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Coverstory: Masters Tournament WUNDER WOODS
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Die Bedeutung des Caddies 13.11.2018

An der Seite des lokalen Club-Caddies Ortiz fuhr Kuchar seinen ersten Sieg seit 2014 ein
An der Seite des lokalen Club-Caddies Ortiz fuhr Kuchar seinen ersten Sieg seit 2014 ein
Westwood gewann sein erstes Turnier seit 2014 mit seiner Freundin als Caddie
Westwood gewann sein erstes Turnier seit 2014 mit seiner Freundin als Caddie
Lexi Thompson trennte sich von Kevin McAlpine vor dem Saisonfinale
Lexi Thompson trennte sich von Kevin McAlpine vor dem Saisonfinale
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Wie wichtig ein Caddie sein kann, zeigt allein die vergangene Woche. Mehr als ein bloßer Träger der Schlägertasche, ist der Caddie im Idealfall  ein cleverer Schlägerflüsterer und Berater beim Lesen der Grüns.



Matt Kuchar hatte seit über vier Jahren kein Turnier mehr gewonnen. Der 40-jährige aus Florida ist seit mittlerweile 18 Jahren Profi und kennt das Geschäft. "Über vier Jahre weg vom Fenster zu sein, zeigt dir, wie schwer es ist auf der PGA Tour zu gewinnen", sagte er nach seinem langersehnten Sieg der Mayakoba Golf Classic in Playa del Carmen in Mexiko. 

Just bei diesem Turnier war sein eigener Caddie verhindert, woraufhin die Turnierleitung ihm den lokalen Club-Caddie David Ortiz zur Seite stellte. Ortiz kennt den El Camaleon GC  an den weißen Sandstränden von Playa del Carmen wie seine Westentasche. Er weiß genau, wie man die Grüns am besten anspielt, wo man attackieren kann und wo es besser ist zu taktieren. 



Mit vier Schlägen Vorsprung ging Matt Kuchar mit Ortiz an seiner Seite in den Sonntag. Er bekam zwar noch einmal etwas zittrige Hände, sicherte sich aber den ersten Turniersieg seit 2014. Nicht ganz unschuldig an der Top-Platzierung dürfte Ortiz sein, der eben genau für diesen Golfkurs ein Glücksgriff für Kuchar war. 


Der Zweite mit Veränderungen an der Tasche in der vergangenen Woche war Lee Westwood. Die ehemalige Nummer eins der Welt meldete sich bei der Nedbank Golf Challenge hosted by Gary Player, einem Teil der Rolex Series, im Kreis der Sieger zurück. 

Der Engländer gewann dank einer finalen Runde mit 64 Schlägen ebenfalls sein erstes Turnier seit 2014. An der Tasche: Helen Storey, seine Freundin. Nicht sein Caddie Billy Foster, der ihn seit zehn Jahren begleitet hatte. Seit heute ist bekannt, dass Westwood weiter seiner Freundin vertrauen und sich von Billy Foster trennen wird.

" Lee wollte alles anders machen als wir es je getan hatten", sagte ein sichtlich konsternierter Foster. "Im Grunde genommen bedeutete es, dass ich nur noch die Tasche trug. Letztendlich war es für Lee nicht gut und auch nicht fair mir gegenüber. Leider war die Partnerschaft also abgelaufen, und das wussten wir beide. Die Zeiten ändern sich." 



Foster war bereits 2010 an der Seite von Westwood, als jener die Führung der Weltrangliste übernahm. Er war auch Caddie von Seve Ballesteros und Sergio Garcia, also ein Mann von Format. 

Manchmal sind es aber nicht nur die rein sportlichen Dinge, die den Erfolg ausmachen. Westwoods´Freundin Helen Storey wirkt wie ein Katalysator für sein Spiel. Bereits bei der "Made in Denmark" im September hatte sie als Caddie ausgeholfen, als Westwood erst im Playoff unterlag. Beim zweiten Versuch sprang direkt der erste Sieg seit vier Jahren heraus. 


Auch die Amerikanerin Lexi Thompson hat sich kurz vor dem Saisonfinale der LPGA laut einem Bericht der Golfweek nach einem neuen Caddie umgesehen. Kevin McAlpine scheint Geschichte zu sein. Während sich Thompson selbst in Schweigen hüllt, bestätigte McAlpine, dass er bei der CME Group Tour Championship in Naples nicht am Bag der 23-jährigen ist. 

McAlpine hatte bereits bei der ANA Inspiration Kritik einstecken müssen, als Lexi mit ihm als Caddie vier Strafschläge auferlegt bekommen hatte. 



In erster Linie ist es aber wohl der Versuch etwas Neues auszuprobieren. Thompson hatte bereits im Sommer eine Pause vom Profigolf eingelegt, weil sie "ihre mentalen Batterien aufladen" wollte. Seit ihrer Rückkehr hatte sie zweimal den Cut verpasst und lediglich ein Top-10-Ergebnis eingefahren. 

Seit 2013 hat die auf Nummer acht der Weltrangliste zurückgefallene Thompson in jedem Jahr mindestens ein Turnier gewonnen. Außer 2018. Das Saisonfinale in der kommenden Woche ist daher ihre letzte Chance. Wer an ihrer Tasche sein wird, ist noch nicht bekannt.


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