06.09.2017

Problem „Early Extension“

Golftimer
Golftimer

Problem „Early Extension“. Wie Sie die Hüftrotation trainieren, um das sogenannte „Auflösen der Körperwinkel” zu vermeiden. 


Heute stelle ich Ihnen eine echte Herausforderung für das Training auf der Driving Range vor, zur Vermeidung des Problems der sogenannten „Early Extension“, auf Deutsch „zu frühes Auflösen der Körperwinkel“.

Dies ist meiner Meinung nach der Punkt, bei dem sich die Spreu vom Weizen trennt. Oder in Zahlen ausgedrückt: 99 Prozent der Tour-Spieler machen diesen Fehler nicht, aber 70 Prozent der Amateure leider schon.

Diese Zahlen sagen bereits einiges darüber aus, wie weit wir mit dem Fehler von einem Tour-Spieler entfernt sind, was die reine Performance angeht. Selbst bei Spielern mit einem guten Handicap tritt dieser Fehler noch sehr häufig auf.

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Diagnose: Bin ich auch von der Early Extension geplagt?

Es ist nicht ganz einfach, diesen Fehler selbst zu diagnostizieren. Am besten nutzen Sie eine Videoaufnahme Ihres Schwunges, um die falsche Bewegung genau zu erkennen.

Dazu können Sie sehr gut, wie auf unseren Fotos zu sehen, einen sogenannten „Tour Stick“ verwenden. Dieser bildet in den Boden gesteckt dann eine senkrechte Linie, die in der Ansprechposition direkt an Ihrem Gesäß vorbeigeht.

Das sollten Sie nun bei der Sichtung Ihrer Aufnahme beachten: Die Hüfte ist eine Ellipse, kein Kreis. Das heißt: Wenn wir seitlich auf die Hüfte schauen, ist sie schmaler. Was Sie jetzt sehen wollen, ist, dass Ihre Hüfte die Linie berührt, während sie sich nach hinten dreht, und auch dann, in der Umkehr-Bewegung, an der Linie bleibt bis kurz vor der Finishing-Phase.

Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt in Ihrem Schwung eine Lücke zwischen der Linie und Ihrer Hüfte sehen, gehören Sie leider zu den 70 Prozent der Amateurgolfer, die an der Early Extension leiden. Denn dann hat sich Ihre Hüfte nicht wirklich gedreht, sondern in Richtung Ball geschoben.

Auswirkungen der „falschen“ Hüftbewegung auf den Golfschwung

Wenn Sie die Hüfte beim Schwung nicht in der richtigen Position belassen, lösen Sie den Winkel zwischen Unterkörper und Oberkörper schon vor dem Treffmoment auf.

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Das bedeutet, der Körper dreht sich nicht mehr und Sie verlieren Geschwindigkeit. Außerdem sind Ihre Arme in der Bewegung eingeschränkt, weil Ihr Oberkörper jetzt im Weg ist. Typischerweise resultieren daraus ein geblockter Ball nach rechts oder ein Hook nach links.

Und jeder von uns, der ab und zu Turniere spielt, weiß, wie verheerend es ist, wenn der Ball mal nach links fliegt und das andere Mal, wenn wir uns vorsichtshalber schon etwas nach rechts ausgerichtet haben, noch weiter nach rechts fliegt. Ebenso können auch der dünn getroffene Ball und natürlich der fett getroffene Ball aus diesem Fehler entstehen.

Sie sehen also, dass diese Rotationsbewegung der Hüfte essenziell wichtig ist, denn hier kann eine falsche Bewegung gleich eine ganze Palette an schlechten Schlägen nach sich ziehen.

Training mithilfe eines Stuhls

Um zu spüren, ob Sie Ihre Schwungbewegung richtig ausführen, hilft das „Trockentraining“ beispielsweise mit einem Stuhl bei Ihnen zu Hause. Stellen Sie einen Stuhl hinter sich, die Stuhllehne zeigt zu Ihnen (nicht die Sitzfläche, wie normalerweise). In der Ansprechposition muss Ihr Gesäß nun die Stuhllehne berühren.

Nun führen Sie einen Schlag aus und achten darauf, dass sich Ihre Hüfte in beiden Schwungphasen bis zur Finishing-Phase keinen Zentimeter vom Stuhl löst! Das ist nicht einfach, ich weiß. Es ist sogar sehr schwierig, diese Bewegung perfekt auszuführen, aber Sie sind fleißig und trainieren hart, das weiß ich!

Warum ist die Early Extension so weit verbreitet? Was ist der Grund dafür, dass so viele Amateure an diesem „Schwungmanko“ leiden und so gut wie kein Topspieler davon betroffen ist? Meines Erachtens liegt es zum einen am Verständnis der Bewegung, zum anderen an der körperlichen Beweglichkeit. Meistens jedoch an beidem.

Das Verständnis für diese Bewegung ist relativ einfach zu erklären und ich hoffe, dass ich es Ihnen schon etwas näherbringen konnte, das Umsetzen ist jedoch eine andere Sache.

Der zweite Aspekt ist die körperliche Voraussetzung, um diese Bewegung der Hüfte überhaupt richtig ausführen zu können. Wenn wir so schwingen wollen wie ein Tour-Spieler, dürfen wir seine speziellen körperlichen Fähigkeiten nicht außer Acht lassen.

Denn sicherlich haben Sie nicht die Zeit, täglich mehrere Stunden auf der Driving Range zu verbringen und zudem noch mehrmals pro Woche ins Fitness-Studio zu gehen. Außerdem werden Sie wahrscheinlich Ihr täglich Brot im Sitzen verdienen, was ebenfalls der Beweglichkeit nicht gerade zuträglich ist.

Last but not least haben die meisten von uns erst im Erwachsenenalter mit dem Golf angefangen, und leider lässt ja auch bekanntermaßen im Alter die Beweglichkeit immer mehr nach.

Fazit

Wie immer im Golf, gilt auch hier: Übung macht den Meister und wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Wenn Sie ab heute gezielt auf Ihre Hüfte achten, werden Sie Ihre Trainingszeit in Zukunft noch gewinnbringender nutzen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und immer einen guten Schwung!

Peter Karz, Jahrgang ’68, Fully Qualified PGA Professional mit Stützpunkt im Golfpark München-Aschheim.

Info: www.peter-karz.de

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