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Altbewährtes ... 24.03.2016

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Es gibt eine Menge Schwung-Beispiele, die absolut als effizient und gesund eingestuft werden können.

Der Golfschwung hat sich im 20. Jahrhundert mehrfach verändert. Betrachtet man diese Entwicklungen, dann war nicht jede Veränderung eine Verbesserung. Aus manchmal unersichtlichen Gründen wird der Schwung eines Golfers zum Leitbild und nahezu alle streben diese Technik an. In den letzten Jahren haben sich viele an der Bewegungsdurchführung von Tiger Woods orientiert. Manche weisen jetzt jedoch darauf hin, dass die Verletzungen von Tiger im Zusammenhang mit seiner Schwungdurchführung und seinem enormen Trainingspensum stehen könnten.

Als Biomechaniker, der die Effizienz des Golfschwunges und gleichzeitig die Belastungen für den Körper im Blick hat, kann ich vielen großartigen Golfern keinen nachahmenswerten Golfschwung attestieren. Das, obwohl sie in ihrer Zeit oftmals die weltbesten Golfer waren.

Ebenso betrachte ich es als sehr kritisch, wenn Physiotherapeuten bei Golfverletzungen therapieren sollen, jedoch keine Äußerungen zum Golfschwung abgeben sollen. So kann man z. B. lesen, „dass Vorsicht geboten ist, wenn ein Physiotherapeut versucht, Ihnen einen anderen Golfschwung beizubringen. Golf-Physiotherapeuten kennen sich mit Anatomie und Muskelbehandlungen aus. Sie sind aber in der Regel keine ausgebildeten Golflehrer“.

Diese Aussage mag schon stimmen, jedoch muss der Physiotherapeut die Möglichkeit haben, auf die Bewegungsdurchführung derart einzuwirken, dass die ursächlichen Überlastungsmechanismen vermieden werden. Somit liegt es dann am Golflehrer, Hinweise und Informationen anzunehmen.

Als Biomechaniker, der einen belastungsarmen Golfschwung entwickelt hat, bleibt mir nur die Möglichkeit, Trainer auszubilden oder den Golfer selbst als Endkunden zu informieren. In zahlreichen Artikeln habe ich bereits beschrieben, dass übermäßiges Verbiegen und starke Rotation der Wirbelsäule zu ungünstigen Belastungen führt. Mancherorts trägt das Früchte und der Golfschwung entwickelt sich in eine Richtung, in der Belastungen verringert werden. Man kann auf frühere Golfvorbilder zurückgreifen und altbewährte Muster aktivieren.

VORBILDER. Einen Golfer interessieren an dieser Stelle natürlich Spieler, die er als Vorbild nehmen kann. Da man sich heutzutage verschiedenste Schwünge sehr leicht am Computer anschauen kann, ist es ein einfacher Weg, Namen von nachahmenswerten Golfern anzugeben. Wie in früheren Artikeln möchte ich an dieser Stelle Bobby Jones, Ian Woosnam und Annika Sørenstam nennen. Die Schwünge dieser Spieler haben viele Elemente, die als effizient und gesund eingestuft werden können. Es kommt natürlich häufig auf Kleinigkeiten bei der Bewegungsdurchführung an, die man nur im Rahmen einer Golfstunde vermitteln kann. Trotzdem ist es sehr hilfreich, nachahmenswerte Schwünge zu betrachten.

Für die neue Saison wünsche ich jedem Golfer, dass er die Muße findet, günstigen Vorbildern nachzueifern. Dazu gehört, nicht sofort große Schlagweiten erreichen zu wollen, sondern den Schläger zu spüren. Sinngemäß hat Bobby Jones in einem seiner Videos seinerzeit gesagt: „Ich möchte meinen Schlägerkopf während meiner gesamten Schwungdurchführung spüren.“ Das gelingt natürlich nur mit einem lockeren Griff, und damit sind die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Golfschwung bereits hergestellt.

Dr. Christain Haid ist Biomechaniker an der Universitätsklinik Innsbruck. [email protected].


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