15.03.2022 | 11:53

Bitterer geht nicht

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Paul Casey schafft sich im Finale der Players Championship auf der 16. Bahn eine scheinbar perfekte Ausgangslage, wird dann aber Opfer einer kuriosen Regelauslegung.


Den Ball spielen, wie er liegt. Es ist eine alte Grundregel im Golf. Leider gilt das beim Golf auch für eine Lage im Divot. Oder wie bei Paul Casey zuletzt bei der Players Championship: in einer alten Pitchmarke auf dem Fairway. Es war regnerisch in den Tagen der Players Championship auf dem Stadium Course im TPC Sawgrass. Deshalb entstanden auch bei den Abschlägen ein paar Einschusslöcher in den Fairways. Im Gegensatz zu Pitchmarken auf dem Grün werden diese seltener repariert.

Zum Leid von Casey. Der bretterte seinen Abschlag auf dem 16. Loch des Platzes im Norden Floridas auf dem letzten Par 5 der Runde weit die Bahn hinunter – ein Birdie in Reichweite, das Eagle nicht ausgeschlossen. Aus seiner Sicht. Denn der 44-Jährige, musste festzustellen, dass er das scheinbar so erreichbare Grün nicht angreifen konnte. Nicht wegen der Distanz, sondern weil es sein Ball tatsächlich geschafft hat, sich in einer Pitchmarke einzunisten. Und da das Loch im weichen Rasenteppich nicht von seinem Ball produziert worden war, galt die alte Grundregel: Spielen, wie er liegt.

„Das war nicht wirklich besonders glücklich…“

Casey konnte den Ball nur nach vorne holpern lassen, hatte dann einen Baum im Weg, nahm das Lob Wedge, um sicherzugehen, dass der Ball über die Äste fliegt, und blieb zu kurz. Zum Glück schaffte er immerhin noch das Up-and-Down zum Par. Sicher stellte er sich nach seiner 69 und Platz drei mit zwei Schlägen Rückstand auf Gewinner Cameron Smith die Frage: ‚Was wäre gewesen, wenn…?‘

+++ Drive for the Show und Co.: Mythen im Golfsport aufgeklärt +++

„Manchmal braucht man ein bisschen Glück, nicht wahr? Aber das war nicht wirklich besonders glücklich“, kommentierte er trocken. „Tief im Inneren wollte ich es aus dieser Lage heraus versuchen, aber es fühlte sich zu riskant an. Ich dachte, ich könnte immer noch ein Birdie machen, und dann, wer weiß, was auf den letzten beiden Löchern passiert. Schauen Sie, was am letzten Loch passiert ist. Es wäre mutig gewesen, aber vielleicht auch dumm, es zu versuchen. Aber es ist wirklich schade. Das war der beste Schlag, den ich den ganzen Tag gemacht habe.“

Eventuell werden sich die Regelhüter überlegen, ob es Sinn macht, die Möglichkeit eines straflosen Drops davon abhängig zu machen, ob das Loch nun aufgrund des eigenen oder eines fremden Balls entstand. So selten das auch vorkommen mag. Mit Verlaub: Aktuell erscheint diese Regelung lächerlich.

Ryder-Cup-Kapitän Zach Johnson stand übrigens am Samstag auf dem 18. Abschlag. Bei einem Probeschwung stieß er seinen Ball versehentlich vom Tee, dieser rollte seitlich in Richtung der Zuschauer. Der Amerikaner durfte straflos noch einmal aufteen.

Weitere Artikel

More Info

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

  1. Bernward fülles sagt:

    Zu: Rahm verschiebt….
    „Hat Dein Golfcart einen Platten – und hast Du dann noch Pech beim Putten
    Mißlingt dazu auch noch das Chippen – dann kann die bste Laune kippen..“