31.07.2022 | 10:41

Golfregeln – Don Jaly und der Ball im Wald

Golftimer
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Golfregeln – Don Jaly und der Ball im Wald. Wenn aus einer hoffnungslosen Balllage doch noch ein Par gespielt werden kann – wie im Falle Don Jaly.


Es lief echt gut an diesem sehr sonnigen Tag bis zum 15. Tee. Fünf Birdies, kein Bogey. Doch dann kam der 15. Abschlag.

Der Ball, etwas nach links verzogen, erwischte einen Ast und fiel nach links in den Wald. Don Jaly schlug einen provisorischen Ball. Gott sei Dank hatte ein Zuschauer gesehen, in welchem Bereich der Ball gelandet war.

Ein großes Glück für Don Jaly, da er den Ball nicht in diesem Bereich vermutet hätte. Nach ca. zwei Minuten hatte er seinen Ball gefunden und identifiziert (unter Beachtung der Regel 7.3a); er hatte ihn wie immer sehr ordentlich markiert.

Dies hilft sehr in diesen Situationen. Der Ball lag mitten in einem dicken Busch. Was war jetzt zu tun?

Wie ist nun die Regelentscheidung?

Option 1

Ball spielen wie er liegt. Dies war eigentlich nicht möglich und mit einem zu hohen Risiko versehen.

Option 2

Den Ball für unspielbar erklären (Regel 19). Don Jaly entschied sich dafür. Hier hat man nun drei Optionen (Regel 19.2):

  • Mit dem Ball zum Abschlag zurück, also an den Punkt des vorherigen Schlages;
  • Auf der Bezugslinie gerade zurück (vom Loch durch die ursprüngliche Lage des Balls), soweit man möchte, droppen;
  • Seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen, Bezugspunkt ist die ursprüngliche Lage des Balles.

Optionen für Don Jaly

Option 1 kam für Don Jaly nicht infrage, weil zum einen der Distanzverlust zu groß war und auch Option 2 ging nicht, weil der Ball tiefer im Wald verschwunden wäre ohne die Chance auf einen vernünftigen Schlag.

Also blieb nur Regel 19.2cinnerhalb von zwei Schlägerlängen zu droppen (Erleichterung mit Strafschlag). Nun begann er sorgfältig, den Bereich abzusuchen, in dem er den Ball fallen lassen wollte, um nicht eventuell auf einer Baumwurzel oder einem Fels zu liegen.

Dies kann der Spieler überall auf dem Platz tun, solange er seine Bedingungen nicht verbessert. Er kann auch mit einem Tee oder Ähnlichem sondieren (Interpretation 8.1a/7)

+++ Zum Thema: Golfregeln – provisorischer Ball +++

Don Jaly fragte den Chief Referee, ob er lose hinderliche Naturstoffe aus dem Bereich entfernen könne. Dies ist wiederum nach Regel 15.1 erlaubt, die besagt, dass wenn ein Ball fallengelassen oder gelegt wird, das Entfernen von losen hinderlichen Naturstoffen erlaubt ist (Interpretation 15.1a/3).

Aber er sollte darauf achten, dass beim einfachen Wegbürsten sich lose Erde bewegen könnte, die nicht unter die Definition „Lose hinderliche Naturstoffe“ fällt und damit nicht straffrei ist und nach Regel 8.1a die Grundstrafe (zwei Strafschläge im Zählspiel oder Lochverlust im Lochspiel) nach sich zieht.

Beim Entfernen loser hinderlicher Naturstoffe erlaubt Regel 8.1b einem Spieler, angemessene Maßnahmen zum Entfernen zu ergreifen.

Wenn’s läuft, dann läuft’s

Nachdem Don Jaly endlich zufrieden war, dass er nach den Regeln alles Mögliche getan hatte, um nach dem Drop nun die für ihn bestmögliche Lage zu haben, ließ er den Ball so geschickt fallen, dass dieser, innerhalb des Erleichterungsbereichs aufgekommene Ball, außerhalb des Bereichs zur Ruhe kam.

Wenn dies passiert, deckt Regel 14.3c(2) ab, was zu tun ist. Der Spieler muss den Ball noch einmal droppen. Kommt der Ball dann wieder außerhalb zur Ruhe, muss er den Ball dahin legen, wo er zuerst den Boden berührte.

Seien Sie sorgsam, die Golfregeln sind dafür da, den Spieler zu schützen und nicht ihn zu bestrafen.

So konnte Don Jaly den Ball vor das Grün spielen. Er chippte aus 32 Metern den Ball ins Loch zum Par!

Dr. Ulrike Gartz und Holger Gartz sind beide seit 2005 im Golfverband Niedersachsen-Bremen als Spielleiter tätig. Dr. Ulrike Gartz hat zudem die Prüfung zum R&A Referee 2011 mit Erfolg bestanden.

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