Denken wie ein Profi 23.08.2017

Bernhard Langer
Mental stark: Bernhard Langer
Annika Sörenstam
Annika Sörenstam trainierte einst, nur positive Gedanken zu haben
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Auch wenn die meisten Amateurgolfer – selbst wenn sie es wollten – rein physisch nicht das Talent dafür besitzen, Golf-Profi zu sein: Jeder Golfer kann sein Gehirn trainieren, wie ein Profi zu denken. Dies wiederum erfordert keine besonderen Talente, sondern nur Wissen, den Wunsch danach und Übung. Mentalhilfe von Sabana Crowcroft.

Positive gegenüber negative Gedanken Aufgrund von Überlebensmechanismen braucht unser Gehirn zur Verarbeitung von schlechten Nachrichten dreimal länger als von guten Nachrichten. Dadurch sollte gewährleistet werden, dass wir im Fall von Gefahr umgehend handeln. Heute können negative Gedanken auch lebensbedrohlich sein, häufig verhindern sie aber einfach nur unser Glück im Alltag. Wir können unseren Geist umkonditionieren, sodass wir öfter Glück erleben. Die Plastizität des Gehirns (die Fähigkeit, neue Verbindungen zwischen Nervenbahnen zu schaffen) macht dies für jeden möglich, der das möchte. Nachfolgend einige Techniken dazu. 

Beobachten Sie Ihre Gespräche

Halten Sie Gespräche auf dem Golfplatz auf einem Minimum und führen Sie sie nur über POSITIVE Themen. Lassen Sie sich von niemandem in eine negative Konversation ziehen. Es geht darum, Spaß zu haben auf dem Golfplatz! Während der U.S. Women’s Tour trainierte Annika Sørenstam, nur positive Gedanken zu haben. Je weniger Sie Ihren Verstand durch Gespräche aktivieren, desto eher wird Ihr Unterbewusstsein während des Schwungs arbeiten können – was für Ihr Golfspiel am wirkungsvollsten ist. Beenden Sie Unterhaltungen, BEVOR Sie den Golfball ansprechen. Dann können Sie sich nämlich auf die Planung Ihres Schlages fokussieren und Ihren Verstand während des Schwungs beruhigen. 

Negative Emotionen zurücklassen

Die meisten Golfer lassen sich von ein paar misslungenen Schlägen herunterziehen. Sie versuchen dann, das gute Gefühl zurückzu- gewinnen, indem sie Veränderungen ihrer Griff- oder Schwungtechnik sogar während einer Runde vornehmen. Dies ist fatal. Pars und Birdies können ebenso das nächste Loch negativ beeinflussen. Ja, wir gewinnen Selbstbewusstsein durch gelungene Schläge, jedoch führt ein zu großes Selbstbewusstsein oft zu einem schlechten Schlag. Geben Sie sich vor dem nächsten Loch Zeit, von einem negativen emotionalen Zustand zu einem ausgeglichenen Mentalzustand zurückzukehren. Nehmen Sie ein paar tiefe Atemzüge, lassen Sie die vergangenen Schläge und dazugehörigen Gefühle hinter sich und gehen Sie danach erst zum nächsten Tee. Dort fokussieren Sie sich auf eine einzige Sache: nämlich den nächsten Schlag. 

Die richtigen Fragen stellen

Es ist bei Golfern üblich, ihre Technik für einen misslungenen Schlag verantwortlich zu machen. Da aber der Körper dem Geist folgt, ist es viel leichter und effektiver, sich über den MENTALEN ZUSTAND bewusst zu werden. Machen Sie sich bei Ihrer nächsten Golfrunde Notizen von Ihren Gedanken während bzw. kurz vor dem Schwung. Wahrscheinlich werden Sie von dem Wirrwarr in Ihrem Kopf überrascht sein! 

Hier ein paar Fragen, die Sie sich dabei stellen könnten: 

  • War ich während des Schwungs in der Gegenwart? 
  • Hat mein Geist sich während des Schwungs auf das Ziel fokussiert? 
  • Hat mich etwas vor dem Schlag irritiert? 
  • Bin ich bei meiner Pre-Shot-Routine geblieben? 
  • Habe ich meiner Strategie vertraut (Ziel, Auswahl des Schlägers, Art des Schlages)?

Sabina Crowcroft: PGA Professional, Ex-Tourspielerin, Management-Trainerin und Gründerin von KAGAMI, weitere Informationen: www.kagami-golf.de
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