16.03.2024 | 11:25

Golfausrüstung im Test: So testen wir Driver, Eisen, Bälle und Co.

Der Miya Shot Robo V Schwungroboter mit seinen drei unabhängig voneinander arbeitenden Servomotoren. Er ist der perfekte Tester, um objektiv vergleichbare Resultate zu erzielen.
Robogolfer
Robogolfer

Wir testen Golfausrüstung, also Golfschläger, Golfbälle und auch Golfschäfte, mit dem Miya Shot Robo V Schwungroboter. Wie unser Testverfahren aussieht und worauf es dabei als Endverbraucher zu achten gilt, haben wir hier für Sie zusammengefasst …


Nach jeweils vorhergehender Justierung schlägt der Miya Shot Robo V-Schwungroboter mit seinen drei unabhängig voneinander arbeitenden Servomotoren insgesamt 50 Bälle mit jedem Golfschläger mit einem Eintreffwinkel von null Grad.

Davon zehn im Sweetspot mit „square“ ausgerichteter Schlagfläche, zehn im Sweetspot mit geöffnetem Schlägerblatt (6°) zur Schwungrichtung, um Slices zu simulieren, sowie weitere zehn im Sweetspot mit geschlossener Schlagfläche (6°) zur Schwungrichtung, um Hooks zu simulieren.

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Hierbei geht als Kriterium die Intensität der Rechts- bzw. Linkskurve in die Bewertung ein – je geringer die Kurve, desto besser.

Hinzu kommen zehn außerhalb des Sweetspots, nahe des Schafts (Heel) getroffene Schläge, sowie zehn nahe der Schlägerspitze (Toe).

Beispiel-Chart aus der TrackMan-Software
Beispiel-Chart aus der TrackMan-Software

Damit wird die Fehlertoleranz der Golfschläger bei unsauber getroffenen Bällen simuliert. Wertvolle Daten vor allem für Golfer, die den Ball noch nicht regelmäßig optimal im Sweet Spot treffen.

Aus den jeweils zehn geschlagenen Bällen haben wir die zwei besten und schlechtesten Ergebnisse entfernt und aus den übrigen sechs den Durchschnitt errechnet. Das sind die Werte, die Sie in den Tabellen bzw. Charts vorfinden.

Die Schlägerkopfgeschwindigkeit im Treffmoment beträgt bei den Drivern, wie folgt:

  • Driver Herren: 90mph (~145 km/h)
    • Graphitschäfte mit „Regular Flex”
  • Driver Damen: 75mph (~121 km/h)
    • Graphitschäfte mit „Ladies Flex“

Bei verstellbaren Drivern wird zudem ein neutrales Setup gewählt.

Der Eintreffwinkel der Schlagfläche auf den Ball (angle of attack) liegt zudem bei den Drivern bei 0°.

Der Radar-optimierte Titleist Pro V1 RCT Golfball
Der Radar-optimierte Titleist Pro V1 RCT Golfball

Als Ball verwenden wir einheitlich bei unseren Tests den Radar-optimierten Titleist Pro V1 RCT.

Als Datenanalysegerät wiederum einen hochmodernen TrackMan 4 Launchmonitor mit Dopplerradar-Technologie und integriertem Kamerasystem.

State-of-the-art Launchmonitor zur Datenerfassung: Der TrackMan mit Dopplerradar-Technologie und integriertem Kamerasystem
State-of-the-art Launchmonitor zur Datenerfassung: Der TrackMan mit Dopplerradar-Technologie und integriertem Kamerasystem

Subjektiver Test durch den Pro

Seit diesem Jahr gibt es zudem einige Neuerungen, die unsere Tests nicht nur umfassender, sondern auch aussagekräftiger machen sollen.

Neben den bereits bekannten, objektiven Datenanalysen durch unseren Schwungroboter, bringen wir den „Human Factor“ in Form subjektiver Tests und Einschätzungen durch unseren Kollegen Sascha Antic, Fully Qualified PGA Golfprofessional, ins Spiel.

Das Ziel: Ihnen durch diese Kombination noch präzisere Informationen hinsichtlich der Vorauswahl für Sie in Frage kommender Driver zu liefern.

Nichtsdestotrotz empfehlen wir unverändert, eine erste Auswahl an in Frage kommender Schläger testweise im Proshop auszuleihen und sie auf der Driving Range und auch dem Platz auszuprobieren.

Sollte ein Favorit Ihre Erwartungen erfüllen, so sollten Sie zudem auch ein professionelles Fitting durchführen lassen, um diesen genau auf Ihre individuellen Schwungtendenzen anzupassen und in der Folge das Beste für Sie herauszuholen.

Wie Sie mit den Daten umgehen …

Die mit dem Schwungroboter getestete, objektive Performance liefert mithilfe des TrackMan erkenntnisreiche und aussagekräftige Daten zu den einzelnen Test-Aspekten.

Sie sollten dabei den Fokus auf die Ballflugparameter richten, die Ihren Ball stabiler, gerader und weiter fliegen lassen.

Impact Location bei den Drivern
Impact Location bei den Drivern

Der subjektive Test versteht sich als ergänzendes Feintuning, schließlich soll der Driver auch optisch und haptisch Ihren Ansprüchen gerecht werden.

Der erste Schritt sollte demnach sein, eine Kategorie zu wählen, die am ehesten auf Ihr Spielniveau zutrifft. Dabei sollte die Priorität auf dem Aspekt liegen, der Ihre Schläge am meisten beeinflusst.

Kategorie Game Improvement

Diese Schläger-Kategorie zeichnet sich durch eher Slice-korrigierende Eigenschaften bzw. hohe Fehlerverzeihung bei nicht mittig getroffenen Bällen aus.

Durch den Einsatz von teilweise leichteren und flexibleren Schäften fördern sie zudem höhere Schwunggeschwindigkeiten.

Haben Sie beispielsweise eine Slice-Tendenz, dann sollten Sie sich eher in der Kategorie Game-Improvement umsehen.

Haben Sie zwar keine ausgeprägte Slice-Tendenz oder sind eventuell Anfänger, treffen den Ball also nicht regelmäßig im Sweet Spot, so empfiehlt sich hier ein Schläger mit neutralem Ballflug bzw. einer geraden Schlagfläche.

Ein entsprechender Schläger aus der Kategorie Allround könnte allerdings möglicherweise ebenfalls gut passen. Die Kategorien lassen sich demnach nicht strickt voneinander abgrenzen.

Kategorie Allround

Diese Schläger-Kategorie zeichnet sich durch Modelle mit höherer Energieübertragung und Effizienz im Treffmoment aus, jedoch mit in der Regel geringerer Fehlerverzeihung als die der Kategorie Game Improvement.

Die Allround-Modelle liefern ein ausgewogeneres Gesamtpaket mit etwas weniger Fehlerverzeihung, dafür aber in der Regel mit höheren Ballgeschwindigkeiten und weniger Spin.

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Hier könnten Sie sich umschauen, wenn Sie Ihren Fokus auf eine Maximierung der Schlagweite legen wollen. Und gleichzeitig der ein oder andere Fehltreffer nicht sonderlich ins Gewicht fällt.

Kategorie Ladies

Bei den Damen-Modellen geht es  in der Regel um eine Steigerung der Schwunggeschwindigkeit und einen höheren Ballflug für insgesamt mehr Länge.

Diese Modelle fokussieren sich demnach auf einen höheren Ballstart und eine Erhöhung der Schwunggeschwindigkeit durch leichtere und flexiblere Schäfte.

Worauf sollten Sie achten?

Zunächst sollte ein Schläger eine möglichst hohe Ballspeed im Treffmoment generieren, wodurch der Energietransfer auf den Ball verdeutlicht wird.

Beim Abflugwinkel und auch bei der maximalen Höhe der Flugbahn des Balls ist dies eine andere Sache. Beide Faktoren sind eher subjektiv, Letztere wird zudem maßgeblich von der Spinrate des Balls – ein wiederum bedeutender Faktor – beeinflusst.

In der Regel gilt: Je höher die Spinrate, desto höher die Flugbahn, da sich der Ball höher in den Himmel „schraubt“. Dies geht jedoch zulasten der Carry-Länge – jener Distanz, die der Ball in der Luft zurücklegt, bis er zum ersten Mal auf den Boden trifft – sowie des Rolls und damit der Gesamtdistanz (Carry plus Roll).

Zu wenig Spin bzw. eine zu flache Flugbahn resultiert meist in einem kurzen Carry, jedoch in der Regel verbunden mit einem längeren Roll. Der Ball „stürzt“ hier regelrecht ab.

Das perfekte Zusammenspiel ist das A und O – nicht zuletzt natürlich der Ball bzw. dessen Spin-Eigenschaften.

Beispiel-Chart zur Flugbahn bei den Drivern
Beispiel-Chart zur Flugbahn bei den Drivern

Bei den Fehlertoleranz-Kategorien (Slice-, Hook-, Heel- und Toe-Treffer) ist es dagegen ganz einfach. Je geringer die Abweichung von der Ideallinie null desto besser.

Ein „L“ bedeutet hier links, ein „R“ wiederum rechts davon, ein „+“ mehr Längenmeter als mit square ausgerichteter, mittig getroffener Schlagfläche, ein „–“ weniger.

Auch hier ist eine möglichst geringe Abweichung in jede Richtung am positivsten zu bewerten.

Die Parameter erklärt: Objektiver Robotest

Schwunggeschwindigkeit (mph): Die Geschwindigkeit des Schlägerkopfs im Treffmoment.

Ballspeed (mph): Die übertragene Energie des Schwungs äußert sich in der Geschwindigkeit, mit der der Ball die Schlagfläche verlässt. Die beiden maßgeblichen Faktoren hierfür sind die Schwunggeschwindigkeit und die Qualität des Treffers.

Abflugwinkel (Grad): Der Winkel mit dem der Ball die Schlagfläche verlässt. Ein höherer Winkel bedeutet auch einen höheren Ballabflug.

Spinrate (U/min): Die Spinrate gibt an, wieviele Umdrehungen der Ball um seine eigene Längsachse pro Minute absolviert. Entgegen der weitverbreiteten Ansicht, gibt es keinen seitlichen Spin, sondern nur den Rückwärtsdrall.

Die Achse, um die sich der Ball letztlich dreht, kann jedoch je nach Treffer und verwendetem Schläger mehr oder weniger seitlich neigen und so zu einer sogenannten Flugkurve führen (Draw, Fade).

Beispiel-Chart zur Flugbahn bei den Eisen
Beispiel-Chart zur Flugbahn bei den Eisen

Maximale Flughöhe (m): Die maximale Flughöhe, die der Ball während seines Fluges erreicht. Da der höchste Punkt eines Drives z. B. weiter vom Spieler entfernt liegt, als der eines Eisenschlags, kann die Flugkurve hierbei flacher aussehen, als es eigentlich der Fall ist – und umgekehrt.

Carry (m): Die Flugweite des Balls nach dem Schlag, bis er das erste Mal auf dem Boden auftrifft.

Roll (m): Die Entfernung, die der Ball nach der Landung rollt, bis er zur Ruhe kommt.

Gesamtdistanz (m): Die Summe von Carry und Roll, also die Gesamtlänge des Schlags.

Flugkurven (Slice, Hook): Die seitliche Abweichung des Balls, gemessen an seiner ursprünglichen Startrichtung. Ein Slice trägt als Kennung ein „R“ (rechts), ein Hook ein „L“ (links).

Längendifferenz (m): Der Längenunterschied eines Fehltreffers im Vergleich zur Gesamtdistanz bei gerader Schlagfläche.

Die Parameter erklärt: Subjektiver Test durch den Pro

Schlagfläche: Beschreibt, ob die Schlagfläche aus der Setup-Perspektive gewölbt oder gerade bzw. geöffnet oder geschlossen erscheint.

Trägheit: Wieviel Energieaufwand nötig ist, um den Schläger zu schwingen. Diese Angabe bezieht sich auf den Vergleich der Schläger untereinander.

Balance: Die Gewichtsverteilung des Schlägers.

Gefühl im Treffmoment: Wie sich der Treffmoment auf der Schlagfläche anfühlt.

Rückmeldung: Wie gut sich spüren lässt, ob der Ball mittig oder nicht mittig getroffen wurde. Eine geringere Rückmeldung kann aber auch eine höhere Stabilität und gesteigerte Fehlerverzeihung bei Fehltreffern bedeuten.

Klang: Wie sich der Schläger im Treffmoment anhört.

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