03.12.2023 | 06:30

Aline Krauter – all in!

Markus Scheck
Markus Scheck

Aline Krauter dominierte die Hero Women’s Indian Open und holte mit fünf Schlägen Vorsprung ihren ersten Sieg auf Profiebene. Die 23-jährige Deutsche hat damit die LET-Karte für die nächsten beiden Jahre sicher und blickt hochmotiviert in die Zukunft. GOLF TIME bat die in Florida lebende Stuttgarterin wenige Tage nach ihrem Premierensieg zum Exklusiv-Talk.


Die deutsche Siegesserie auf der Ladies European Tour reißt nicht ab. Nachdem letzten Herbst Olivia Cowan (Hero Women’s Indian Open 2022) und Chiara Noja (Aramco Team Series Jeddah 2022) ihre ersten Turniersiege feiern konnten, legte zunächst im Mai 2023 Patricia Isabel Schmidt in Belgien nach.

Und auch der diesjährige Herbst auf der LET entwickelte sich aus Sicht von Schwarz-Rot-Gold zu einem „goldenen Herbst“.

Alexandra Försterling gelang Mitte September bei der VP Bank Swiss Ladies Open ihr Premierensieg und legte Mitte November bei der Mallorca Ladies Golf Open prompt nach.

Der erste Profisieg für Aline Krauter bei der Hero Women‘s Indian Open 2023 im DLF Golf & Country Club vor den Toren Delhis (Foto: LET/Tristan Jones)
Der erste Profisieg für Aline Krauter bei der Hero Women‘s Indian Open 2023 im DLF Golf & Country Club vor den Toren Delhis (Foto: LET/Tristan Jones)

Ende Oktober setzte Aline Krauter bei der Hero Women’s Indian Open dem „Indian Summer“, wie die Amerikaner den Altweibersommer nennen, noch die Krone auf.

Aline Krauter: In Indien eine Klasse für sich

Die 23-jährige gebürtige Stuttgarterin war im DLF Golf & Country Club vor den Toren Delhis eine Klasse für sich und dominierte das Geschehen nach Belieben.

Und das, obwohl die Woche mit einem gebrochenen Driver alles andere als verheißungsvoll begonnen hatte.

Während der vergangenen Wochen konnte Aline Krauter ihren Schwung deutlich stabilisieren. In Indien war die in Florida lebende Stuttgarterin dann eine Klasse für sich (Foto: LET/Tristan Jones)
Während der vergangenen Wochen konnte Aline Krauter ihren Schwung deutlich stabilisieren. In Indien war die in Florida lebende Stuttgarterin dann eine Klasse für sich (Foto: LET/Tristan Jones)

Doch Krauter, die schon in den letzten Wochen auf der LPGA Tour ansteigende Form bewies, ließ sich davon nicht beirren und startete bärenstark in das Turnier.

Mit Runden von 69-68-68-68 und dem Gesamtscore von 273 Schlägen (15-unter-Par) verwies sie am Ende die Schwedin Sara Kjellker mit souveränen fünf Schlägen Vorsprung auf Platz 2.

Die indische Lokalmatadorin Diksha Dagar hatte als Dritte sieben Schläge Rückstand auf die Deutsche.

Für Aline Krauter, die erst 2022 ins Profilager gewechselt war und dieses Jahr sowohl auf der LET als auch der LPGA Tour aufteete, bedeutet der Sieg in Indien den internationalen Durchbruch auch auf Profiebene.

Aline Krauter: Starke Amateurkarriere

Ihre Amateur-Karriere war bereits geprägt von großen Erfolgen. Unter anderem mit Siegen bei den German Boys & Girls 2016 und der Women’s Amateur Championship 2020.

Mit ihrer Universität Stanford, wo sie die Fachrichtung International Relations studierte, holte Aline 2022 bei den NCAA Championships den prestigeträchtigen Titel. Und wurde obendrein mit dem Dinah Shore Trophy Award ausgezeichnet.

Der Sieg bei der prestigeträchtigen Women‘s Amateur Championship 2020 im englischen West Lancashire Golf Club öffnete so manche Türe für Aline Krauter (Foto: LET/Tristan Jones)
Der Sieg bei der prestigeträchtigen Women‘s Amateur Championship 2020 im englischen West Lancashire Golf Club öffnete so manche Türe für Aline Krauter (Foto: LET/Tristan Jones)

Nach Beendigung ihres Studiums wechselte die sympathische Deutsche, die seit vergangenem Mai wieder ihren Lebensmittelpunkt in Florida hat, ins Profilager. Ende 2022 schaffte sie dann die Qualifikation sowohl für die LPGA Tour als auch die LET.

Nach einer wechselhaften Saison bewies Aline Krauter mit dem Sieg in Indien, dass sie auch mit den Besten der Welt locker mithalten kann. Sie hat nun ihre LET-Karte für die nächsten beiden Jahre sicher. Was auch den Druck aus dem Kessel für die bevorstehende Final Stage der LPGA-Q-School nimmt.

Wir verabredeten uns mit Aline Krauter wenige Tage nach ihrem Sieg bei der Hero Women’s Indian Open zum GOLF TIME-Exklusivtalk, bevor sie sich aus ihrer Heimat Stuttgart wieder auf den Weg über den Teich machte, um sich bestmöglich auf das anstehende Saisonfinale vorzubereiten.

Aline, herzlichen Glückwunsch zum ersten Sieg auf der LET. Es sind jetzt ein paar Tage vergangen. Lass die Woche in Indien für uns doch noch einmal Revue passieren …

Das Bild, was nun in der Zukunft passieren wird oder kann, ist durch den Sieg deutlich klarer geworden. Die Tour-Karte für die nächsten zwei Jahre sicher zu haben, nimmt einem viele Sorgen ab. Denn als Profi weiß man oft nicht, in welches Turnier man reinkommt.

Der emotionale Moment des Sieges für Aline Krauter bei der Hero Women‘s Indian Open auf der LET (Foto: LET/Tristan Jones)
Der emotionale Moment des Sieges für Aline Krauter bei der Hero Women‘s Indian Open auf der LET (Foto: LET/Tristan Jones)

Und diese Sicherheit nun für die nächsten beiden Jahre zu haben, ist schon toll. Umso mehr, da mein Start in die Saison, sowohl auf der LET als auch der LPGA, nicht ganz so verlaufen ist, wie ich mir das gewünscht hatte.

Und was bedeutet der Sieg für dich?

Dieser Sieg, auch wenn er gegen Ende des Jahres kam, gibt mir noch einmal einen richtigen Motivationsschub, den ich auch in die neue Saison mitnehmen kann.

Indien war sehr interessant, ich war das erste Mal überhaupt in diesem Land. Doch als ich ankam, war mein Driver gebrochen und ich dachte mir, das passt genau zu dieser Saison und ich weiß gar nicht, warum ich überhaupt hier bin.

Ich saß Anfang der Woche dann mit einigen anderen Spielerinnen zusammen, u. a. mit der Französin Camille Chevalier, die dieses Turnier 2017 ebenfalls in ihrem ersten Jahr auf der LET gewinnen konnte.

Aline Krauter (Foto: LET/Tristan Jones)
Aline Krauter (Foto: LET/Tristan Jones)

Dabei war auch die Freundin meines Caddies, ebenfalls eine Französin, die meinte, dieses Turnier ist ein richtig gutes für Rookies. Und dann fragten sie so in die Runde, welcher Rookie denn dieses Jahr gewinnen würde und ich habe – natürlich nur aus Spaß – meine Hand gehoben und gesagt: Ich werde gewinnen! (lacht).

Die Woche begann dann auch gleich richtig gut mit einer 3-unter-Par-Runde. Ich sah aber, dass andere noch tiefer scorten und jede Runde auch bei mir noch ein wenig mehr drinnen war, und dadurch, dass ich kaum Fehler machte, hatte ich eigentlich keine Angst, dass irgendetwas Schlimmes passieren könnte.

Aber ich war mir bis zum 18. Loch der Finalrunde nicht sicher, ob ich wirklich gewinnen würde, da gerade auf diesem Platz sehr viel passieren kann.

Aber es hat zum Glück geklappt und es war eine richtig coole Woche.

Konntest du den Sieg auch ein wenig feiern oder hieß es sofort „back to business“?

Ja, ein wenig. Ich habe zunächst ein paar Tage freigemacht und ließ es ein wenig ruhiger angehen, doch morgen geht es zurück in die USA.

Ich hatte mich noch in Indien mit ein paar der deutschen Mädels zusammengetan und wir haben uns einen schönen Abend gemacht. Aber ich musste um 2.50 Uhr in der Früh zurück nach Deutschland fliegen und es war dementsprechend nicht ganz so entspannt.

Aber es war auf jeden Fall schön, jetzt noch ein paar Tage zu Hause in Stuttgart gewesen zu sein.

Wie würdest du die Entwicklung deines Spiels im Verlauf der Saison charakterisieren? Du hast ja zuletzt auch auf der LPGA Tour wieder ansteigende Form gezeigt …

Zu Beginn der Saison gab es viele Kleinigkeiten, die nicht funktioniert haben. Es war aber jede Woche etwas anderes. Eine Woche waren meine kurzen Putts nicht gut. Eine Woche waren meine Drives nicht gut. Irgendwann kommt man ins Grübeln und hinterfragt alles.

Ich dachte mir etwa, warum können es nicht ein oder zwei Sachen sein, dann kann man gezielt an diesen Dingen arbeiten. Das war super schwer für mich, da ich das so zuvor noch nie hatte.

Aber mein Schwung hatte sich zum Ende der Saison hin deutlich stabilisiert, was mir sehr geholfen hat. Und mein kurzes Spiel ist durch Übung, aber auch Vertrauen auf dem Platz, um einiges besser geworden.

Ich habe Anfang der Saison zum Beispiel überhaupt nicht gut gechippt. Ich würde meine Hand ins Feuer legen, dass ich wirklich jeden Chip zu kurz gelassen habe und das bringt halt genau gar nichts.

Danach habe ich wirklich hart daran gearbeitet und das hat schon einiges verändert, denn mit einem guten kurzen Spiel kann man halt auch so einiges retten.

Du bist in diesem Jahr ziemlich viel zwischen LET und LPGA gependelt und hast die LET-Karte durch den Sieg in Indien sicher. Ich nehme aber an, das große Ziel ist weiterhin die LPGA Tour, da du ja auch in den USA lebst?

Ja, das langfristige Ziel ist sicher, mich auf der LPGA Tour zu etablieren. Ich denke aber, dadurch, dass ich jetzt die Tourkarte für die LET sicher habe, werde ich deutlich gelassener – mal schauen, was noch passiert.

Aline Krauter will sich für die kommende LPGA-Saison qualifizieren (Foto: Picture Alliance).
Aline Krauter will sich für die kommende LPGA-Saison qualifizieren (Foto: Picture Alliance).

Ich spiele jetzt noch die LPGA-Q-Series, also die letzte Stage der Tour-School. Diese kann ich aber nun gestärkt in Angriff nehmen. Q-School ist immer extrem stressig. Im letzten Jahr musste ich sogar über alle drei Stages gehen.

Die Atmosphäre alleine ist schon Stress pur. Du musst an diesen vier Tagen dein bestes Golf zeigen, sonst hast du keine Chance. Das erhöht natürlich den Druck.

Klar, ich würde gerne nächstes Jahr auch wieder auf der LPGA Tour spielen, aber ich bin in der Luxus-Situation, die LET-Karte sicher in der Tasche zu haben und hätte auch kein Problem damit, die ganze Saison auf der LET zu spielen.

Beide Touren zu spielen wäre ideal, auch wenn es mit viel Reisen verbunden ist, aber es gibt ja Schlimmeres …

Ich denke, es ist relativ viel Planung nötig, die beiden Touren in Einklang zu bringen, oder?

Absolut. Wenngleich die LPGA relativ spät in die Saison startet, zumindest mit den Full-Field-Events. In diesem Jahr war es etwa so, dass ich Anfang des Jahres schon früh ein paar Turniere auf der LET absolvieren konnte.

Aline Krauter (Foto: picture-alliance)
Aline Krauter (Foto: picture-alliance)

Im Laufe des Jahres, als die LPGA dann in vollem Gange war, habe ich mich dann zunächst ganz darauf konzentriert und versucht, so viele Events wie möglich in den USA zu spielen.

Im Herbst ging die LPGA dann nach Asien, wo ich nicht in die Events reingekommen bin. Insofern habe ich dann entschieden, Turniere auf der LET mitzunehmen, unter anderem eben auch das in Indien. Und das hat sich gut ausgezahlt (lacht).

Du hast im Alter von sechs Jahren mit dem Golfsport begonnen. Wie kam es dazu und was hat dich dazu bewogen, es ernsthaft anzugehen?

Ich bin damals meistens zum Golfplatz mitgegangen, um meinen um drei Jahre älteren Bruder zu begleiten. Eigentlich habe ich alles mit meinem Bruder gemacht und alle Sportarten ausprobiert, die er auch spielte.

Ich war aber ein sehr ungeduldiges Kind, insofern würde ich nicht behaupten, dass es mit sechs Jahren schon Spaß gemacht hätte.

Wir haben damals vor allem Tennis und Golf gespielt und irgendwann mussten wir uns für eine Sportart entscheiden, denn beides auf hohem Niveau geht irgendwann nicht mehr, vor allem auch während der Schulzeit.

Aline Krauter (Foto: picture-alliance)
Aline Krauter (Foto: picture-alliance)

Wir hatten bei uns im Club in Kirchheim-Wendlingen ein sehr gutes Gruppensystem und ich habe immer mit den älteren Kindern trainiert, was mir enorm viel Ansporn gab.

Ich habe mich dann an meinen Bruder und die anderen Jungs gehalten. Und irgendwann hat es Spaß gemacht, da ich auch ganz gut wurde.

Ich habe zunächst mit 9-Loch-Turnieren begonnen und bin dann durch die ganzen Kader in Baden-Württemberg gegangen. Ich war oft auch das einzige Mädchen, das auf Lehrgänge mitgeflogen ist.

Mit 12 oder 13 habe ich dann angefangen, internationale Turniere zu spielen. Ich erinnere mich noch gut, das erste Turnier war in Schottland. Das war natürlich eine ganz andere Art, Golf zu spielen. Ich konnte kaum im Wind stehen, aber es war eine super coole Erfahrung.

Und da habe ich gemerkt, das ist wirklich etwas Besonderes und da könnte vielleicht etwas draus werden. Mit 15 bin ich dann in die USA, nach Florida, auf ein Golf-Internat gegangen – und dann kam eines zum anderen …

Du hattest eine sehr erfolgreiche Amateur-Zeit mit den Siegen bei den German Boys & Girls Open 2016 und natürlich der Women’s Amateur Championship 2020 als Highlights. Wie wichtig waren diese Erfolge für deine weitere Karriere?

Der Sieg bei den German Boys & Girls 2016 war insofern bedeutend, da ich damals schon in den USA auf dem Internat war und nur für dieses Turnier nach Deutschland reiste. Da ich das Gefühl hatte, dass die internationalen Turniere in Europa trotzdem wichtig für meine weitere Entwicklung sind.

Aline Krauter (Stuttgarter GC Solitude) freut sich über den Titel bei der Allianz German Girls (Foto: DGV/Stebl)
Aline Krauter (Stuttgarter GC Solitude) freut sich über den Titel bei der Allianz German Girls (Foto: DGV/Stebl)

Das System in den USA im Jugendbereich ist zwar sehr gut gemacht, aber auch sehr exklusiv gehalten und man muss zuerst Punkte sammeln, um in Turniere reinzukommen.

Ja und der Sieg bei der Women’s Amateur Championship 2020 war natürlich etwas ganz Besonderes und hat mir, denke ich, gerade für die Colleges sehr stark geholfen.

Vor der Uni schon einmal gewonnen zu haben und ein wenig Aufmerksamkeit zu bekommen, war sicher nicht von Nachteil.

Und der Sieg hat mir viele Türen geöffnet. Ich konnte ein wenig auf der LPGA spielen, auch meine ersten Major-Teilnahmen mitnehmen. Und ich war auch beim Augusta National Women’s Amateur am Start.

Sympathisch und beliebt: Aline Krauter mit Olivia Cowan (M.) und Maiken Bing Paulsen während der Aramco-Team-Series-Gala im Trump International in Palm Beach, Florida (Foto: LET/Tristan Jones)
Sympathisch und beliebt: Aline Krauter mit Olivia Cowan (M.) und Maiken Bing Paulsen während der Aramco-Team-Series-Gala im Trump International in Palm Beach, Florida (Foto: LET/Tristan Jones)

Ich durfte mich also auf dem höchsten Level des Damen-Golfsports beweisen, bevor ich überhaupt den Schritt gegangen bin, zu sagen, ich möchte Profi werden.

Bis zum vorletzten Jahr auf der Uni war ich mir aber nicht 100-prozentig sicher, ob ich wirklich Profi werden möchte.

Aber vor allem die Majors, die so toll organisiert und wirklich imposant sind, haben mich dazu bewogen, Ja zu sagen, das ist der Weg, den ich gehen möchte.

Inwieweit hat die Zeit am College dir als Spielerin geholfen, aber auch bei deiner Persönlichkeitsentwicklung abseits des Platzes?

Ich würde sagen, das hat mir entwicklungstechnisch noch einmal einen richtigen Schub gegeben. Akademisch war Stanford sehr anspruchsvoll. Die Balance, mich auf zwei Sachen im Leben voll zu konzentrieren, hat mir aber, denke ich, sehr geholfen.

Ich war immer schon ein Mensch, der sich nicht gerne nur auf eine Sache fokussiert. Ich habe gerne mehrere Dinge zu tun und bin sehr strukturiert – das war also eine tolle Kombination und ein guter Ausgleich.

Aline Krauter beendete 2022 erfolgreich ihr Studium „International Relations“ an der Stanford University
Aline Krauter beendete 2022 erfolgreich ihr Studium „International Relations“ an der Stanford University

Wir hatten auch in all den vier Jahren, in denen ich dort war, ein super Golfteam. Die Motivation war stets hoch und mein Wille noch ausgeprägter als zuvor.

Ich hatte den Ehrgeiz, mich für jedes Turnier zu qualifizieren, und es war natürlich hilfreich für meine sportliche Entwicklung, mich am College regelmäßig mit den Besten messen zu können. Sei es jede Woche bei den Turnieren oder im Training.

Du lebst seit vielen Jahren in den USA. Was gefällt dir dort am meisten und gibt es etwas, das du an der deutschen Heimat vermisst?

Ich finde die USA schon toll, aber ich bin mir nicht sicher, ob es auf Dauer mein Lebensmittelpunkt sein wird. Golftechnisch hast du natürlich enorm viele Vorteile in Florida, wo ich im Mai wieder hingezogen bin.

Die Qualität und Anzahl der Golfplätze, gepaart mit dem Wetter, sind einfach ideal. Man kann sich ganz anders auf die Turniere vorbereiten.

Sport generell hat in den USA einen viel höheren Stellenwert. Wo ich wohne, ist so ziemlich alles sportorientiert. Es gibt wahnsinnig viele Wellness-Center, die vor allem Sport-Recovery anbieten.

In Stuttgart muss ich da bei Google schon tief graben, um etwas zu finden, das irgendwie in diese Richtung geht.

In Amerika ist das alles total einfach und leicht zugänglich. Ich mache zurzeit gerade Kryotherapie (Anm. Kältekammern von Minus 110 Grad Celsius), das ist in Deutschland super schwer zu finden.

Als Athlet wird einem das Leben in den USA schon sehr viel einfacher gemacht. Aber natürlich vermisse ich Deutschland den noch sehr und genieße jedes Mal die Zeit, wenn ich hier bin.

Wie verbringst du die Zeit abseits des Golfplatzes, wenn du mal Freizeit hast?

Schwierig zu sagen, da ich gerade echt wenig Freizeit habe. Aber ich koche sehr gerne und versuche mich eigentlich komplett vom Golf abzulenken. Ich rede auch mit Freunden oder meinen Eltern relativ selten über Golf und versuche, an etwas anderes zu denken.

Aline Krauter begibt sich während Turnieren auch gerne Mal auf Erkundungstour
Aline Krauter begibt sich während Turnieren auch gerne Mal auf Erkundungstour

Und ich lerne gerne neue Städte kennen. Wenn wir irgendwo auf Turnieren sind, bin ich die Erste und gefühlt auch die Einzige, die sich zuerst einmal die Stadt anschaut und die Restaurants abklappert. Das ist mir aber auch super wichtig.

Ich werde nie die Spielerin sein, die nur vom Golfplatz zum Hotel fährt und nichts anderes zu sehen bekommt.

Was sind deine kurz- und mittelfristigen Ziele? Was würdest du gerne erreichen?

Ich würde gerne auf der LPGA Tour gewinnen und ich würde gerne beim Solheim Cup spielen.

Ich liebe Teamevents und bin auch total teamorientiert. Das hat mir sowohl auf der Uni als auch im Nationalkader schon immer gut gefallen.

Das könnte kurz- oder mittelfristig sein, je nachdem, wie sich die Dinge entwickeln. Aber es ist auf jeden Fall ein sehr großes Ziel.

Du hast die Wahl: Major-Sieg oder Sieg mit dem europäischen Solheim-Cup-Team?

Das ist wirklich schwierig, aber ich denke ein Major-Sieg. Ich hatte mir das gerade zuletzt erst gedacht: Im Golfsport gibt es naturgemäß immer mehr Niederlagen als Siege. Wenn man als Team verliert, dann ist es „weniger schlimm“, da man ja das Team um sich herum hat.

Der erste Profisieg für Aline Krauter bei der Hero Women‘s Indian Open 2023 im DLF Golf & Country Club vor den Toren Delhis (Foto: LET/Tristan Jones)
Der erste Profisieg für Aline Krauter bei der Hero Women‘s Indian Open 2023 im DLF Golf & Country Club vor den Toren Delhis (Foto: LET/Tristan Jones)

Insofern denke ich, dass eine Niederlage beim Solheim Cup – wenngleich das natürlich auch nicht schön und wünschenswert wäre – wahrscheinlich leichter zu ertragen wäre, da man es zusammen durchmacht.

Und man hat ja die Chance, den nächsten Solheim Cup dann wieder zu gewinnen. Ein Major-Sieg hingegen, den kann einem niemand mehr wegnehmen!

Aline Krauter: Kurzbio

  • Name: Aline Krauter
  • Geburtsdatum: 30. Dezember 1999
  • Geburtsort: Stuttgart
  • Wohnort: West Palm Beach, Florida
  • Nationalität: Deutsch
  • Größe: 1.60 Meter
  • College: Stanford University
  • Profi: seit 2022
  • Profisiege: 1

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