09.12.2020 | 11:10

Auf den Ball treten

Golftimer
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Auf den Ball treten. Beim Suchen des Balles tritt ein Mitspieler versehentlich im Rough auf die begehrte Kugel. Was nun? Ein Blick ins Regelwerk.


Bei den Duty Free Irish Open im Galgorm Spa & Golf Resort, Ballymena, Northern Ireland, war es für die Spieler wichtig, auf der Spielbahn zu bleiben, denn das Rough war sehr fett und dicht.

Oscar Lengden verfehlte in der vierten Runde ein Grün und der Ball war im dicken Gras verschwunden. Sein Mitspieler trat beim Suchen versehentlich auf den Ball.  Dadurch wurde der Ball zwar gefunden, aber natürlich auch bewegt! Was war zu tun?

Auf den Ball treten – Regel 7.4

Nach Regel 7.4 muss der Ball zurückgelegt werden. Es ist straflos, wenn der Ball des Spielers versehentlich bewegt wird, während der Spieler, Gegner oder andere versuchen, ihn zu finden oder zu identifizieren. Geschieht dies, muss der Ball an seine ursprüngliche Stelle zurückgelegt werden (die, wenn nicht bekannt, geschätzt werden muss), siehe Regel 14.2.

Hierbei gilt:

Lag der Ball auf, unter oder an einem unbeweglichen Hemmnis, einem Bestandteil des Platzes, einer Ausmarkierung oder einem wachsenden oder befestigten natürlichen Gegenstand, muss der Ball an seine ursprüngliche Stelle auf, unter oder an einen solchen Gegenstand zurückgelegt werden (siehe Regel 14.2c).

War der Ball mit Sand bedeckt, muss die ursprüngliche Lage wiederhergestellt und der Ball in diese Lage zurückgelegt werden (siehe Regel 14.2d 1 ). Aber: Der Spieler darf einen kleinen Teil des Balls sichtbar lassen, wenn der Ball mit Sand bedeckt war.

Siehe auch Regel 15.1a (Einschränkung beim absichtlichen Entfernen bestimmter loser hinderlicher Naturstoffe vor dem Zurücklegen eines Balls).

Strafe für Verstoß gegen Regel 7.4: Grundstrafe.

Die Regel 14.2d führt das Zurücklegen noch etwas näher aus. Wohin der Ball zurückgelegt werden muss, wenn die ursprüngliche Lage verändert wurde.

Wurde die Lage eines aufgenommenen oder bewegten Balls, der zurückgelegt werden muss, verändert, muss der Spieler den Ball wie folgt zurücklegen:

1. Ball im Sand

Ruhte der Ball im Sand, gleich ob in einem Bunker oder anderswo auf dem Platz:

Beim Zurücklegen des Balls an seine ursprüngliche Stelle (die, wenn nicht bekannt, geschätzt werden muss), siehe Regel 14.2c, muss der Spieler die ursprüngliche Lage so weit wie möglich wiederherstellen.

Wenn der Ball mit Sand bedeckt war, ist es dem Spieler gestattet, einen kleinen Teil des Balls sichtbar zu lassen, wenn er die Lage des Balls wiederherstellt. Versäumt der Spieler es unter Verstoß gegen diese Regel, die ursprüngliche Lage wiederherzustellen, hat er vom falschen Ort gespielt.

+++ 17 Gewohnheiten für erstklassiges Golf +++

2. Ball nicht im Sand

Lag der Ball nicht im Sand, muss der Spieler den Ball zurücklegen, indem er ihn an die nächstmögliche Stelle in eine Lage zurücklegt, die der ursprünglichen bestmöglich entspricht:

Innerhalb einer Schlägerlänge von der ursprünglichen Stelle (die, wenn nicht bekannt, geschätzt werden muss), siehe Regel 14.2c.

Nicht näher zum Loch und …

… im gleichen Bereich des Platzes wie die ursprüngliche Stelle.

Wenn der Spieler weiß, dass die ursprüngliche Lage verändert wurde, ihm die ursprüngliche Lage jedoch unbekannt ist, muss er die ursprüngliche Lage schätzen und den Ball nach 1 oder 2 zurücklegen.

Ausnahme – Lage verändert, wenn der Ball während einer Spielunterbrechung aufgenommen wurde, siehe Regel 5.7d.

Oscar Lengden legte den Ball in die Tiefen des Roughs zurück und spielte ihn aufs Grün. Leider konnte er den Putt nicht lochen und spielte ein Bogey.

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Dr. Ulrike Gartz und Holger Gartz haben seit 1997 über 250 Turniere und Turnierserien im Profi- und Amateurbereich veranstaltet und organisiert. Als Spielleiter sind beide seit 2005 im Golfverband Niedersachsen- Bremen tätig. Dr. Ulrike Gartz hat die Prüfung zum R&A Referee 2011 mit Erfolg bestanden.

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