29.09.2020 | 12:09

Die Technik für den Bunker

Below Par
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Schritt für Schritt zu guten Bunkerschlägen: Der Weg aus dem Sand ist für viele Golfer steinig. Oft fehlt es an der richtigen Technik und am korrekten Setup.


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Bunkerschläge sind bei Amateuren nicht allzu beliebt. In unseren Augen hat das zwei Gründe:

Um den Ball zuverlässig aus dem Sand und neben die Fahne befördern zu können, müssen wir zunächst den Sand und erst dann den Ball treffen. Zu viel Sand und wir dürfen direkt nochmal ran. Zu wenig Sand und wir toppen den Ball hinters Grün. Je nach Sand-Typ kann es sein, dass unsere Schlagfläche den Ball gar nicht erst berührt. Das macht den Bunkerschlag einzigartig — und teilweise auch etwas abschreckend.

Plus: Da der Sand unser Wedge abbremst, setzt ein guter Bunkerschlag eine relativ große Bewegung voraus. Deutlich größer als würden wir eine vergleichbare Distanz vom Fairway zurücklegen.

Doch Bunkerschläge sind gar nicht so schwer, wenn wir wissen, worauf es ankommt. Genau darum geht es in diesem Artikel. Unserer Erfahrung nach sind es letztendlich nur drei Dinge, die den wesentlichen Unterschied zwischen einem guten Bunkerschlag machen und einem, bei dem wir den Sandkasten kopfschüttelnd und unzufrieden verlassen.

Das Beste: Sitzt unsere Ansprechposition, haben wir die halbe Miete bereits in der Tasche.

Technik Bunker – Tipp #1: Tief in die Hocke und Schlagfläche öffnen

Bei einem guten Bunkerschlag wollen wir zunächst den Sand und dann den Ball treffen. Das fällt uns deutlich leichter, wenn wir unseren Körperschwerpunkt schon in der Ansprechposition senken. Soll heißen: Hintern raus, Knie beugen und die Füße etwas in den Sand „einbuddeln“. Je eher wir uns nach hinten absetzen, desto einfacher haben wir es später, erst den Sand und dann den Ball zu treffen.

Bunkerspiel: Ansprechposition
Sitzt unsere Ansprechposition, haben wir die halbe Miete bereits in der Tasche.

 

Damit wir den Sand nicht irgendwie treffen, sondern unseren Schläger sauber durch den Sand gleiten lassen, sollten wir unsere Schlagfläche in der Ansprechposition etwas öffnen. So rutscht der Schläger später deutlich leichter unter dem Ball durch.

Technik Bunker – Tipp #2:

Gleiches trifft auf eine Bewegung zu, bei welcher wir den Schläger tendenziell etwas flacher und fast schon um den Körper herum bewegen. Je eher wir den Schaft im Totpunkt „legen“, desto einfacher fällt es uns, den Schlägerkopf durch den Sand rutschen zu lassen und die Schlagfläche dabei offen durch den Ball zu bewegen.

Guter Rückschwung
Der Schläger sollte tendenziell etwas flacher und fast schon um den Körper herum bewegt werden.

 

Ein steiler Schwung, wobei der Schläger im Rückschwung fast schon im 90 Grad Winkel zum Boden steht, erschwert das Ganze. Nicht nur wird es mit dieser Technik im Bunker schwieriger, die Schlagfläche offen durch den Ball zu bewegen und diesen damit hoch und weich aus dem Bunker zu befördern. Ein Schlägerkopf, der steil auf den Sand trifft, gleitet bei Weitem nicht so gut, wie einer, der etwas flacher auf den Sand trifft. Unkonstante Ballkontakte sind oft die Folge.

Steiler Rückschwung
Ein steiler Rückschwung kann zu Problemen führen.

 

Die meisten Amateure, die mit Schlägen aus dem Bunker kämpfen, kämpfen aus genau diesem Grund. Der Schläger gleitet kaum oder gar nicht — in erster Linie, weil der Schläger nicht flach genug um den Körper herum bewegt wird und weil die Voraussetzungen dazu in der Ansprechposition nicht sitzen.

Zugegeben, es dauert ein bisschen bis man sich an das tiefe Absitzen in der Ansprechposition gewöhnt hat. Doch Ihr Bunkerspiel wird Ihnen langfristig danken, wenn Sie sich darauf einlassen. Übertreiben Sie sowohl das Absitzen in der Ansprechposition als auch das Legen des Schlägers im Rückschwung zunächst etwas, um ein Gefühl für die neue Bewegung zu bekommen. Gerade dann, wenn eine Bewegung neu für uns ist, sollten wir diese ruhig etwas übertreiben. So lernen wir beide Seiten kennen und das hilft uns später, die goldene Mitte zu finden.

Technik Bunker – Tipp #3:

Um den Schlägerkopf durch den Sand gleiten zu lassen und den Ball hoch und weich neben die Fahne zu befördern, sollten wir unsere Schlagfläche offen durch den Ball bewegen. Die Schlagfläche zeigt nach oben, der linke Handrücken ist dominant.

Offene Schlagfläche im Treffmoment
Die Schlagfläche sollte im Treffmoment offen sein.

 

Beachten Sie diese drei Eigenschaften, sind Sie guten Bunkerschlägen ein großes Stück näher. Sitzen Ansprechposition und Rückschwung, so bleibt letztendlich nur noch eine Sache übrig: Eine gute Beschleunigung im Durchschwung.

Beschleunigung
Beschleunigung ist wichtig, um solide Ballkontakte zu produzieren.

 

Wer zu zaghaft durch den Sand geht, macht es sich deutlich schwerer als nötig. Der Sand bremst unseren Schlägerkopf ab. Zudem sorgt die offene Schlagfläche für einen hohen Ball.

Auch wenn all das für den ein oder anderen, der in der Vergangenheit mit Schlägen aus dem Sand zu kämpfen hatte, noch etwas ungewohnt sein mag: Die jetzige Zeit ist ideal, um an den Aspekten des Spiels zu arbeiten, die für Sie bislang vielleicht noch etwas ungewohnt waren.

Hier sind alle drei technischen Aspekte noch einmal zusammengefasst:

  1. Da wir zunächst den Sand und dann den Ball treffen wollen, wollen wir unseren Körperschwerpunkt in der Ansprechposition senken. Dazu erhöhen wir unseren Kniewinkel, setzen uns nach hinten ab und öffnen die Schlagfläche.
  2. Der Schläger kommt in der Regel so wieder nach unten, wie wir ihn nach oben schwingen. Schwingen Sie Ihren Schläger daher schon im Rückschwung etwas flacher zurück. Ein flacher Eintreffwinkel lässt den Schlägerkopf deutlich leichter durch den Sand rutschen
  3. Anders als im langen Spiel wollen wir den Schläger nicht unbedingt „releasen“ lassen, sondern die Schlagfläche— ähnlich, wie bei einem Lob Shot — offen durch den Ball bewegen
    Damit diese drei Aspekte in Einklang funktionieren, müssen wir im Durchschwung beschleunigen. Keine Angst: Der Loft, die offene Schlagfläche und der Sand sorgen dafür, dass Ihr Ball trotzdem nicht zu weit fliegt.

Viel Spaß beim Üben!

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