golf time 12020
Coverstory: Esther Henseleit HEISSES EISEN
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Ihm reicht's 04.05.2020

Symbolbild
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Der GC Bergkramerhof öffnet seine Spielbahnen – trotz bestehenden Ausgangsbeschränkungen. Ihm reiche es, erklärt der Präsident.


Wir befinden uns im Corona-Zeitalter. In ganz Bayern gilt: Golfspielen ist nicht gestattet. In ganz Bayern? Nein! Ein von einem unbeugsamen Präsidenten geführter Golfplatz hört nicht auf, der Regierung Widerstand zu leisten. Und öffnet trotz Verbots den Betrieb.

"Fünf Bundesländer haben das Golfspielen bereits frei gegeben. Wir leben in einem Land, in dem die Grundrechte nicht an Ländergrenzen aufhören", erklärt Dr. Josef Hingerl, Präsident der Golfanlage Bergkramerhof in Wolfratshausen, Oberbayern. "Ich nehme jetzt mein Grundrecht auf Berufsfreiheit und mein Persönlichkeitsrecht wahr und eröffne den Golfplatz auf mein Risiko."

Dr. Josef Hingerl (rechts im Bild)

Nicht mehr verhältnismäßig

Der Präsident verspricht dabei, dass Gäste der seit Montag, den 4. Mai, geöffneten Anlage nichts zu befürchten hätten. Sie würden sich ja nur lediglich an der frischen Luft bewegen und Sport betreiben Sport. So wie es von der Bundeskanzlerin und unserem Ministerpräsidenten gewünscht wäre. Sport und Bewegung an der frischen Luft seien das Wichtigste, um das Immunsystem zu stärken und uns aus der Krise zu führen", erklärte Hingerl in einem offenen Brief an die bayerische Landesregierung und Ministerpräsident Markus Söder. 

"Zumindest ab dem 4. Mai 2020 sind nicht nur meine Grundrechte auf freie Entfaltung meiner Persönlichkeit und der Berufsfreiheit (Betrieb eines Golfplatzes) verletzt, sondern auch die meiner Mitspielerinnen und Mitspieler", führt Hingerl weiter aus. Auf jeden Fall sei das bei der Einschränkung der Grundrechte zu beachtende Verhältnismäßikeitsprinzip eklatant verletzt, begründet der Präsident der Anlage seine Entscheidung. Schließlich wäre das Risiko einer Ansteckung auf einem Golfplatz deutlich geringer als in einer Buchhandlung, einem Baumarkt oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.

"Viel Porzellan zerschlagen..."

Während die Regierung von Ministerpräsident Söder die Coronavirus-Pandemie aufgrund der überdurchschnittlichen Ausbreitung mit stärkeren Einschränkungen bekämpft, darf in Bremen, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin mit Abstandsregeln und Hygienebestimmungen wieder abgeschlagen werden.

Eine Entscheidung gegen das Gesetz mit ungewisser Reaktion der Regierung. Ob dieser Alleingang der erste Impuls einer raschen generellen Wiederaufnahme des Golfsports sein kann, bezweifelt Dr. Werner A. Pröbstl, Präsident des Golfclub Starnbergs. 

"Sie sind dabei, viel Porzellan zu zerschlagen", so die direkte Kritik an seinen Kollegen. "Mit der angekündigten Öffnung setzen Sie ein Zeichen, das vor allem zweierlei ist, unsolidarisch gegenüber den anderen Golfclubs, die sich an die bestehenden Regeln und Verordnungen halten, zum anderen gefährlich kontraproduktiv, da das Verhalten allem Golfclubs zugeschrieben werden kann."


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