17.11.2021 | 16:54

Wie Rory den Schwung wieder fand

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Neues Selbstvertrauen: Wie Rory McIlroy durch aberhunderte Bälle auf der Driving Range seinen Schwung wieder fand.


Rory McIlroy ist diese Woche zu Gast beim Saisonfinale der European Tour. Hinter dem Nordiren liegt ein bewegtes Jahr. Zwar stehen zwei Siege in der Bilanz, aber unter dem Strich war es eine Spielzeit, die eher von Enttäuschung als von Ekstase geprägt war.

Es war ein Jahr, das ihn zwischenzeitlich in Regionen der Weltrangliste abfallen ließ, die er seit einem Jahrzehnt nicht mehr gewohnt war. Sinnbildlich stehen die Tränen von Whistling Straits, die er vergoss, weil sein Spiel in der so wichtigen Woche des Ryder Cup zu viele Schwächen offenbarte.

Die turbulente Saison hatte auch personelle Konsequenzen. Vorbei die Arbeit mit Schwungtrainer Pete Cowan, der engagiert wurde, um McIlroy Schlag-Portfolio um einen brettsoliden Fade zu erweitern. An dessen Stelle tritt wieder Michael Bannon, der McIlroy seit der Jugendzeit betreut. Bannons Rolle soll eher die eines Beraters sein – weniger die eines Trainers.

Rory McIlroy
Rory und seine Schwungtrainer: Links Michael Bannon, rechts Pete Cowan

„Manchmal muss man hunderte von Bällen auf der Driving Range schlagen…“

Einige Wochen nach dem Ryder Cup hat McIlroy neues Selbstvertrauen geschöpft. Neuer Glaube in die eigene Weltklasse und das Vertrauen in den Schwung, das jüngst den Sieg beim CJ Cup in Las Vegas zur Folge hatte, entstanden allerdings nicht durch fremden Rat.

„In den zwei Wochen zwischen dem Ryder Cup und meinem Sieg in Las Vegas habe ich das Gefühl, dass ich ein paar Dinge selbst herausgefunden habe“, erklärte er im Vorfeld des Turniers in Dubai. Wie das ging? „Manchmal muss man hunderte von Bällen auf der Driving Range schlagen, um es selbst herauszufinden.“

Er ergänzte: „Ich bin ein sehr visueller Mensch, ich stelle mir Dinge vor, und ich glaube, der Fehler war, diese Denkweise zwischenzeitlich abgelegt zu haben.“

Wieder mehr Natürlichkeit

Diszipliniert durchlief er bei jedem einzelnen Ball der Range-Einheiten die volle Routine. „Ich habe mir vorgestellt, was ich mit diesem Schlag machen will, versucht und meinen Körper einfach auf das reagieren lassen, was ich sehe. Das hat mir ein bisschen mehr Natürlichkeit zurückgegeben.“ Dabei rückten die technischen Details des Schwungs, die McIlroy 2021 unter Cowan so intensiv beschäftigt hatten, in den Hintergrund.

Mehr Natürlichkeit, weniger Gedanken an technische Details – so also der Plan für zukünftigen Erfolg der ehemaligen Nummer eins. Was man davon lernen kann? Zum einen, dass intensive technische Gedanken nicht immer eine positive Wirkung auf das Spiel haben. Und dass sich Training auf der Driving Range nur dann auszahlt, wenn man die nötige Disziplin mitbringt.

+++ Trainings-Tipp: Tauchen wie Rory +++

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