28.10.2021 | 15:03

Die Einstellung der Nummer eins

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Jin Young Ko spielt sich zurück an die Spitze der Weltrangliste und berichtet von einer intensiven Zeit der Schwungfindung.


Jon Rahm lässt aktuell die Finger von den Schlägern, der Spanier erholt sich von einer kräftezehrenden, erfolgreichen und fast abgeschlossenen Saison. Der Akku sei leer, deshalb wolle die Nummer eins im Herrengolf drei Wochen lang nicht zum Schläger greifen, so erklärte er im Podcast von No Laying Up.

Jin Young Ko, aktuell Branchenprimus bei den Damen, denkt aktuell nicht an eine golf-freie Zeit. Durch ihren Sieg bei der BMW Ladies Championship in der Heimat hat sich die 26-Jährige aus Seoul, Südkorea, wieder an Nelly Korda vorbei geschoben und die Führung in der Weltrangliste der Damen zurückerobert.

Zu Beginn der Saison kam die zweimalige Major-Gewinnerin hingegen nicht wirklich in Schuss. “Ich war mit meinem Schwung nicht zufrieden. Ich habe die Grüns nicht getroffen. Und mein Spiel war wirklich nicht flüssig.” Als auch bei den Olympischen Spielen im Sommer nicht viel zusammen lief, nahm sich Ko eine Pause; eine sehr, sehr aktive Pause.

Von 8 Uhr bis zum Abendessen

„Wegen meines schlechten Abschneidens in Tokio habe ich mich entschieden, die British Open abzusagen. Ich wollte an meinem Schwung arbeiten, und ich hatte etwa einen Monat Zeit.“

In dieser Zeit habe sie sich lediglich zwischen dem Zuhause, dem Gym und der Driving Range bewegt, erklärte sie im Pressegespräch.

„Ich war um 8 Uhr auf der Range und kam zum Abendessen wieder nach Hause. Ich glaube, dass man in dieser Zeit herausfindet, in welchen Bereichen man sich verbessern muss. Als ich ein Nachwuchsspieler war, gab es Tage, an denen ich das Gefühl hatte, ich würde vor lauter Training sterben. Manchmal, auch wenn man Profi wird, braucht man diese Einstellung von Zeit zu Zeit. Und deshalb denke ich, ja, das war nötig.”

In den kommenden Wochen will sich Ko intensiv auf den Endspurt der Spielzeit vorbereiten. Ihren Schwungtrainer hat sie bereits informiert. Noch sei keine Zeit zu feiern, denn wichtige Turniere wie die Tour Championship stünden noch aus. Weiter gilt: Arbeit statt Ausruhen, Coach statt Couch.

„Mein Antrieb ist die Verbesserung, die man nach hartem Training bemerkt. Das ist eine entscheidende Motivation für mich.“

Am Ende des Jahres, wenn die letzten Turniere bestritten sind, plant Ko immerhin eine große Feier, um auf eine weitere imposante Spielzeit anzustoßen. Und ja, auch eine Pause steht dann zur Debatte. Zweifelhaft, ob sie dann die Schläger ebenfalls drei Wochen lang nicht in die Hand nehmen wird.

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