23.09.2021 | 12:12

Im Zeitlupentempo

Dr. med. Norbert Dehoust
Dr. med. Norbert Dehoust

Läuft Ihnen die Zeit davon? Wenn es mit der Kopplung aus Rück- und Durchschwung schwierig wird. Auf das richtige Timing kommt es an. Dr. Med. Dehoust erläutert, was man verbessern kann.


Nehmen Sie sich Zeit für den Rückschwung, heißt es immer. Gemeint ist damit, dass ein langsamerer Rückschwung einem mehr Zeit gibt für die Umschaltung auf den Durchschwung. Dabei laufen allerdings viele Bewegungsmomente reflektorisch ab.

Die Nervenleitungsgeschwindigkeit ist einfach zu langsam, um jeden Anteil der Schwungbewegung willkürlich zu steuern. Damit die reflektorischen Anteile des Schwungablaufs reibungsloser funktionieren und der Körper nicht gezwungen ist, auf eine fehlerhafte Stellung des Schlägerblatts im Raum während der Bewegung mit Kompensationen zu reagieren, hat Ihnen Ihr Golflehrer die Basics nahegelegt, wie zum Beispiel Griff und Ansprechposition.

+++Mehr von Dr. Dehoust: Wenn der Ellenbogen wegen Golf schmerzt+++

Damit Ihr „Bewegungsorgan“ aber in der Vorbereitung dieser sehr komplexen Bewegungsfolge aus Rück- und Durchschwung die richtigen „Verschaltungen“ tätigt, gibt es ein paar hilfreiche Überlegungen und Drills.

1.

Zum Einüben einer neuen oder veränderten Bewegungsfolge sind immer langsame Bewegungsabläufe notwendig. Am besten im Zeitlupentempo, damit das „Muskelgedächtnis“ diese Bewegungsfolge dann auch in Echtzeit, das heißt, im normalen Golfschwungtempo, reflektorisch abrufen kann.

2.

Die veränderten Bewegungsmuster sind immer und immer wieder langsam zu trainieren, da Ihr „Bewegungsorgan“ beim normalen Schwungtempo das Bewegungsmuster abruft, das sich in vielen Tausend Bewegungsabläufen vorher eingeprägt hat.

Deswegen geht „Überschreiben“ einer fehlerhaften Bewegung nur mit sehr vielen langsamen Bewegungsausführungen. Und am besten nie mehr an das alte Bewegungsmuster denken, oder es gar in der Verzweiflung, weil das neue Muster noch nicht gleich funktioniert, wieder aufleben lassen.

Dann ist der Golfer zwischen zwei „Bewegungswelten“, und das haben selbst sehr gute Profigolfer leidvoll erfahren müssen, die viele Trainer gewechselt haben, wenn es bei dem einen oder anderen Turnier mal nicht so gut gelaufen ist.

Wie schafft man es jetzt, dass man sich Zeit lassen kann?

Insbesondere wenn man beim Rückschwung das Gefühl hat, man kann die Schulter nicht in eine ausreichende Endposition drehen? Willi Hofmann, der Trainer von Bernhard Langer, hat immer wieder betont, dass die „Tiefe“ des Rückschwungs fehlt, wenn es mal beim Altmeister nicht ganz perfekt „zusammenging“ in der Kopplung.

DRILL 1: Die Ausgangsstellung | DRILL 2: In die Endstellung
 Drill 1: Die Ausgangsstellung                                                  Drill 2: In die Endstellung

Neben den Übungen, die wir in früheren Ausgaben für die Verbesserung der Rotationsfähigkeit des Oberkörpers empfohlen haben, würde sich hierzu noch eine Muskelenergietechnik (Rückschwung gegen Widerstand) anbieten. Diese kann man einfach mit einem nicht zu strammen Theraband beüben kann (siehe Bild 1 und 2).

 

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