20.11.2020 | 11:49

Nie befreiter als jetzt

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Sophia Popov führt auf der LPGA Tour in Florida. Die deutsche Major-Siegerin über die Hintergründe des enormen Leistungsschubs.


Kein verpasster Cut seit Juni, die Nummer 28 der Golfwelt, festes und mittelfristig gesichertes Mitglied der LPGA Tour und nicht zuletzt – eine Major-Gewinnerin. Nicht nur Sophia Popov muss sich wohl bisweilen kneifen, um zu begreifen, was in diesem speziellen Jahr alles passiert ist.

Die 28-Jährige hat sich von einer Pendlerin zwischen erster und zweiter Liga zu einer Weltklasse-Spielerin entwickelt. Die stabilen Leistungen der vergangenen Wochen lassen hoffen, dass die Deutsche nun dauerhaft in bedeutsame Rollen auf der großen Bühne schlüpft.

“Leben hat sich verändert…”

“Ich gehe schon immer wieder mal zurück zu dem Moment, als es passierte, und schaue mir die Bilder davon an. Es ist schon verrückt, wie sich in den letzten Wochen durch einen Turniersieg mein Leben verändert hat”, erklärt Popov im GOLF TIME-Interview.

“Ich habe natürlich auch die Trophäe zu Hause und die Bilder im Kopf von anderen Spielerinnen, die diese gehalten haben, da muss man sich hin und wieder schon noch kneifen.”

Der Kater nach dem Rausch von Royal Troon blieb bislang aus, zwar lieferte Popov keine weiteren Top-Platzierungen, spielte aber zumindest immer solide im Mittelfeld. In dieser Woche zeigt sie bislang allerdings eine deutlich mehr als solide Darbietung.

Sophia Popov führt auf der LPGA Tour in Florida

Nach einer 64 (-6) bei windigen Bedingungen in Runde eins der Pelican Women’s Championship führt sie das Feld an, und liefert im Interview nach der Runde auch die Erklärung für die starken Leistungen der jüngeren Vergangenheit.

“Ich glaube, ich spiele mit einem anderen Level an Selbstvertrauen”, bilanzierte Popov im Gespräch mit der LPGA Tour. “Die Schläge sind und waren immer da. Ich glaube, mental habe ich mich noch nie so befreit gefühlt wie jetzt. Ich weiß nicht, ob das vom Turniersieg herrührt oder davon, dass ich einfach mehr Spaß auf dem Platz habe. Mit einer sicheren Spielberechtigung für die nächsten paar Jahre schwingt es sich etwas freier. Ich kann ein bisschen aggressiver sein, und ich glaube, das habe ich einfach ausgenutzt.”

Wer weiß, was dieses Mindset in Zukunft noch alles für Pokale bringen kann. Golf-Deutschland kann gespannt sein, was die nächsten Kapitel dieser spannenden Erfolgsgeschichte sind.

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