15.06.2022 | 15:29

Rory McIlroy – der Anti-LIV-Golf-Protagonist

Golftimer
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Rory McIlroy kristallisiert sich – zusammen mit einigen anderen PGA-Tour-Pros wie Justin Thomas – mehr und mehr zum Gesicht der Anti-LIV-Golf-Bewegung. Da überraschte es niemanden wirklich, dass die erste Frage, die dem Nordiren am Dienstag, im Vorfeld der 122. U.S. Open, gestellt wurde, sich eben mit LIV Golf befasste.


Und das trotz des Siegs McIlroys (Foto: picture-alliance) am vergangenen Sonntag bei der RBC Canadian Open, wo er seinen 21. Titel auf der PGA Tour gewann.

Diese Zahl war für McIlroy von Bedeutung, denn sie ist um einen Zähler höher als die 20 Tour-Titel, die LIV-Golf-CEO Greg Norman in seiner Karriere für sich entscheiden konnte.

Unnötig zu erwähnen, dass der Weltranglisten-Dritte bei mehr als einer Gelegenheit freudig darauf hinwies.

Es war dies Rory McIlroys jüngster Seitenhieb gegen die LIV Golf Invitational Series, die letzte Woche ihr erstes Turnier im Centurion Club, London, veranstaltete.

Und der es gelang, mit ihren enormen Antrittsgeldern, astronomischen Preisgeldern sowie dem neuen 54-Loch-Einzel- und Teamformat, dabei ohne Cut und mit Kanonenstart, Stars wie Phil Mickelson, Dustin Johnson, Sergio Garcia oder Bryson DeChambeau von der PGA Tour abzuwerben.

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Rory McIlroy und Justin Thomas vereint

McIlroy erweist sich zusammen mit unter anderem Justin Thomas zunehmend als der Protagonist des Widerstands der PGA Tour gegen LIV Golf. Das, indem er sich in der Vergangenheit bereits häufig dagegen aussprach und seine Enttäuschung über die Spieler zum Ausdruck brachte, die in London an den Start gegangen waren.

„Es ist das Richtige“, sagte McIlroy auf die Frage, warum er sich so offen dagegen äußerte. „Die PGA Tour wurde von Menschen und Spielern wie Jack Nicklaus und Arnold Palmer gegründet, die vor uns da waren. Sie haben etwas geschaffen und hart für etwas gearbeitet. Und ich hasse es, zu sehen, wie all die Spieler, die vor uns kamen, und all die harte Arbeit, die sie investiert haben, einfach ins Leere laufen sollen.“

Gewinnt die RBC Canadian Open 2022: Rory McIlroy (Foto: picture-alliance)
Gewinnt die RBC Canadian Open 2022: Rory McIlroy (Foto: picture-alliance)

„Sie alle haben die Wahl zu spielen, wo sie spielen wollen, und sie haben ihre Entscheidung getroffen“, so McIlroy weiter. „Aber mein Vater sagte mir einmal vor langer Zeit: Wenn du dein Bett gemacht hast, liegst du auch darin. Und sie haben ihr Bett gemacht. Das ist ihre Entscheidung und damit müssen sie nun leben.“

Im Februar sagte McIlroy noch, LIV Golf sei am Ende, nachdem mehr als ein Dutzend der Top-Stars der PGA Tour ihre Treue geschworen hatten. Einige dieser Spieler machten jedoch einen Rückzieher und wechselten zur neuen Konkurrenz-Liga.

„Ich schätze, ich habe die Aussagen vieler Spieler für bare Münze genommen. Das hatte ich wohl falsch verstanden“, so McIlroy.

„Es gab Spieler, die sich der PGA Tour verschrieben hatten, und das war, was veröffentlicht wurde. Ich hatte sie beim Wort genommen, aber das war falsch.

Ich werde den Jungs, die sich entschieden haben, an diesen Veranstaltungen teilzunehmen, weiterhin nahe stehen. Es ist ja nicht so, dass man in allem, was Freunde tun, immer einer Meinung sein muss.  Und das ist auch gut so.

Das ist es, was diese Welt so großartig macht. Wir können nicht alle in allem übereinstimmen. Ich denke nur, dass viele der Jungs, die jünger sind und dort spielen werden, eher kurzfristig denken und nicht wirklich das große Ganze im Blick haben.“

Rory zufrieden mit seiner Form

Was sein eigenes Golf angeht, so äußerte sich McIlroy sehr zufrieden. Und er fügte hinzu, dass er nach seinem Sieg in Kanada nun etwas mehr Rückenwind hat bei dem Versuch, seine achtjährige Durststrecke zu beenden, was einen Majorsieg angeht.

„Das gibt einem eine Menge Selbstvertrauen“, sagte McIlroy. „Ich denke, es war die Art und Weise, wie ich letzte Woche gewonnen habe, die mich am meisten mit Stolz erfüllt hat.

Ich hatte früh auf den letzten Neun die Führung, habe diese aber dann verloren. Zwei Löcher vor Schluss lagen wir gleichauf, und dann habe ich eine wirklich gute Leistung gezeigt und auf den letzten beiden Löchern jeweils ein Birdie gespielt, um den Job zu erledigen.

Rory McIlroy und Tiger Woods während der 1. Runde der 104. PGA Championship in Southern Hills (Foto: Imago)
Rory McIlroy und Tiger Woods während der 1. Runde der 104. PGA Championship in Southern Hills (Foto: Imago)

Meine letzten beiden Auftritte bei Majors waren ziemlich gut (2. Platz beim Masters, 8. Platz bei der PGA Championship, Anm. d. Red.). Ich fühle mich also langsam wieder wohler mit meinem Spiel. Auch wenn die Majors die härtesten Prüfungen im Golfsport darstellen.

Ich denke, mein Spiel ist jetzt an einem Punkt, an dem ich mich sicher fühle, auf diese Golfplätze zu gehen, die schwieriger sind als die der regulären Tour-Events. Und es ist gut, zu wissen, dass ich das Spiel und die Mentalität habe, um auf ihnen erfolgreich zu sein.“

Man darf also gespannt sein, was Rory McIlroy ab Donnerstag im The Country Club in Brookline zustande bringen wird.

Rory schlägt ab 7.40 Uhr Ortszeit (13.40 Uhr MEZ) zusammen mit Hideki Matsuyama und Xander Schauffele von Tee 10 ab.

Hier geht es zu den TeeTimes der 1. Runde der 122. U.S. Open

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