01.06.2023 | 18:43

Porsche European Open: Kieffer mit Auftakt-Führung

Maximilian Kieffer
Robin Dittrich
Robin Dittrich

Nach der ersten Runde der 40. Porsche European Open führt Max Kieffer mit vier unter Par. Gleichauf liegt der Schwede Simon Forsström. Gleich vier Deutsche finden sich in den Top 10 wieder.


Als am Nachmittag die Sonne den Porsche Nord Course in warmes Licht tauchte, setzte sich unter den Fans auf der Anlage der Green Eagle Golf Courses bei Hamburg die Gewissheit durch: Bei diesen Porsche European Open 2023 ist die Chance auf den ersten deutschen Heimsieg seit 15 Jahren auf der DP World Tour tatsächlich so groß wie noch nie.

Es wäre der erste deutsche Titel, seit das Traditionsturnier, das in diesem Jahr seine 40. Austragung feiert, 2015 nach Deutschland kam.

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Der Weg bis zum letzten Putt am späten Sonntagnachmittag ist noch weit. Doch nach einer von vier Runden gestaltet sich das Leaderboard bereits so, wie es sich die heimischen Fans gewünscht hatten: Ein Deutscher an der Spitze, drei Deutsche unter den besten Zehn, ein Hole-in-One eines deutschen Nachwuchsprofis und weitere beeindruckende Ergebnisse im internationalen Spitzenfeld des ersten Weltklasse-Events der Saison in Deutschland.

Kieffer: „Ich freue mich schon sehr auf morgen“

Der Mann des Tages für die deutschen Fans war Max Kieffer, der sich gemeinsam mit dem Schweden Simon Forsström dank einer spektakulären ersten Runde von 69 Schlägen an die Spitze des Leaderboards setzen konnte.

Der 32-Jährige, der im vergangenen Jahr mit seinem Sieg beim D+D Czech Masters die sieglose Zeit von acht Jahren ohne deutschen Sieg auf der DP World Tour beendet hatte, war auf der 10 gestartet – und wie.

„Da waren einige Highlights dabei, lange Putts, einmal eingechippt. Das hat mich natürlich beflügelt.“ Schnell ging es mit drei unter Par an die Spitze. „Eigentlich hätte ich auf den zweiten Neun mit Rückenwind und sehr guten Schlägen noch mehr mitnehmen können. Aber dann sind die Putts nicht gefallen.“ So bleibt Luft nach oben – wenn auch nicht allzu viel. „Es war ein großartiger Tag. Das war sehr cool heute, hat sehr viel Spaß gemacht, ein super Support von den Zuschauern. Ich freue mich schon sehr auf morgen.“

Dann wird es früh losgehen – wieder bei voraussichtlich niedrigeren Temperaturen. „Jetzt geht es darum, gut ins Bett zu kommen und morgen früh um 5 aufzustehen. Meistens ist es morgens leichter zu spielen, auch wenn es kalt sein wird. Gut ist, dass wir aus Deutschland kommen und einen langen Winter hatten“, lachte Kieffer – wie so oft an diesem Tag.

Marcel Siem: „Ich liebe das Turnier“

Auch Marcel Siem, der bei zwei unter Par auf dem geteilten siebten Rang liegt, zeigte sich zufrieden, auch wenn er nach einem Ergebnis von drei unter Par nach neun Löchern noch eine bessere Runde im Blick hatte: „Hätten Sie mir vor der Runde ein zwei unter gegeben, ich hätte es genommen.“

Der 42-Jährige weiß, er ist noch voll im Rennen – und das bei bester Laune. „Es ist ein sehr wichtiges Turnier für mich, ich spiele gut im Moment. Es ist mega schön hier. Ich habe noch nie ein Turnier gehabt, bei dem es so familiär ist. Sponsoren, Freunde – alle sind da. Ich liebe das Turnier. Es wird immer besser.“

Marcel Siem
Marcel Siem

Neben Siem findet sich dessen Kumpel Freddy Schott, der sich nach zuletzt nicht ganz zufriedenstellenden Wochen eindrucksvoll zurückmeldete.

„Die Stimmung war super, schön viele Leute, das macht richtig Bock“, so der 22-Jährige, der sich zwischenzeitlich mit vier Birdies in Folge alleine an die Spitze gesetzt, dann aber mit einem Triple-Bogey am Par 3 der 8, seiner 17. Bahn, wieder von ganz vorne verabschiedet hatte – vielleicht nur für den Moment.

Hole-in-One-Schütze Jannik de Bruyn: „Das war mega“

Für einen weiteren Höhepunkt, nicht nur aus deutscher Sicht, sorgte Nachwuchsgolfer Jannik de Bruyn, der mit einem Ass an der zweiten Bahn für großen Jubel sorgte. Mit einem Eisen 7 lochte er seinen Abschlag am 174 Meter langen Par 3.

„Das war mega. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so happy war auf dem Platz“, so der 23-Jährige, der sich am späten Abend ebenfalls auf dem siebten Rang positionierte. „Ich habe gar nicht damit gerechnet. Es war ein guter Schlag, aber eigentlich wollte ich das Tee schon aufheben, habe aber in der letzten Sekunde noch gemerkt, dass er rein gegangen ist.“

Jannik De Bruyn
Jannik De Bruyn

Dass nicht nur deutsche Fans und deutsche Golfer auf dem Porsche Nord Course für gute Stimmung sorgten, erlebte der Däne Marcus Helligkilde bei seiner starken 70er Runde, die ihn auf den geteilten dritten Rang neben Joost Luiten (Niederlande), Kristian Krogh Johannessen (Norwegen) und Jordan Smith (England), den Porsche European Open Sieger von 2017, führte.

„Es ist etwas Besonderes hier. Ich wohne beim Vater meines Caddies, der in der Nähe von Hamburg lebt. Es fühlt sich also ein bisschen wie ein Heimturnier an. Ich sehe auch viele dänische Menschen mit Flaggen hier draußen, die uns anfeuern. Alles fühlt sich ein wenig wie zuhause an. Es ist ein brillanter Golfplatz, ein sehr guter Test.“

Porsche European Open: Stimmen der ersten Runde

Max Kieffer, T1 (69, -4)
Am Ende habe ich nicht so gut geputtet, da hätte der Speed besser passen können. Ich hoffe, dass ich wieder den Speed der ersten Neun finde und das gute Eisenspiel behalte. Aber hier kannst du immer schnell in Probleme geraten.

Deswegen gilt, bei jedem Schlag voll fokussiert zu sein. Zwischen zwei, drei unter und drei, vier über – das sind hier oft nur Kleinigkeiten, wie das im Profisport eben so ist.

Jetzt geht es darum, gut ins Bett zu kommen und morgen früh um 5 aufzustehen. Meistens ist es morgens leichter zu spielen, auch wenn es kalt sein wird. Gut ist, dass wir aus Deutschland kommen und einen langen Winter hatten.

Simon Forsström, T1 (69, -4)

Ich bin sehr zufrieden. Gerade, weil es heute sehr schwierig mit dem Wind war. Gerade 6 und 10 spielen wir genau gegen den Wind, das macht sie noch länger, super lang. Ich habe versucht, es einfach zu halten und nicht jede Fahne anzugreifen. Wenn der Wind hilft, sollte man auf Birdie spielen, wenn nicht, dann nicht zu aggressiv.

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Seit meinem Sieg (Soudal Open in Belgien im Mai, d. Red.) kann ich meinen Turnierkalender selbst planen, das macht es auch einfacher zu spielen. Jetzt versuche ich, es hier weiter ganz simpel anzugehen. Ich meine, das ist ein Monster da draußen. Man muss sich fern halten von Double-Bogeys.

Simon Forsström
Simon Forsström

Marcel Siem, T7 (71, -2)
Hätten Sie mir vor der Runde ein zwei unter gegeben, ich hätte es genommen. Ein bisschen ärgerlich sind jetzt die Bahnen 8 und 9, die etwas unglücklich waren. Aber wenn ich mir die Scores anschaue, bin ich sehr, sehr zufrieden.

Ich wünsche allen Deutschen das Beste. Es wäre sehr wichtig, wenn ein Deutscher dort oben steht. Es ist ein sehr wichtiges Turnier für mich, ich spiele gut im Moment. Ich muss nur vier Runden so spielen wie in Indien und dann kann ich mich freuen. Ich bleibe einfach ruhig und entspannt und warte auf meine Chancen in dieser Woche.

Es ist mega schön hier. Ich habe noch nie ein Turnier gehabt, bei dem es so familiär ist. Mein Management ist auch aus Hamburg. Den Green Eagle Club mit all seinen Greenkeepern kenne ich mittlerweile auch so gut. Mit Nick hat es auch viel Spaß gemacht. Ein bisschen schade, dass es bei ihm nicht so rund gelaufen ist. Sponsoren, Freunde – alle sind da. Ich liebe das Turnier. Es wird immer besser.

Ich werde jetzt noch ein bisschen mit meinem Caddie und Coach reden, aber eigentlich gibt es nicht viel, das ich machen muss. Mein Spiel war gut. Vielleicht schlag ich mich noch ein bisschen aus, gehe ins Gym und lasse mich massieren. Und dann wird mit Nick [Bachem, d. Red.] heftig Tischtennis gezockt im Hotel.“

Deutsche Spieler im Fokus bei der Porsche European Open

Freddy Schott, T7 (71, -2)
Die Stimmung war super, schön viele Leute, das macht richtig Bock. Wir werden gleich mit Marcel zusammen zu Abend essen. Aber ganz ruhig. Morgen geht es ja früh los. Prinzipiell bin ich ein Momentum-Spieler, aber wie man heute sieht, geht es von einer Birdie-Serie auch ganz schnell zur sechs an einem Par 3.

Hier wirst du eben für jeden kleinen Fehler bestraft. Ich liebe den Platz, ich bin hier irgendwie zuhause. Deshlab ist es genau das, was ich wertschätze. Aber natürlich ist es ein Härtetest. So wie ich heute gespielt habe, hat eigentlich super gepasst. Ich werde mir die gleichen Ziele setzen wie heute und morgen einen geilen Tag haben.

VIP Garden Lounge am 18. Fairway
VIP Garden Lounge am 18. Fairway

Jannik de Bruyn, T7 (71, -2)
Das war mega. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so happy war auf dem Platz“, so der 23-Jährige, der sich am späten Abend ebenfalls auf dem siebten Rang positionierte. „Ich habe gar nicht damit gerechnet. Es war ein guter Schlag, aber eigentlich wollte ich das Tee schon aufheben, habe aber in der letzten Sekunde noch gemerkt, dass er rein gegangen ist.

Aber dann habe ich gemerkt, dass es das falsche Loch war und ich keinen Porsche mitnehmen darf (lacht). Ich habe heute insgesamt sehr gut gespielt und am Ende dann auch stark geputtet. Und mit einer Runde unter Par bin ich hier sehr zufrieden.

Hurly Long, T20 (73, Par)
Es wäre mehr drin gewesen, aber es ist ein schwieriger Golfplatz. Da wird nichts geschenkt. Ich habe solide gespielt. Ich habe nicht gut gedrivet, was hier eigentlich sehr wichtig ist. Wenn man das bedenkt, war es sehr solide heute. Es kommt hier auf sehr vieles an. Deswegen ist es ein so guter Golfplatz. Man muss hier auch mental sehr gut sein.

Das Mentale unterscheidet die guten von den sehr guten Spielern. Die Mischung aus Entspannung und Konzentration ist entscheidend. Morgen früh bei frischeren Temperaturen wird es sich länger spielen.

Das Setup des Golfplatzes in diesem Jahr ist perfekt. Die deutschen Fans sind immer super. Turniere sind meiner Meinung nach mit die besten. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

Porsche European Open 2023: Vom 1. bis 4. Juni auf dem Porsche Nord Course der Green Eagle Golf Courses
Porsche European Open 2023: Vom 1. bis 4. Juni auf dem Porsche Nord Course der Green Eagle Golf Courses

Marc Hammer, T40 (74, +1)
Auf dem Platz braucht es nicht viel, um ins Wanken zu kommen. Aber das Spiel hat sich ganz gut angefühlt. Ich hatte sehr viel Positives dabei. Vom Abschlag hatte ich ein bisschen Probleme. Das kann hier, gerade auf den Par 5, schnell nach hinten losgehen. Da muss ich mich steigern. Mit dem Wind ist es aber relativ schwierig.

Wenn man richtig gut spielt und einen Lauf hat, dann kann man hier schon ein paar Birdies spielen. Ich muss aber erst einmal gucken, dass ich wieder fit werde, weil ich heute Morgen ein paar gesundheitliche Probleme hatte. Deswegen bin ich auch echt froh, dass ich überhaupt die 18 Löcher durchgehalten habe. Daher trainiere ich jetzt vielleicht noch ein bisschen, gehe aber dann ins Bett.

Max Rottluff, T53 (75, +2)
Es spielt sich schon anspruchsvoll. Heute Morgen war es sehr kalt. Daher kommen die Bogeys hier relativ schnell. Zufrieden bin ich natürlich nicht, aber ich habe ein paar gute Schüsse dabeigehabt. Morgen versuche ich, es einigermaßen über die Bühne zu bekommen, um dann zwei weitere Runden spielen zu können.

Ich verändere nichts an meiner Taktik. Mein Plan ist gut und ich versuche, den morgen so gut es geht umzusetzen. Das ist das Einzige, worauf ich mich fokussieren werde. Ich übernachte ungefähr 20 Meter von der Players Lounge entfernt und stehe mit meinem Camping-Van auf einem schattigen Platz auf dem Parkplatz.

Das ist die dritte Woche und ich habe das letztes Jahr schon einmal gemacht. Das läuft wunderbar und mir macht das riesigen Spaß.

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