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Golf hat ein Längenproblem 05.02.2020

LANGE DRIVES USGA und R&A wollen dem Längen-Boom ein Ende bereiten
LANGE DRIVES USGA und R&A wollen dem Längen-Boom ein Ende bereiten
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Der Distance Insights Report von USGA und R&A behauptet, dass der Golfsport nur mit dem Ende des Längen-Booms einer erfolgreichen Zukunft entgegen blickt.


"Golf hat ein Längenproblem." So lautet das stark eingekürzte Fazit des 99-seitigen Distance Insights Berichts, den die Führungsgremien R&A und USGA Anfang Februar veröffentlicht haben. Der Bericht legt umfassend dar, wie der anhaltende Längen-Boom – gerade im Profisport – einen unerwünschten Effekt auf den Golfsport hat und der langfristigen Zukunft des Spiels abträglich ist.

Der Distance Insights Report stützt sich bei dem Bericht auf Daten von Experten aus der Branche, der internationalen Touren sowie Interessenvertretern und schließt mit einer 15-seitigen Erklärung sowie einer 99-seitigen Zusammenfassung der Forschungsergebnisse aus 57 Einzelberichten. USGA und R&A sind der Meinung, dass der Golfsport, obwohl sich die Drive-Längen seit mehr als einem Jahrhundert stetig zugenommen hat, nun an einem Scheideweg angelangt sei.

"Wir glauben, dass es dem Spiel auf Dauert schadet, wenn Golfplätze stetig expandieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben", sagte Mike Davis, CEO der USGA, dem Golf Channel. "Wir stecken nicht in einer Krise, schließlich ist das nicht über Nacht geschehen. Aber wir versuchen, ein Problem zu lösen, das unserer Meinung nach im besten Interesse aller Golfer ist."


Getrennte Regelwerke für Profis und Amateure?

Der Distance Insights Bericht habe einen mehrjährigen Prozess von USGA und R&A zur Folger, der in einer Änderungen der Richtlinien für Ausrüstung oder der Regeln im Gesamten führen könnte. In den nächsten 45 Tagen sollen eine Reihe spezifischer Forschungen veröffentlicht werden und im Anschluß ein verstärkter Austausch zwischen Interessenvertretern und Herstellern stattfinden.

Es wird erwartet, dass sie die Ergebnisse eine Local Rule für internationale Wettkämpfe empfehlen werden, die den Einsatz von Equipment zur Verringerung der Entfernung enthält. Obwohl der Begriff "Bifurkation", also ein getrenntes Regelwerk für Spitzensportler und Freizeitgolfer, in der Vergangenheit stets vermieden wurde, ließen USGA und R&A die Möglichkeit offen, in Zukunft zwei Regelwerke zu haben. "Eine gesamtheitliche Überprüfung ist derzeit nicht vorgesehen, um die Regularien dementsprechend zu verändern, dass sie zu einer erheblichen Verringerung der Schlagweiten auf allen Ebenen des Spiels führen", sagte Davis weiter.

Alle vorgeschlagenen Einschränkungen der Ausrüstung – darunter ein Rollback beim Golfball oder Einschränkungen der Schlägerkopfs beim Driver – würde bei den Herstellern auf starke Gegenwehr treffen. Allerdings erklärte Davis, dass die Hersteller nach der Veröffentlichung der Forschungsergebnisse natürlich in der Lösungsphase integriert werden sollen.

"Dies ist ein langfristiger Prozess; ein mehrjähriger Prozess, ein kooperativer Prozess", sagte Davis. "Damit dieser Prozess funktioniert, muss die Golfindustrie als Ganzes einbezogen werden. Der Golfsport hat ein Problem, und den können wir nur gemeinsam lösen."


Weite Abschläge schaden dem Golfsport

"Größere Abschlagweiten, längere Plätze, das Spielen von längeren Tees und die damit verbundenen längeren Spielzeiten führen den Golfsport in die falsche Richtung", bilanziert der Distance Insights Bericht, "und sind nicht nötig, um den Golfsport in Zukunft herausfordernd, angenehm oder nachhaltig zu gestalten".

Längere Plätze bringen das Spiel zudem in Konflikt mit dem wachsenden Bewusstsein der Gesellschaft für die Umwelt und die ökologischen Langzeitfolgen. Es sei nun mehr denn je notwendig, sich mit den Problemen in Bezug auf Wasser und Chemikalien, den Schutz von Wildtieren und deren Lebensräumen sowie dem Energieverbrauch auseinanderzusetzen.

"Wir glauben, dass der Golfsport nur dann in den nächsten Jahrzehnten und darüber hinaus wachsen und gedeihen wird, wenn der anhaltende Zyklus von immer größeren Schlagweiten und längeren Golfkursen beendet wird", lautet das Fazit des Distance Insights Reports von R&A und USGA.



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