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Individuelles Timing 27.07.2015

Katapult-Effekt
Katapult-Effekt: Je später Sie Ihre Handgelenke lösen (Release), desto stärker ist der Faktor, um den sich die Schlägerkopfgeschwindigkeit erhöht.
Katapult-Effekt
Professionals schaffen den Faktor 8, also das Achtfache
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Jonathan Taylor erklärt, wie der Release der Handgelenke mit der Länge Ihrer Schläge zusammenhängt. 

Wie weit Sie den Ball schlagen können, hängt von zwei Faktoren ab: Der Geschwindigkeit Ihrer Hände („Hand Speed“) und dem Zeitpunkt des sogenannten Release. Den Hand Speed können Sie erhöhen, indem Sie Ihren Körper schneller in die Impact Position (Position im Treffmoment) drehen. Der Hand Speed wird dann durch den Katapult-Effekt, der durch den Release erzeugt wird, multipliziert. Die Formel lautet: Distanz, die der Schlägerkopf zurücklegt, durch die Distanz, die die Hände zurücklegen. Pros schaffen den Faktor 8 – sie beschleunigen den Schlägerkopf durch den Katapult-Effekt also um ein 8-Faches. 

Auf das Timing kommt es an

Messungen haben ergeben, dass es unter Tour-Spielern keine großen Unterschiede hinsichtlich des Hand Speeds gibt: Weniger als 3 mph (Meilen pro Stunde). Ebenso wenig Unterschied besteht in dem Timing ihres Releases, also wann exakt vor dem Treffmoment sie ihre Handgelenke lösen und so den Schlägerkopf quasi durch den Ball katapultieren. Dieser Moment variiert zwischen 43 und 37 Millisekunden vor dem Treffmoment. Was wir jedoch sehr gut erkennen können, ist die Relation zwischen der Zeit des Releases (Release Time in ms = Millisekunden) und der Schlägerkopfgeschwindigkeit (mph = Miles per Hour): 

  • Rory MciIlroy 37 ms/116 mph 
  • Alex Noren 37 ms/116 mph 
  • Bubba Watson 37 ms/116 mph 
  • Ian Poulter 40 ms/111 mph 
  • Justin Rose 40 ms/112 mph 
  • H. Stenson 40 ms/111 mph 
  • Michelle Wie 43 ms/100 mph


Mehr Länge 

Wir erkennen: Je später Sie Ihre Handgelenke "releasen", desto größer ist die Schlägerkopfgeschwindigkeit und desto weiter schlagen Sie somit den Ball. Den Release hinauszuzögern dürfte wohl die größte Herausforderung für nahezu jeden Golfer sein, aber genau das ist der Schlüssel zu mehr Weite. Die meisten Pros kontrollieren ihren Release ganz automatisch auf einer unterbewussten, visuellen Ebene. 

Ihre Visualisierung, also Vorstellung des nächsten Schlages inkludiert den Treffmoment und hilft ihnen dabei, was die wenigsten wissen, den Release zu timen. Versuchen Sie, die Routine der Professionals zu imitieren, indem Sie sich vor jedem Schlag denselben vorstellen – inklusive Treffmoment, Ballflug und Landung. 

Stellen Sie sich dabei vor, wie Sie den Schlag ausführen. Je besser Sie sich das vorstellen können, desto besser wird das Ergebnis sein. Stellen Sie sich das sowohl aus Ihrer eigenen Perspektive als auch aus der Perspektive einer dritten Person vor. Den Golf Pros gelingt es auf diese Weise, sich auf der Runde von Gedanken an die Schlagtechnik zu befreien und ausschließlich auf das gewünschte Resultat zu fokussieren, was ihrem Unterbewusstsein die Möglichkeit gibt, den Schlag zu kontrollieren.


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