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"Das ist der alte Martin Kaymer" 07.08.2019

Liebe auf den ersten Blick: Martin Kaymer und die TaylorMade P7TW Eisen
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Der Mann, dem Martin Kaymer vertraut: Adrian Rietveld
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Die Schläger, die den unterschied machen: Ein Blick in Kaymers Tasche
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Auch beim Putter gibt es Neues: einen Scotty Cameron Newport 2 Prototyp
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Welchen Einfluss ein Equipment-Veränderung auf Martin Kaymers Spiel hatte. Ein Gespräch mit Fitting-Experte Adrian Rietveld.


von Adrian Kramer

2019 mag bislang nicht die beste Saison für Martin Kaymer gewesen sein: Die Karte auf der PGA Tour für 2020 ist futsch, die Top 125 zum Ende der regulären Saison hat er nicht geschafft. Auch den Weg über die Korn Ferry Tour Finals will er nicht wahrnehmen. Außerdem verpasste der Deutsche als First Alternate zum ersten Mal seit elf Jahren die Teilnahme bei der Open Championship. Sportlich hätte es durchaus besser laufen können.

Durchbruch bei den Eisen

Glaubt man allerdings Adrian Rietveld, seines Zeichens Senior Manager TaylorMade Tour Department, könnte sich das bald ändern. Erste Anzeichen dafür sieht man bereits. Rietveld begleitet im Schnitt 35 Wochen pro Jahr die besten Spieler der Welt und hilft ihnen, das beste Equipment für sich zu finden. Mit Kaymer arbeitet er seit mehr als zehn Jahren zusammen. So auch in der Woche vor dem British Masters Anfang Mai. “Wir haben zwei Tage intensiv am Equipment von Martin gearbeitet”, sagt uns Rietveld bei einem Pressetermin von TaylorMade. “Es ging um alle Schläger. Aber gerade bei den Eisen haben wir einen Durchbruch gelandet.”


Auch Martin Kaymer kann sich an diesen Moment gut erinnern, wie er im Podcast mit Chris “Trottie” Trott sagt: “In diesem Jahr ist mir wahrscheinlich der größte Fortschritt mit meinem Equipment gelungen. Ich habe einige Tage mit Adrian in Wentworth an meinem Setup bezüglich Spin Rate, Abflugwinkel und Ballflug gearbeitet. Das war eine unglaublich wertvolle Erfahrung. Jetzt habe ich 14 Schläger in der Tasche, von denen ich zu 100 Prozent überzeugt bin und genau weiß, wie sie sich verhalten.”

“Martin hat ganz spezielle Vorstellungen, wie seine Eisen auszusehen haben”, und sei in der jüngsten Vergangenheit nie ganz zufrieden gewesen. “Die P730 kamen seinen Blades, mit denen er Majors gewonnen hat und die Nummer eins der Welt wurde schon ziemlich nah, waren ihm aber von der Länge des Schlägerkopfes einfach zu kurz”, erinnert sich Rietveld. “Aus reinem Interesse wollte er die Tiger-Eisen ausprobieren … und hat sich sofort in sie verliebt. Alles hat gestimmt. Die Optik, die Dimensionen, die Schlaglängen und das Gefühl. Alles hat ihn an seine Erfolgseisen erinnert.” Es gab da nur ein Problem. “Eigentlich hatte TaylorMade nicht vorgesehen, die P7TW auch anderen Tour-Spielern zu geben. Und sämtliche Eisensätze für den freien Markt waren bereits vergriffen.”

"Die besten Blades meines Lebens"

Doch Rietveld legte ein gutes Wort bei seinen Vorgesetzten ein. “Ich habe gemerkt, dass die Eisen genau das sind, was Kaymer braucht, um wieder richtig erfolgreich zu spielen. Mit dem Eisen in der Hand war er wieder der alte Kaymer. Der Spieler, der zwei Majors gewonnen hat und die Nummer eins der Welt wurde. Aber nicht nur mit den Eisen. Auch mit den Wedges und Hölzern schien er wie verwandelt. Die Eisen hatten eine unglaubliche Wirkung.” Am nächsten Tage hatte Kaymer seinen P7TW Satz in Händen.

“Es sind die besten Blades, die ich jemals gespielt habe”, erklärt Kaymer im TaylorMade-Podcast. “Ich habe bei der U.S. Open mit Tiger über die Eisen gesprochen und es ging darum, dass die Eisen nicht einfach nur weiter fliegen sollten. Das war nie sein Anliegen. Es ging darum, dass die Eisen genau soweit fliegen sollten, wie er sich das vorgestellt hat. Diese Konstanz und Distanzkontrolle ist enorm wichtig für uns Profis. Das gibt einem enorm viel Selbstvertrauen bei jedem Schlag."


“Meine Fehlschläge sind nicht so schlecht wie zuvor. Mit den alten Blades waren sie zehn Meter kürzer. Mit den Tiger-Eisen nur noch fünf”, stellt Kaymer den größten Vorteile der TaylorMade P7TW heraus. “Das klingt zwar nicht nach viel, kann aber einen großen Unterschied machen.”

Die Ergebnisse ließen nicht lange auf sich warten. In der ersten Woche mit den neuen Eisen landete er beim British Masters auf dem achten Rang. Es folgten weitere Top-Platzierungen beim Memorial Tournament auf der PGA Tour (Dritter) sowie bei der BMW International Open (T16), Irish Open (T9) und Scottish Open (T20). “Es war wirklich schade, dass Martin nicht ins Feld bei der Open gekommen ist. Das hätte ihm noch einmal einen Schub geben können”, sagt Rietveld über Kaymers starke Phase im Sommer.

Fokus auf die European Tour der richtige Weg

Für den Sprung in die Top 125 im FedExCup hat es zwar nicht gereicht, aber der erneute Fokus auf die European Tour ist kein Rückschritt. Ganz im Gegenteil. “Auf der European Tour fühlt er sich einfach wohl. Hier wurde er zu einem der erfolgreichsten Spieler aller Zeiten – als ehemalige Nummer eins der Welt mit zwei Major-Titeln, dem Sieg bei der Players Championship und dem WGC-HSBC Champions, den Teilnahmen und Erfolgen beim Ryder Cup und den drei Siegen bei der Abu Dhabi HSBC Championship. Es gibt nicht viele, die eine ähnliche Bilanz aufzuweisen haben”, sagt Rietveld und ist sich sicher, dass die Rückkehr nach Europa genau der richtige Schritt ist. “Er ist erst 34 und hat noch jede Menge gutes Golf vor sich.”


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