17.07.2023 | 12:36

Eine Runde mit Padraig in Hoylake

Imposantes, historisches Venue: Das Clubhaus des Royal Liverpool Golf Clubs in Hoylake mit Gründungsjahr 1869 (Foto: picture-alliance)
Oskar Brunnthaler
Oskar Brunnthaler

Auf exklusive Einladung von Mercedes-Benz erhielten wir die Einladung zum „Patrons Day“ im Vorfeld der 151. Open Championship nach Royal Liverpool. Eine Runde Golf, da, wo diese Woche die Weltelite um den Claret Jug aufteen wird, inklusive Majorsieger Padraig Harrington …


Diese Woche werden sich die Augen der Golfwelt auf ein beschauliches Örtchen rund eine halbe Stunde von Liverpool entfernt, richten, wenn die 151. Open Championship im Royal Liverpool Golf Club, auch oder besser bekannt unter dem Namen „Hoylake“, hier ihren Lauf nehmen wird.

Und es wird definitiv wieder eine denkwürdige Woche werden.

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Denn, vor dem Hintergund der akuellen LIV-Thematik und der Tatsache, dass mit Cameron Smith der amtierende „Champion Golfer of the Year“ aus eben dem LIV-Lager kommt, bringt dies besondere Würze in die British-Open-Woche.

Zeigte den Mitspielern, wie es gemacht wird: Padraig Harrington beim Abschlag an Loch 13 (Par 3)
Zeigte den Mitspielern, wie es gemacht wird: Padraig Harrington beim Abschlag an Loch 13 (Par 3)

Dem ungeachtet, war es eine besondere Ehre und natürlich Freude, als die Einladung von Mercedes-Benz zum exklusiven „Patrons Day“ ins Haus flatterte. Der Möglichkeit also, als einer von nur vier Medienvertretern (drei aus UK und ich) den Royal Liverpool mit Gründungsjahr 1869 zu spielen.

+++ Zum Thema: Padraig Harrington in die Hall of Fame aufgenommen +++

Majorsieger inklusive …

Und nicht nur das, sondern zudem auch in Begleitung vom dreifachen Majorsieger Padraig Harrington (Open Championship 2007, 2008, PGA Championship 2008), der sich gewohnt charmant, redselig – kurz – von seiner besten Seite, präsentierte.

Mercedes-Benz ist seit 2011 „Official Patron & Official Car“ der Open Championship und stellt seitdem während der British-Open-Woche eine Shuttle-Flotte von 100 exklusiven Fahrzeugen für die Spieler und Offiziellen zur Verfügung, darunter auch eine große Anzahl an vollelektrischen.

Gut gelaunt in Hoylake: Padraig Harrington gibt Oskar Brunnthaler und den drei englischen Medienkollegen Tipps für die Runde
Gut gelaunt in Hoylake: Padraig Harrington gibt Oskar Brunnthaler und den drei englischen Medienkollegen Tipps für die Runde

Auch der Titelverteidiger der jeweiligen Austragung bringt traditionell vor Beginn des Turniers den Claret Jug im edlen Mercedes-Benz auf die Anlage zurück, eine Prozedur, die Tradition hat.

So wie eigentlich alles rund um das älteste Major der Welt.

Tolles Programm

Das Programm des „Patron Days“ kurz auf einen Nenner gebracht: Ein Tag mit Padraig Harrington – zuerst eine Kurzspielklinik mit dem dreifachen Majorsieger, danach eine Runde auf dem Links Course mit einer Länge von den Championship Tees von 7.383 Yards (Par 71). Es folgte eine Interviewsession mit dem geduldigen Iren sowie im Anschluss ein Galadinner im ersten Stock des historisch-feudalen Clubhauses (Dresscode: Jacket und Krawatte).

Shake hands: Padraig Harrington und Oskar Brunnthaler im Royal Liverpool Golf Club
Shake hands: Padraig Harrington und Oskar Brunnthaler im Royal Liverpool Golf Club

Als Unterkunft diente das neue Hotel „Titanic“ am Hafen Liverpools. Da, wo auch das wohl berühmteste, gleichnamige Kreuzfahrtschiff der Geschichte zur Jungfernfahrt auslief und nach der Kollision mit einem Eisberg im Atlantik sank.

Royal Liverpool Golf Club: Tradition ist alles …

Alleine im Clubhaus des Royal Liverpool Golf Clubs wird man überwältigt von historischen Gemälden und Bildern, von Scorekarten aus dem vergangenen Jahrhundert und einer Galerie von allen Präsidenten, Captains und Ladies Captains des Clubs. Ja, da sind auch Damen darunter, recht ungewöhnlich für englische Clubs.

Oskar Brunnthaler (GOLF TIME) und Padraig Harrington mit dem Claret Jug
Oskar Brunnthaler (GOLF TIME) und Padraig Harrington mit dem Claret Jug

Aber das ist etwas, dass den Royal Liverpool schon immer ausmachte: Man nimmt sich – trotz des Titels „Royal“ nicht ganz so ernst. So veranstaltet der Club alljährlich eine „Treppen-Challenge“, bei der die Teilnehmer versuchen, den Ball fünf Stufen die Treppe im Clubhaus hinaufzuchippen, ohne dass er wieder herunterrollt.

Auch ist Hoylake offen für alle Golferinnen und Golfer und es gibt auch keine reservierten Parkplätze für die Mitglieder oder Captains.

Was die Mitglieder des Royal Liverpool mit denen des Augusta National Golf Clubs gemein haben, wenn man so möchte, sind die Jackets. Nur, dass die im Royal Liverpool rot sind und nicht – wie in Augusta – grün.

Dass die Jackets in Augusta grün sind, resultiert wiederum aus dem Umstand einer Wette, die Hoylakes Captain Kenneth Stoker 1930 gegen Bobby Jones verlor: Dieser wettete mit dem Amerikaner, dass wenn er die Open gewinnen würde, er ihm sein rotes Jacket vermachen würde.

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Jones gewann seine dritte Open auf dem Weg zum Grand Slam und fand die Idee eines Jackets so gut, dass er sie später auch im Augusta National einführte, als dort erstmals 1934 das Masters ausgetragen wurde. Aber eben in Grün.

Champions in Hoylake

Rory McIlroy bei der Open Championship 2016 im Royal Liverpool Golf Club
Rory McIlroy bei der Open Championship 2016 im Royal Liverpool Golf Club

Wenn also diese Woche die 151. Open Championship im Royal Liverpool Golf Club ihren Lauf nimmt, so wird dies die bereits 13. Austragung in dem Traditionsclub sein.

Zu den bekanntesten Siegern zählen hier Tiger Woods (2006) und zuletzt 2014 Rory McIlroy, aber auch historische Legenden wie bereits erwähnter Bobby Jones, zudem Walter Hagen oder John Henry Taylor.

Der wohl bekannteste Sohn Hoylake’s ist John Ball Jr., 1861 in dem kleinen Örtchen geboren, sollte er in seiner Karriere achtmal die British Amateur für sich entscheiden, 1890 dann auch die Open Championship in Prestwick – als erster Engländer und gleichzeitig auch als erster Amateur. Ball Jr. verstarb 1940 im Alter von 78 Jahren und wurde 1977 in die World Golf Hall of Fame aufgenommen.

Padraig, wie siehst du Hoylake als Austragungsort der Open Championship?

Redselig und eloquent: Padraig Harrington bei der Interviewsession im Clubhaus des Royal Liverpool
Redselig und eloquent: Padraig Harrington bei der Interviewsession im Clubhaus des Royal Liverpool

Hoylake ist ein fantastischer Golfclub mit viel Historie und einer enorm einnehmenden Atmosphäre. Und auch der Platz ist einfach ein fantastisches Beispiel für einen Links Course. Er ist extrem herausfordernd, wenn der Wind bläst. Hinzu kommt, dass bis zur Turnierwoche wohl nicht viel Regen gefallen sein wird, wodurch er sehr trocken und die Fairways und Grüns entsprechend hart sein werden. Nicht zu vergessen das Rough – es wird eine echte Herausforderung werden.

Wie geht man den Platz am besten an – Tiger spielte 2006 praktisch keinen Driver …

Wenn der Wind bläst und es nur darum geht, den Ball kontrolliert auf die Bahn zu spielen, dann stellt der Driver sicherlich immer ein gewisses Risiko dar. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass wohl Tiger damals der Einzige war, der dazu in der Lage war, nur mit seinen „Stingern“ über die vier Runden zu kommen.

Das konnte damals keiner so wie er. Während wir anderen einfach nur versucht haben, den Ball so weit wie möglich zu schlagen, um dann einen möglichst kurzen nächsten Schlag ins Grün zu haben, konnte er den Ball perfekt mit seinen Eisen manövrieren.

Er war zwar bei den Abschlägen immer gut 100 Yards kürzer als alle anderen, aber das machte nichts aus. Noch einmal: Ich habe noch nie jemanden erlebt, der derart perfekt in der Lage war, den Ball über den Platz zu manövrieren, wie damals Tiger.

Wird demnach Länge dieses Jahr nicht wirklich eine Rolle spielen?

Ich glaube nicht unbedingt. Ich denke, dass die wirklich guten Eisenspieler das Feld dominieren werden. Also diejenigen oder einer, der nicht nur lang mit den Eisen ist, sondern auch in der Lage ist, damit viel Spin zu generieren und den Ball zu manövrieren. Das, so glaube ich, wird den Unterschied bei dieser Open ausmachen – vor allem eben, wenn es windig wird.

Themawechsel: Wie ist deine Meinung zur aktuellen PGA-Tour- bzw. LIV-Situation?

Das ist einfach nur verrückt, was da gerade passiert und verkündet wurde. Ich hatte keine Ahnung, aber ich glaube, dass beide Seiten sich einfach darauf verständigen wollten, nicht mehr gegeneinander zu kämpfen. Meiner Meinung nach kam die PGA Tour wohl unter erheblichen Druck, was die diversen Gerichtsverfahren angeht und auch finanziell hätte es möglicherweise für die Tour zu einem enormen Problem werden können, wenn es so weitergegangen wäre.

Ich denke, dass beide Seiten ihre Karten ausgespielt haben und nun eine Vereinbarung getroffen wurde, die die bestmöglichen Optionen für alle Beteiligten bieten soll.

Könnten am Ende alle als Sieger hervorgehen, auch die Spieler?

Ich denke schon. Wie gesagt, es sieht alles nach einem Deal aus, der beiden Seiten die Möglichkeit geben soll, ihr eigenes Business weiterzuführen – die PGA Tour bleibt existent und wohl auch LIV. Und für die neue Organisation hat die PGA Tour wohl die Mehrheit bei den Stimmrechten.

Also im Grunde ist es eine Lösung, bei der beide Seiten ihr Gesicht wahren können. Und was die Spieler angeht, sie sind selbst ständig und können dann selbst entscheiden, wo sie am liebsten spielen möchten.

Wie wird es dahingehend mit dem Ryder Cup aussehen?

Ich weiß es nicht, aber ich glaube, dass sich die Spieler in naher Zukunft, wenn nicht schon im September, alle wieder wie früher dafür qualifizieren werden können. Ähnlich, wie es ja auch die Majors bereits handhaben.

Im Moment sehe ich die Majors – und eben auch den Ryder Cup – als eigenständig zu betrachtende Institutionen. Sie sollten definitiv losgelöst sein von der Tourzugehörigkeit der Spieler.

Würden die entstandenen Feindseligkeiten nicht stören?

Ich glaube nicht. Ich meine, wir reden ja nur von einer Woche, wenn es um den Ryder Cup geht. Und nehmen wir mal ein Fußballteam – da mögen sich auch nicht alle und sind dennoch in der Lage, auf dem Platz und als Team gut zu funktionieren.

Daher meine ich, dass es hinsichtlich eventueller entstandener Feindseligkeiten eigentlich kein Problem geben sollte. Letztlich möchte ja jeder beim Ryder Cup sein Bestes geben und gerade die Europäer haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie zu ganz Großem fähig sind, wenn sie gegen ein übermächtiges Team USA antreten mussten. Und ich glaube – oder besser hoffe – dass dieser Gemeinschaftsfunke am Ende doch wieder überwiegen bzw. überspringen wird.

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