14.04.2020

Ein Tag für die Ewigkeit

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Vor genau 35 Jahren schrieb ein Blondschopf aus Anhausen bei Diedorf Sportgeschichte. Bernhard Langer wurde zum ersten deutschen Major-Sieger.


Mit jugendlichem Grinsen und rotem Polohemd saß Bernhard Langer beim bisweilen steifen Sieger-interview in der Butlers Cabin. Langer resümierte die packende Finalrunde beim damaligen Augusta-Chairman Hord Hardin und beschrieb, wie er sich nach neun Löchern wunderte, dass Curtis Strange so weit vorne lag.
Es fielen die Worte “Nach neun Löchern habe ich zum ersten Mal auf das Leaderboard geschaut und dachte ich wäre gut dabei, aber – JESUS CHRIST –  Curtis Strange lag vier Schläge vorne.” Sam W. Randolph, der beste Amateur des Turniers, und Vorjahressieger Ben Crenshaw belegten die übrigen beiden Plätze, sie lachten herzlich über die Aussage.
Besonderer Tag für Golf-Deutschland
Für Langer und viele andere war es nur eine Redewendung, für einige Zuseher jedoch ein Affront. Als der Deutsche wieder zu Hause ankam, war der Briefkasten voll mit unschöner Post. Der Tenor: Wie könne er nur vor Millionen vor den Bildschirmen den Namen des Herrn verunglimpfen?
Es ist eine kleine Randnotiz an einem besonderen Tag für Sport-Deutschland, die deutsche Golfszene, aber vor allem auch für Bernhard Langer selbst. Ein Tag für die Ewigkeit, der sich heute zum 35 Mal jährt. Langer avancierte in der Folge zu einem der erfolgreichsten europäischen Golfer aller Zeiten, sondern legte auch bei den Senioren eine Karriere hin, die seinesgleichen sucht. Alles begann damals, am 14. April 1985, als ein Blondschopf aus Augusta das Grüne Jackett entführte.
1993 beim zweiten Masters-Sieg gab es hingegen keine Beschwerden. Langer, mittlerweile gläubiger Christ, resümierte, dass ihm dieser Titel am Ostersonntag, dem Tag der Auferstehung Jesu, umso mehr bedeutet. Die gläubige Golfwelt war versöhnt, der Briefkasten blieb leer. Zumindest, was negatives Feedback betrifft.

Die Finalrunde des Masters Tournament 1985

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