22019
Coverstory: Francesco Molinari HOLY MOLI
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Profi mit Profil 20.03.2019

Aaron Leitmannstetter, Jahrgang 1993, aus Maitenbeth, Bayern, will den Durchbruch bei den Profis schaffen
Aaron Leitmannstetter, Jahrgang 1993, aus Maitenbeth, Bayern, will den Durchbruch bei den Profis schaffen
Sein erster Profi-Titel gelang ihm bei der Ghala Open 2016
Sein erster Profi-Titel gelang ihm bei der Ghala Open 2016
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Große Ziele: Aaron Leitmannstetter über den steinigen Weg vom talentierten Amateur zum etablierten Profi.



Golf-Deutschland wartet auf den nächsten Star-Spieler. Bis auf Maximilian Kieffer konnte sich in jüngerer Vergangenheit kein Deutscher mehr auf der European Tour etablieren. Eine magere Ausbeute, vor allem im Vergleich mit den erfolgreichen Nachbarländern. Aaron Leitmannstetter will den Sprung auf die Tour schaffen. Er absolvierte den klassischen Werdegang: Förderkader Bayern, früh auf Scratch-Niveau, ab in den Nationalkader. Es folgt eine Amateur-Laufbahn mit beachtlichen Erfolgen. Und jetzt? Ein Gespräch über den schwierigen Übergang vom talentierten Amateur zum erfolgreichen Profi. 

Herr Leitmannstetter, wieso gelingt so wenigen deutschen Kader-Spielern der Schritt ins Profilager? 
Die Betreuung ist erstklassig, was die Erfolge der Kader beweisen. Ich bin dem Verband auch sehr dankbar. Aber die Förderung für die jungen Profis wäre elementar wichtig. Man fällt von 150 Prozent Unterstützung durch den Verband auf fast null.

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Was könnte man besser machen?
In anderen Ländern ist die Unterstützung viel breiter. Es gibt B- und C-Kader und die Förderung geht auch nach dem Schritt ins Profilager weiter. Sei es durch Hilfe bei der Sponsorenakquise oder auch das Ausrichten von Profi-Turnieren, was den nationalen Spielern Startplätze garantiert. Auch die Star-Spieler können sehr viel beitragen – und das nicht nur im finanziellen Bereich. Großartige Arbeit leistet die Paul Lawrie Foundation in Schottland, die Talente an die Hand nimmt und berät. Kürzlich hat David Law, der von der Stiftung unterstützt wird, auf der European Tour gewonnen. Auch Ernie Els setzt sich in Südafrika enorm für den Nachwuchs ein. Man kann von solchen Persönlichkeiten so viel lernen. 

Wie schwierig ist es, als Jung-Profi Sponsoren und Partner zu finden? 
Für die großen Firmen ist man zu klein, und der Mittelständler, der zum Beispiel in England und Schweden sehr intensiv unterstützt, konzentriert sich lieber auf die C-Jugend des örtlichen Fußballvereins. Was ich aber ganz eindeutig klarstellen möchte: Wenn man das Zeug hat, dann schafft man es. Ich will nicht jammern. 



Gibt es eine Zweiklassengesellschaft bei den Nachwuchs-Spielern auf der Tour? 
Kann man so sagen, wenn einige Kollegen aus dem Ausland mit Trackman und Full-Time-Caddie anreisen, in einem ordentlichen Hotel mit Gym schlafen und man selbst der Typ ist, der im Auto pennt. Aber wie gesagt: Der Fehler liegt nicht bei den anderen. 

Was sind die nächsten Schritte für Sie persönlich auf dem langen Weg zum etablierten Profi? 
Ich habe erst vor Kurzem meine Bachelor- Arbeit im Sportmanagement abgegeben und kann dieses Jahr endlich Vollgas geben. Mein Management hat mir ermöglicht, bei bis zu sieben Turnieren auf der Challenge Tour dabei zu sein. Des Weiteren stehen zu Beginn der Saison einige Starts auf der Mena Tour in Dubai an. 

Wieso die Mena Tour in Dubai?
Ich habe eine besondere Beziehung zu Dubai. Mein Vater hat dort berufsbedingt ein paar Jahre verbracht, und ich war oft über den Winter vor Ort. Ich durfte viel im Emirates GC trainieren und habe dort auch meinen Trainer Stephen Deane kennengelernt. Die Mena Tour ist lukrativ. Dort habe ich auch meinen ersten Profi-Titel gewonnen. 

Wie ist das Gefühl aktuell?
Ganz gut soweit. Ich habe im vergangenen Jahr vor allem in der ersten Hälfte starkes Golf gespielt und gezeigt, dass ich auf der Challenge Tour mitspielen kann. Allerdings habe ich 14 neue Schläger im Bag, was immer eine gewisse Eingewöhnungszeit zur Folge hat. 

Was sind die Schwerpunkte im Training?
Mein kurzes Spiel ist sehr gut, meine Abschläge müssen hingegen stabiler werden. Auf dem Niveau kann sich keiner leisten, Bälle zu verlieren. Etwas mehr Stabilität und ich kann durchaus oben mitspielen. 


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