27.09.2021 | 08:00

Go ask … Paul Casey

Frederike Reichert
Frederike Reichert

Paul Casey im Fun Talk. Der Engländer über seinen zittrigen Ryder-Cup-Start, die Affinität zum englischen Ritter und seine Fähigkeit, Kaffee zuzubereiten.


Der 44-jährige Engländer mit Wohnsitz im US-Bundesstaat Arizona ist einer der höchstdekorierten europäischen Golfer der Gegenwart. 21 Profisiege, davon drei auf der PGA Tour und 15 auf der European Tour, stehen zu Buche.

Vier Mal bereits war Paul Casey Teil des europäischen Ryder-Cup-Teams und auch in diesem Jahr im September wird er eine wichtige Rolle in den Plänen von Kapitän Padraig Harrington einnehmen, um den Cup in Whistling Straits erfolgreich zu verteidigen.

Als Draufgabe qualifizierte sich der Autoliebhaber, der auch als Porsche-Botschafter fungiert, für die diesjährigen Olympischen Sommerspiele in Tokio und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum.

Dein Leben steht auf dem Spiel und es gilt, einen Downhill-Putt mit starkem Break aus drei Metern zu lochen. Du darfst den Putt nicht ausführen – wen wählst du für diese Aufgabe?

Jordan Spieth.

Deine Top-3-Golfer (tot oder lebendig)?

Tiger Woods. Ich habe niemanden auch nur annähernd erlebt, der so gut war wie er in seiner besten Zeit. Arnold Palmer, der King, für sein Flair und Seve Ballesteros, mein Held, der Magier mit all seiner Panache.

Dein Lieblingsschläger im Bag?

Das 3er-Eisen. Ich bin einer der besten der Welt mit langen Eisen, und mit dem 3er-Eisen kann man viele unterschiedliche Schläge ausführen.

Was wärst du geworden, wenn nicht Golf-Pro?

Irgendetwas mit Sport, vielleicht im Sportmarketing. Oder etwas ganz anderes wie z. B. in einem Coffee-Shop arbeiten. Ich würde Kaffeebohnen rösten und Kaffeegetränke mixen.

+++ Passend zum Thema: Go ask … Stephan Jäger +++

Dein „Best Buddy“ auf der Tour?

Ich bin mit Jungs wie Justin Rose und Luke Donald aufgewachsen und wir sind bis heute wirklich sehr gut befreundet. Bei Turnieren verbringe ich viel Zeit mit Ian Poulter und Chez Reavie, mit dem ich in Arizona gemeinsam zur Schule ging.

Dein emotionalster Moment auf dem Platz?

Mein glücklichster Moment auf dem Golfplatz war wahrscheinlich beim Ryder Cup 2018. Sehr emotional war vor allem mein erster European-Tour-Sieg 2001 bei der Scottish PGA in Gleneagles. Da habe ich mir einen lebenslangen Traum erfüllt, wusste zu dem Zeitpunkt aber natürlich noch nicht, welche anderen Highlights danach folgen würden. Aber irgendwo muss man ja anfangen…

Dein emotionalster Moment abseits des Platzes?

Die Geburt meiner Kinder. Meine beiden Kiddies sind jetzt sechs und drei Jahre alt. Das waren jeweils lebensverändernde Momente.

Gibt es einen Schlag in deiner Karriere, auf den du besonders stolz bist?

Der Schlag, der mir am ehesten einfällt, war mein erster Abschlag beim Ryder Cup 2004. Ich habe für jedermann sichtbar gezittert und war noch nie in meinem Leben derart nervös. Und der Abschlag in Oakland Hills ist kerzengerade. Aber ich habe dem Druck standgehalten.

Gibt es einen Schlag in deiner Karriere, den du gerne noch mal spielen würdest?

Bei der Open 2010 in St. Andrews habe ich auf Loch 1 in der Finalrunde einen kurzen Putt verschoben. Louis Oosthuizen hat in dem Jahr tolles Golf gespielt und verdient gewonnen und es hätte wahrscheinlich gar nichts verändert, aber ich hätte gerne gesehen, ob ich ein wenig das Momentum auf meine Seite bekomme, wenn ich diesen Putt gelocht hätte.

PORSCHE-FAN Paul Casey
Porsche-Fan: Paul Casey

Fisch, Fleisch oder vegetarisch?

Ganz egal, ich komme mit allem klar. Aber wenn ich mich entscheiden muss, Fleisch!

Hund oder Katze?

Hund.

Das beste Frühstück vor der Runde?

Avocado auf Toast, vielleicht noch ein pochiertes Ei dazu.

Wir nehmen dich auf eine Faschingsparty mit. Als was verkleidest du dich?

Ich würde als englischer Ritter gehen, mit glänzender Rüstung, Schild und dem St. Georgs-Kreuz auf der Brust.

Welche übernatürliche Kraft hättest du gerne?

Unsichtbar zu sein wäre cool, aber ich denke fliegen zu können wäre noch besser.

Welche Fähigkeit hast du, von der nur wenige etwas wissen?

Die Fähigkeit, Kaffee zuzubereiten. Darin bin ich wirklich gut.

Schlimmste Erfahrung mit Amateuren bei Pro-Ams?

Oh, da könnte ich Hunderte Erlebnisse erzählen (lacht). Ich hatte schon Erfahrung mit Leuten, oft wichtige Persönlichkeiten oder CEOs, die noch nie in ihrem Leben Golf gespielt haben; aber man spricht nett mit denen und die laufen mehr mit, das ist eigentlich okay.

Am schlimmsten sind diejenigen, die jedes Loch zu Ende spielen möchten und auch noch den Putt zur 10, 11 oder 12 machen und sich beleidigt fühlen, wenn man ihnen vorschlägt, den Ball aufzunehmen oder sich zu beeilen.

Das Schönste am Leben als Tour-Pro?

Ehrlich gesagt, einfache Dinge, wie die Freude in den Augen von den Zuschauern zu sehen, wenn du einen guten Schlag gemacht hast. Natürlich geht es kaum besser, jeden Tag auf großartigen Plätzen zu spielen und die Welt zu bereisen. Aber das Coolste ist, wenn Kinder den Pros zuschauen und die Fans sich unterhalten fühlen mit dem, was du tust.

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