zweiten Mal innerhalb weniger Minuten den Titel auf ihrem Putter haben – aus ähnlicher Position und Distanz wie auf dem letzten regulären Loch kurz zuvor.

Doch dieses Mal sollte der Putt ins Loch und der Druck von den Schultern Napoleaovas fallen.

„Ich kann es noch nicht glauben, dass ich vor sieben Jahren noch nie einen Golfschläger in den Händen gehalten habe und jetzt Siegerin auf der Ladies European Tour bin“, so die Späteinsteigerin, die ihre Fußballkarriere aufgrund einer Verletzung frühzeitig beenden musste.

Cara Gainer
Cara Gainer

Beim dramatischen Finale des Amundi German Masters powered by VcG war es insbesondere ihr Putter, dem sie den Debüt-Erfolg zu verdanken hatte: „Ich hatte die gesamte Woche über Probleme vom Tee und mit den Eisen. Aber mein Putter war einfach unglaublich.“

Bei der anschließenden Siegerehrung bedankte sich die Siegerin nicht nur bei den Sponsoren, Greenkeepern, Volunteers sowie dem Turnierveranstalter U.COM, sondern schwärmte auch vom Umgang, den sie und ihre Kolleginnen in dieser Woche beim Amundi German Masters powered by VcG erfuhren. „Wir wurden behandelt wie Prinzessinnen. Es war großartig.“

Kristyna Napoleaova
Kristyna Napoleaova

Sophie Hausmann mit der besten Runde des Tages

Nicht nur Napoleaova kam strahlend von ihrer Finalrunde der zweiten Ausgabe des Amundi German Masters. Auch Sophie Hausmann hätte sich ein schöneres Ende kaum erträumen können.

Als geteilte 19. ins Finale gestartet, spielte sich die 26-Jährige mit ihrer Mutter an der Tasche förmlich in einen Rausch und notierte sensationelle acht Birdies – mit dem krönenden Abschluss auf der 18, als die gebürtige Münsterländerin ihren letzten Putt aus gut sechs Metern einlochte und unter großem Jubel ihre Mama umarmte.

„Es war ein guter Tag und wenn es läuft, macht es natürlich Spaß“, sagte Hausmann nach der geteilt besten Runde des Turniers (64, -8).

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„Gerade mit den Leuten hier draußen und der Mami am Bag war es eine tolle Woche. Ich kann viele positive Dinge mitnehmen und es hat tierisch Spaß gemacht, mal wieder in Deutschland zu spielen.“

Sophie Hausmann
Sophie Hausmann

Nachdem die Deutschen bereits im vergangenen Jahr mit Top-Ergebnisse begeistert hatten, avancierte dieses Mal Hausmann zur besten Deutschen und beendete das Heimspiel auf dem geteilten dritten Platz bei -11.

„Ich denke, wir haben den Zuschauern und Sponsoren gezeigt, wie gut wir spielen können. Diese furiose Finalleistung war ein weiterer Beweis dafür, wie viel Qualität im deutschen Damenprofigolf steckt“, erklärte Hausmann.

Ihre hohe Qualität zeigte auch die 17-jährige Chiara Noja an den vier Tagen im Golf- und Country Club Seddiner See.

Bei ihrem ersten Profi-Heimevent kam die LET-Siegerin nach einer 71 (-1) am Finaltag als geteilte Zwölfte (-6) ins Ziel und war damit die zweite Deutsche unter den Top 20.

Die Stimmen des Tages

Kristyna Napoleaova (-14, 1.): „Es war definitiv dramatisch. Aber nicht nur auf dem letzten Loch, sondern den ganzen Tag. Ich bin sehr stolz darauf, wie ich gekämpft habe, und ich hätte das ohne mein Team und meinen großartigen Caddie nicht schaffen können. Es war eine großartige Woche und hoffentlich können wir auf dem Heimweg etwas feiern.“

Sophie Hausmann (-11, T3): „Es war ein guter Tag und wenn es läuft, macht es natürlich Spaß. Gerade mit den Leuten hier draußen und der Mami am Bag war es eine tolle Woche.

Ich kann viele positive Dinge mitnehmen und es hat tierisch Spaß gemacht, mal wieder in Deutschland zu spielen – für mich das erste Mal auf Profiniveau. Ich bin zufrieden. Ein Profiturnier in Deutschland zu haben, gerade bei den Frauen, ist echt gut. Wir sehen, wie viele Deutsche wir inzwischen sind und wie viele Fans auch rauskommen.

Ich denke, wir haben den Zuschauern und Sponsoren zeigen können, wie gut wir spielen können.“

Helen Tamy Kreuzer (Par, T35: „Ich bin sehr zufrieden mit der letzten Runde. Die letzten beide Tage habe ich schon solide gespielt, aber viel auf den Grüns liegen lassen. Heute habe ich direkt auf der 2 einen langen Birdie-Putt gelocht und das Momentum mitgenommen.

Es ist immer schön, wenn man zuhause spielt und Freunde und Familie da sind. Insgesamt bin ich mit dem Ausgang zufrieden und jetzt hoffe ich, dass ich darauf aufbauen kann.“

Dirk Glittenberg, Turnierdirektor und Geschäftsführer U.COM Event: „Wir haben in diesen Tagen erstklassigen Golfsport und mit Kristyna eine großartige und verdiente Siegerin bei toller Stimmung mit knapp 5.000 Zuschauern auf der Anlage gesehen.

Besonders freut mich, dass auch wieder unsere deutschen Spielerinnen vorne mitspielen konnten. Die grandiose Aufholjagd in der Finalrunde von Sophie Hausmann und ihr geteilter dritter Platz haben das eindrucksvoll unterstrichen.

Danken möchte ich allen Partnern, die hierzulande mit uns Frauengolf auf höchstem Niveau möglich machen, allen voran natürlich unser Titelsponsor Amundi und die VcG als Presenting-Partner.“

Hier geht es zum finalen Leaderboard

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