04.02.2020 | 10:46

Den Golfschwung trainieren

Thomas Fischbacher
Thomas Fischbacher

Wenn Sie folgende Punkte verstehen und beherzigen, steht einer erfolgreichen Golf-Karriere nichts mehr im Wege. Mit Schwung- und Spieltipps von PGA-Pros.

Bei den Profis sieht alles immer so einfach aus. Eine locker-leichte Bewegung, und der Ball fliegt explosiv wie eine Rakete weit über die Marke von 250 Meter. Natürlich kann ein Golfer, der mit 60 Jahren seine Liebe zum Spiel entdeckt nicht davon ausgehen, den Ball stabil auf diese Weiten zu befördern, aber er kann einen Schwung lernen, der auch im fortgeschrittenen Alter noch stolze Leistungen möglich macht. Folgende zwölf Punkte sind wichtig, um den Golfschwung effizient zu trainieren.

Auf die Grundlagen achten

Der Griff: Die beiden Vs

Um den Griff zu überprüfen müssen Sie nicht mal auf den Golfplatz fahren, und Sie benötigen auch keinen Golflehrer dafür. Gehen Sie einfach wie folgt vor:

Greifen Sie den Schläger nicht mit der ganzen Hand, sondern achten Sie darauf, dass der Griff stabil zwischen Handballen und Fingern liegt. Richtig machen Sie dies, wenn Sie in der Lage sind, den Schläger nur zwischen Handballen und Zeigefinger zu halten.

Der Griff: linke Hand

Der Griff: linke Hand

Nun schließen Sie alle Finger um den Griff, der Daumen liegt mittig obenauf. Achten Sie darauf, dass der Schläger in Ihren Fingern bleibt und nicht in die Handfläche abrutscht. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, sehen Sie von oben zwei bis maximal drei Knöchel Ihrer linken Hand. Gleichzeitig sollte die verlängerte Spitze des “V”, das zwischen Zeigefinger und Daumen gebildet wird, zu Ihrer rechten Schulter zeigen.
Greifen Sie mit der rechten Hand so von oben zu, dass der rechte Daumen mit seinem Ballen auf dem des linken liegt. Der rechte Daumen liegt dabei nicht mittig oben auf dem Griff, sondern leicht links der Mitte. Der rechte Zeigefinger greift zu wie beim Abzug einer Pistole. Das jetzt gebildete “V” zwischen Zeigefinger und Daumen der rechten Hand verläuft parallel zu dem “V” der darunter liegenden linken Hand. Es zeigt also in Richtung rechte Schulter.

 

Der Griff: zwei parallele V
Der Griff: zwei parallele V

Das Setup

Back to Basics: Eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Grundlage im Golf: Wie stehe ich richtig am Ball?

Eisen

Für eine perfekte Standposition setzen Sie den Schläger so auf den Boden, dass die Sohle des Schlägerkopfes plan aufliegt. Sie werden feststellen, dass der Schläger dafür leicht in Richtung des linken Oberschenkels (bei Rechtshändern) geneigt werden muss. Der Griff des Schlägers sollte leicht innerhalb des linken Oberschenkels enden und Sie greifen ihn eine Handbreit vom Oberschenkel entfernt.

Die Ballposition rückt mit der Länge des Eisens im Stand nach vorne. Beim Wedge ist sie mittig zwischen den Füßen, beim Eisen 5 nahe der linken Ferse (bei Rechtshändern).

Driver

Stellen Sie sich schulterbreit und mit leicht nach außen gedrehten Füßen so an den Ball, dass dieser sich in Verlängerung zur linken Innenferse befindet. Mit der linken Hand legen Sie den Schläger so an den Ball, dass der Oberkörper leicht nach vorne gebeugt ist. Die Knie sind ebenfalls leicht gebeugt, der Kopf etwas hinter dem Ball.
So nehmen Sie das korrekte Setup beim Driver ein
Sobald die rechte Hand den Schläger greift, verschiebt sich die Schulterachse leicht, wie auf den beiden unteren Fotos gut zu sehen. Dann öffne ich noch etwas mehr den linken Fuß in Richtung Ziel, um bei der folgenden Schwungbewegung das Knie zu entlasten.
Die korrekte Schulterachse beim Schlag mit dem Driver
Die korrekte Schulterachse beim Schlag mit dem Driver
Folgende Fehler gilt es zu vermeiden:

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Wie breit stehen?

Grundsätzlich gibt es für den Stand nur drei Fußpositionen: 
  1. Stand hüftbreit für Putt, Putt-Chip und Chip;
  2. Schulterbreiter Stand für Pitch, Bunker- und alle Eisenschläge;
  3. Stand mehr als schulterbreit für Rescue, Fairwayholz und Driver.

Wie ziele ich richtig?

Die meisten Amateure haben große Probleme damit, sich bei ihrem Schwung korrekt in Richtung Ziel auszurichten. Die Mehrheit neigt dazu, sich zu weit rechts vom Ziel auszurichten (bei Rechtshändern), wobei sie doch eigentlich einen geraden Ball schlagen wollen. Der Effekt dieser falschen Ausrichtung ist dann ein Drive, der rechts im Rough oder gleich im Aus landet.

Da sich Amateure dieses Fehlers oft nicht bewusst sind, versuchen sie dann ihren Schwung im Lauf der Runde so zu korrigieren, dass sie keine Bälle mehr nach rechts verziehen – und geraten so in immer größere Schwierigkeiten.

Die Lösung: Zwischenziel suchen

Suchen Sie sich ca. einen Meter nach dem Ball ein Zwischenziel. Es kann aber auch ein Divot oder sonst etwas sein, das sich auf der Linie zwischen Ihrem Ball und dem Ziel befindet und Ihnen als Anhaltspunkt dienen kann. An dieser Linie, die jetzt entstanden ist, richten Sie Ihre Schlagfläche aus.
Jetzt stellen Sie sich mit Füßen, Hüfte und Schultern parallel zu dieser Linie auf. Sie können sich eine mentale Hilfestellung geben, wenn Sie sich gedanklich vorstellen, dass sämtliche Linien, die Sie darstellen (Schulterlinie, Hüftlinie und Zielllinie) parallel zueinander stehen.
Kontrollieren Sie jetzt, nachdem Sie sich mit Ihrem Körper parallel zu Ihren Ziellinien ausgerichtet haben, dass Sie auch Ihren Schlägerkopf bei der Ballansprache immer noch in Richtung Ziel ausgerichtet haben.

Wie überprüfe ich meine Schulter­ausrichtung?  

Wenn ich zum Ziel sehe, bevor ich meinen Schwung starte, sprich “der letzte Blick zum Ziel“, dann sollte ich meine vordere Schulter noch im Augenwinkel sehen können.

  • Falls das nicht der Fall sein sollte, sind die Schultern “offen” (RH zu weit nach links geöffnet, LH nach rechts).
  • Falls man über die Schulter schauen muss (in der Regel eher seltener), sind die Schultern zu stark geschlossen.
Zuerst das Schlägerblatt zuerst ausrichten, dann die Füße parallel zur Schlägerblatt-Ziellinie ausrichten und dann noch mal gerade hinstellen und mit dem letzten Blick die Schulterhaltung ganz nebenbei checken.

Beweglich werden

Die Beweglichkeit des Körpers ist eine Grundvoraussetzung für einen stabilen Golfschwung. Genauer gesagt: Das Verhältnis zwischen Mobilität und Stabilität, das Trennen von Unterkörper und Oberkörper. Damit ist die Frage nach dem “Talent” des Golfers um eine Facette reicher geworden, nämlich der Gabe der Beweglichkeit. Ohne das nötige Grundmaß an Beweglichkeit ist es unmöglich, einen stabilen Golfschwung zu entwickeln.

  • Langsam und vorsichtig in die Endposition
  • Übung mindestens 30 Sekunden halten

 

Die perfekte Dehnübung für Golfer
Die perfekte Dehnübung für Golfer

 

Weitere Dehnübungen im Video:

 

Trockenübungen durchziehen:

Die richtige Beinbewegung

Das Erste, was Sie lernen müssen, ist eine Bewegung, die wir „The Move“ nennen. Eine kleine Kniebeuge, die Ihren Abschwung einleitet. Stellen Sie sich vor, Sie würden sich am Ende des Rückschwungs auf einen Barhocker setzen. Diese Bewegung bringt einerseits Ihre vordere Hüfte zurück in die Startposition und bereitet die Beine darauf vor, die Hüfte in Richtung Ziel zu drehen.

  1. Nehmen Sie Ihre Ansprechposition mit den Armen über der Brust ein.
  2. Drehen Sie Ihre Schultern so weit wie möglich vom Ziel weg, ohne Ihren Winkel in der Wirbelsäule zu verändern oder Ihr Zentrum zu verlieren.
  3. Drehen Sie sich zurück zum Ziel, indem Sie sich auf den Barhocker setzen.
  4. Zum Schluss strecken Sie beide Beine und nutzen Sie die Scherkräfte, um die Hüften zu drehen.
Üben Sie diesen Drill 30 Mal täglich für die nächsten sechs Wochen und er wird in Ihr Muskelgedächtnis gelangen.

Kontrolle über die Schlagfläche

Die Kontrolle über den Winkel der Schlagfläche während des Schwungs zu behalten, war schon immer einer der Schlüsselfaktoren für den Erfolg eines Golfers. Wenn Sie die einfachen Prinzipien verstehen, ist es allerdings nicht mehr allzu schwierig, es auch in die Tat umzusetzen.
Um sicherzustellen, dass die Schlagfläche wieder in den ursprünglichen Winkel zu Ihrer Wirbelsäule und der Ziellinie zurückkehrt, müssen Sie Ihre Unterarme vor dem Ballkontakt wieder in ihre Ausgangsposition drehen. Es gibt zwei einfache Möglichkeiten, dies zu tun, entweder durch die Visualisierung einer schlagenden Bewegung mit der rechten Hand oder durch die Übung mit dem Bügel (siehe unten). Stellen Sie sich vor, Sie schlagen den hinteren Teil des Balles mit Ihrer dominanten Hand, dies sollte automatisch Ihre Unterarme rotieren, um Ihre Hand zum Ball und dem Ziel auszurichten.

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