03.08.2016

Dabei sein ist alles…

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»Ein olympisches Golf-Turnier ohne entsprechende Spannung, wie es sie beim Ryder Cup sehr wohl gibt, läuft Gefahr, ganz schnell wieder aus dem Olympia-Programm gekippt zu werden.«

Irgendetwas stimmt da nicht. Mich beschleicht das untrügliche Gefühl, dass die Olympischen Spiele in Rio kommenden August nicht die Olympischen Spiele sein werden, die in den Köpfen als das alle vier Jahre
stattfindende Weltsport-Ereignis verankert sind. Zumindest nicht den Golfsport betreffend, nach 112 (!) Jahren erstmals wieder olympische Disziplin. 

Alleine schon den olympischen Gedanken „Dabei sein ist alles…“, von Gründer Pierre de Coubertin vor über hundert Jahren geprägt, wissen Top-Golfer wie Jason Day, Rory McIlroy, Adam Scott, Graeme McDowell etc. nicht zu schätzen. Sie haben aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen ihren Start in Rio abgesagt. 

Andere wiederum sind durch einen unbedachten Qualifikations-Modus vom „Dabei sein“ ausgeschlossen, wie
z. B. ein gewisser Bernhard Langer. Der 
Anhausener, mit über 100 Turniersiegen noch immer einer der besten Golfer der Welt, darf nicht dabei sein, weil seine Erfolge auf der PGA Tour Champions, der sogenannten Senior Tour, nicht in der Weltrangliste, einzig ausschlaggebend für die Olympia-Qualifikation, geführt werden. Mit 58 Jahren noch immer einer der besten Golfer der Welt, wäre er allein schon deshalb Allzeit-Rekordhalter bei Olympischen Spielen. 

Ja, und dann kommt noch der einfallsloseste Spielmodus hinzu, den sich die olympischen Golf-Funktionäre einfallen lassen konnten: Statt z. B. im Matchplay Nationen gegeneinander im Lochwettspiel antreten zu lassen, wird über vier Tage im Zählwettspiel – wie fast jedes Wochenende – der unattraktivste Spielmodus zu sehen sein.

So lange, wie es gedauert hat, wieder olympisch zu werden, so rasch läuft Golf Gefahr, wieder aus dem Olympia-Programm zu fliegen: Heute zählen einzig die TV-Einschaltquoten, ob eine Sportart „dabei sein“ wird. Und ein olympisches Golfturnier ohne entsprechende Publikumswirkung, ohne jede nationenumgreifende Spannung, wie es sie beispielsweise beim Ryder Cup sehr wohl gibt, kann ganz schnell wieder gekippt werden. 

Das wäre dann wiederum für die nächsten 100 Jahre das endgültige Aus für Golf bei Olympia und die olympische Idee „Dabei sein ist alles…“
Ihr Oskar Brunnthaler

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