13.06.2021 | 11:52

Mit einer hohen Flugbahn zu längeren Abschlägen

Thomas Gögele
Thomas Gögele

Mit einer hohen Flugbahn zu längeren Abschlägen. Thomas Gögele, Deutscher Meister 2020 der Golflehrer der PGA of Germany, über den Schlüssel zu längeren Drives. Oder: Warum man von innen an den Ball kommen muss, um damit eine höhere Flugbahn zu erzeugen.


Beim Masters in Augusta beispielsweise haben wir wieder einmal erleben dürfen, wie die besten Professionals die Drives auf tolle hohe Flugbahnen bringen und damit sensationelle Weiten erzielen. Nicht nur die Kraftprotze um Bryson DeChambeau, sondern auch der junge, eher schmächtige Will Zalatoris, der Zweiter wurde.

Es sind also nicht nur die Muckis. Daher ist das interessantere Thema doch, wie man den Ball überhaupt so zum Fliegen bringt, also Grundlagen im Golfschwung. Denn was jeder und jede erreichen kann und sicherlich möchte: das eigene Längen-Potenzial ausschöpfen.

+++ Zum Thema: Thomas Gögele: Rotation im Golfschwung +++

Ein weit verbreiteter Irr-Glaube: Ein toller Drive muss flach sein, damit er viel rollt. Im Gegenteil: Der perfekte Drive steigt früh und hält dann lange seine Höhe, um mit einem eher flacheren Landewinkel wieder auf das Fairway zu treffen und dann noch zu rollen.

Für jede Schlägerkopfgeschwindigkeit gibt es optimale Parameter, um die beste Länge zu erzielen. Der erste Schritt ist aber, den Ball überhaupt erst mal auf eine Abflughöhe zu bringen. Dann kann man sich ans Optimieren machen.

Mehr Länge vom Abschlag – let it fly!

Der Schlüssel, um den Ball zum Fliegen zu bringen, ist die Richtung, aus der der Driver zum Ball kommt. Die Richtung beeinflusst auch den Angriffswinkel (Angle of Attack) des Schlägerkopfes im Treffmoment.

Training Driver: Kommt der Schläger von außen an den Ball (orangener Bereich), wird es problematisch
Training Driver: Kommt der Schläger von außen an den Ball (orangener Bereich), wird es problematisch

Kommt man von außen, ist der Angle of Attack eher steil, man drückt den Ball also nach unten, der Ball fliegt flach ab.

Kommt man von innen, ist der Angle of Attack eher flach/positiv und man kann den Ball mehr in der Aufwärtsbewegung treffen. So steigt er früh.

Training Driver: Kommt der Schläger von innen an den Ball (grüner Bereich), ist alles bestens
Training Driver: Kommt der Schläger von innen an den Ball (grüner Bereich), ist alles bestens

Besonders interessant ist dabei: Je niedriger die Schlägerkopfgeschwindigkeit, desto höher muss der Launch Angle sein. Ein Amateur mit einer Schlägerkopfgeschwindigkeit von 90 mph benötigt einen Abflugwinkel von circa 16 Grad. Ein Tourspieler mit einem Clubhead Speed von 115 mph benötigt nur um die 13 Grad Launch, um seine optimale Weite erzielen zu können.

Vorausgesetzt natürlich, dass die Spin Rate stimmt. Höhe ist also gerade bei Amateuren sehr wichtig und dafür gibt es spezielle Golf Übungen.

„Von innen kommen“ bedeutet, dass der Schläger im Abschwung hinter dem Körper herunterschwingt (im grünen Bereich). Das ist für viele eine eigenartige Vorstellung, da der Schlägerkopf dann völlig aus dem Blickfeld ist. Aber nur auf diese Weise kann man den Driver so an den Ball bringen, dass dieser optimal fliegt.

Thomas Gögele, betreibt das neue Indoor Golfcenter Starnberger See in Bernried. Das Golfcenter ist ausgestattet mit zwei Trackman-Simulatoren, K-Vest, Sam Puttlab, Bodytrack Druckmessplatte, einer 50 m² großen Puttfläche und einem Outdoor-Übungsgrün. Golfer aller Spielstärken können dort Unterricht nehmen, Runden am Simulator spielen oder selbstständig trainieren.

Info: www.golfsta.de oder Tel. 0172/86 27 660

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